Zitat von Himmelssonne: Wer von euch hat es nach der Trennung/Scheidung geschafft, sein Haus zu halten und wie? Ich habe aktuell starke Zukunftsängste, Verlustängste, mein Zuhause zu verlieren. Wie geht ihr oder seid ihr damit umgegangen.
Ich habe mit meinem Exmann (ebenfalls nach langjähriger Ehe und mit erwachsenem Kind) die Vereinbarung getroffen, dass wir das Haus gemeinsam behalten, ich dort wohnen bleibe und ihm die Hälfte einer ortsüblichen Miete zahle. Meine Nebenkosten zahle ich, Zahlungen für Reparaturen etc.. gehen 50: 50. Es geht einiges - wenn denn beide Parteien bereit sind, sich zu einigen.
Wenn Dein Nochmann das nicht ist, dann (sorry, aber Dir ist ja mit Schönfärberei nicht geholfen) sieht es für Dich schlecht aus, das Haus halten zu können. Du müsstest Deinen Dann-Ex-Mann auszahlen (ggfs. mit der Hälfte des Marktwertes) und künftig bei 1000 Euro Rente noch so viel beiseite legen, um notwendige Reparaturen zahlen zu können. Ja, vielleicht könntest Du eine Wohnung vermieten - das generiert natürlich ein zusätzliches Einkommen. Aber auch zusätzliche Verpflichtungen, was z. B. schnelle Reparaturen betrifft oder Du hast das Pech, auf Mietnomaden zu treffen. Das ist einer Freundin von mir passiert und absolut gar nichts hatte darauf hingewiesen.
Alleine die Nebenkosten für ein freistehendes Haus sind ganz andere als in einer Wohnung. Das wird leicht mal unterschätzt. Realistisch gesehen wirst Du mit Deiner zu erwartenden Rente nicht weit kommen.
Dir bliebe natürlich Lottospielen

Wie sieht es denn aus mit Deinem Erbe (von dem Du zum Glück ja überhaupt nicht weißt, wann es Dir zufallen wird): Könnte Dein Vater Dir einen Teil des Erbes vielleicht bereits vorab auszahlen?
Aber auch dann: Du willst ja gar nicht unbedingt an diesem Ort bleiben. Da würde ich mir aktuell nicht jetzt schon das Haus ans Bein binden. Euer Trennungsjahr hat doch grade angefangen, Du hast also momentan noch Zeit, die Dinge gründlich zu durchdenken. Notfalls kannst Du eine Scheidung auch 3 Jahre lang verzögern - wär jetzt nicht meine Empfehlung, aber vielleicht hilft es ja Deinem Gatten, Dir entgegen zu kommen.
Dafür brauchst Du auf alle Fälle ein/n gute/n Fachanwalt/Anwältin für (wichtig!) Familienrecht, jemand, der Deine Belange mit Biss vertritt.
Zitat von Himmelssonne: Dass mit den Finanzen ist so eine Sache, da wir - wie bereits öfter erwähnt- einen Ehevertrag haben, der den Versorgungsausgleich ausschließt.
Dieser Ehevertrag (notariell beglaubigt?) wäre auch auf seine Gültigkeit zu überprüfen. Es wurde ja nicht nur, wie Du geschrieben hast, der Versorgungsausgleich ausgeschlossen, sondern auch der Zugewinn. Das liest sich alles sehr einseitig zu seinen Gunsten. Ein Erbe, ob vor, während oder nach der Ehe, fällt sowieso aus den Berechnungen raus, das gehört Dir alleine.
Du solltest Dir in jeden Fall, falls noch nicht geschehen, die Steuererklärungen und -bescheide sichern. Das Einkommen Deines Mannes schwankt aufgrund seiner Selbstständigkeit; trotzdem wird er ein durchschnittliches Einkommen haben; die letzten 12 Monate werden zur Berechnung z. B. des Trennungsunterhaltes herangezogen.
Am besten wäre es, jedenfalls wenn Ihr soweit überhaupt noch miteinander reden könnt, einen Rechtsanwalt mit Mediationsangebot aufzusuchen, der mit Euch gemeinsam eine Regelung findet, bei der keine/r über den Tisch gezogen wird. Kostet Geld, ja - ist aber immer noch günstiger als eine strittige Scheidung.