Nalf
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kannst Du den Zeitpunkt benennen, an dem Du begonnen hast, auf Deine Frau herabzuschauen?
Du schreibst, Dein Verhalten in der Ehe sei liebevoller gewesen als das ihre.
Du schreibst auch, dass Du Elternzeit genommen hast, damit sie ihre Ausbildung abschließen kann. Hast Du also als berufstätiger Mann eine Frau ohne abgeschlossene Ausbildung geheiratet und geschwängert?
Dann hat sie seit 20 Jahren Probleme Freunde zu finden, weil sie Probleme mit ihrem Selbstwert hat und das durch Arroganz überkompensiert.
Das macht alles in allem den Eindruck, dass Du Dir bewusst einen deutlich schwächeren Partner zur Familiengründung ausgesucht hast. Wenn man dann die Achtung verliert, geht alles bergab.
Jetzt schreibst Du (und es klingt verächtlich), sie sei seit Jahren mit allem überfordert, dem Teilzeitjob, dem sie am Wochenende nachgeht, wenn Du mit den Kindern schöne Dinge unternimmst. Mit dem Haushalt (habt ihr mal über eine Putzhilfe nachgedacht?). Und mit den Kindern.
Außerdem habt ihr unterschiedliche Erziehungsparameter, wenn sie wegen "Kinderdingen" "aggressiv wird", während Du das Verhalten der Kinder in diesen Fällen okay findest.
Wer von euch beiden wollte denn ein Haus kaufen und wer nicht?
Der, der nicht kaufen möchte, scheut entweder die zusätzliche Arbeit, die ein Haus bedeutet, oder die zusätzliche Bindung zum Partner oder hat ein größeres Sicherheitsbedürfnis, wenn es um die Finanzen geht.
Hast Du Deine Frau in den letzten Jahren mal gefragt, was sie konkret überfordert und was Du tun kannst, damit sie sich wohler fühlt?
Und hast Du sie mal gefragt, was in ihr vorgeht, wenn sie mit Dir oder den Kindern laut wird? Ist sie dann wütend oder verzweifelt oder genervt?
Dieser "meine Frau ist unerträglich, war eigentlich noch nie toll, und nachdem die Kinder jetzt aus dem Gröbsten raus sind und ich mir vorstellen kann, als Vollzeit arbeitender alleinerziehender Vater mit neuer Frau glücklicher zu werden, kann sie weg"-Ansatz mag ein Selbstschutz deinerseits sein. Es könnte aber auch auf eine grundsätzliche Geringachtung Deiner Frau als Person hinweisen, die zu eurem angespannten Familienleben geführt haben könnte.
Dass Deine Kinder die Aggressivität Deiner Frau von dieser abschauen, kann sein, wird sich aber auch durch eine Trennung nicht zwingend ändern, da Du Deiner Frau die Kinder nicht vorenthalten kannst, auch wenn Du insgeheim darauf hoffst, dass sie sie ganz Dir überlässt.
Es gibt aber auch eine Form von Selbstbezogenheit, die auf andere Personen, die davon berührt werden, abstoßend und stumpf wirkt, was zu Überreaktion bzw. Aggression führen kann.
Ich spreche da aus Erfahrung.
Seit mein Ex weg ist, ist das Leben leichter und die Wut auf seine Selbstbezogenheit und fehlende Teamplayermentalität verraucht. Und eine ausgeglichene Mutter führte auch schlagartig zu ausgeglichenen Kindern. Hat mich damals auch überrascht.
Hast Du eigentlich die 10 Jahre, die Deine Frau beruflich nur mit angezogener Bremse vorankommen und nur 50% verdienen konnte, weil sie schwanger bzw. mit Kind(ern) in Teilzeit war, ihr gegenüber schon ausgeglichen, also ihren Verdienst- und Rentenverlust schon während der Ehe monatlich finanziell ausgeglichen? Oder muss das noch im Zugewinn- und Rentenausgleich erfolgen?
Ich war damals der Zahler in der Beziehung und glaub mir, das war teuer. Alles, was in der Ehe an Rücklagen gebildet werden konnte, ging letztlich an ihn. Und wir waren nicht halb so lange verheiratet.
Insofern wünsche ich Dir viel Glück für die kommenden Monate und Jahre. Wird ne harte Zeit werden. Aber wenn Deine Frau so ist, wie Du sie beschreibst, kommst Du nicht darum herum, ihr jetzt die Trennung zu eröffnen.