Zitat von SunnyStar: Die Beraterin fragte ihn dann sogar, warum er überhaupt mit mir zusammen sei, wenn die Situation so für ihn sei.
Hallo SunnyStar,
ich denke, die Beraterin wollte deinem Partner mit dieser Frage nicht nahelegen, sich zu trennen, sondern ihn auf positive Aspekte eurer Beziehung lenken - so nach dem Motto "so schrecklich wie berichtet kann es ja gar nicht sein, wenn Sie trotzdem mit ihr zusammen sind". Insbesondere systemische Therapeuten stellen gerne mal provozierende Fragen, es gehört quasi zum Handwerk, die Klienten zu verstören, um dadurch zum Nachdenken anzuregen. Es ist allerdings etwas unglücklich, direkt im ersten Termin sowas zu platzieren und offenbar hat sie auch den Beziehungsaufbau zu dir vernachlässigt.
Zur Paarberatung allgemein habe ich aus eigener Erfahrung gemischte Gefühle. Wir haben auch 1 Jahr lang eine gemacht und ich würde sagen, dass es bei uns die Dinge eher verschlechtert hat. Mein Ex-Partner ist sehr konfliktscheu, während ich immer diejenige war, die auf seine nonverbalen Signale reagiert hat, Dinge angesprochen hat und klären wollte. Mit Beginn der Therapie ist er mir noch mehr ausgewichen, wenn ich etwas angesprochen habe, um es dann in der Sitzung plötzlich geballt rauszuhauen und sich über dieses oder jenes zu beklagen. Sprich es hat dazu geführt, dass wir weniger statt mehr miteinander geklärt haben und sich erst recht Dinge aufgestaut haben. Das ist natürlich ungünstig und ich hab das auch in einer Sitzung angemerkt, dass es nicht sein kann, dass wir uns in den Sitzungen nur übereinander beschweren, und der Berater soll dann Recht sprechen. Wie Kinder, die sich gezankt haben und dann zu Mami rennen. Geändert hat sich dieses Muster leider trotzdem wenig.
Ich habe bei eurer Konfliktkultur Bedenken, dass ihr in ähnliches Fahrwasser geraten könntet wie wir.