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Trennung nach Sternenkind

Lebensfreude

Lebensfreude


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@phanero
erstmal mein Mitgefühl für deinen furchtbaren Verlust.
Ich wünsche dir, dass in der Klinik auch das Thema Trauer bearbeitet werden kann.
Dass du eine Trauergruppe gefunden ,hast ist der richtige Weg. Es gibt z.B. Aspetos Trauerforum.
Oder Foren für verwaiste Eltern.
Auch im ambulanten Hospizdienst arbeiten Trauer- Begleiterinnen.

Wie schon geschrieben wurde, gehen Frauen und Männer anders mit TRauer um.
Deshalb ist die Unterstützung durch Freundinnen und Familie so wichtig.

Es gibt ein hilfreiches Buch von Lothrup: Gute Hoffnung, jähes Ende.
Mittlerweile gibt es viele gute Bücher zum Thema TRauer.
Aber am wichtigsten ist das Sprechen über deinen Verlust.
Immer und immer wieder.

Dass dein Partner sich getrennt hat und Zeit für sich braucht, ist einerseits traurig, andererseits verständlich.
Viele Partnerschaften scheitern an so einer schlimmen Situation.

Ich verstehe auch gut, dass du lieber zu Hause wärest. In deiner Höhle sozusagen.

Der Tod deines Babys verändert alles: Dein Leben, deine Sicht auf die Welt. Nichts wird mehr sein wie vorher.
TRauer ist anstrengend für Körper, Seele und Geist. Nimm dir die Zeit. Weine, schreie, schimpf aufs Schicksal.

Und schreib hier weiter. Wir sind für Dich da.

Fühl dich umarmt und getröstet.

11.03.2021 10:46 • x 9 #31


Jane_1

Jane_1


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Mein herzliches Beileid für deinen Verlust. Alleine die Vorstellung treibt mir Tränen in die Augen, fühl dich bitte aus der Ferne gedrückt.

Gut, dass du gerade in einer Klinik bist und Unterstützung in deinem Schmerz hast.

Alles Gute.

11.03.2021 14:26 • x 2 #32



Trennung nach Sternenkind

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phanero

phanero


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Ich habe hier in der Klinik immer wen zum Reden. Seit gestern bin ich auch nicht mehr alleine auf dem Zimmer. Weiß nicht, ob ich das gut oder schlecht finde, aber auf jeden Fall kann ich jetzt nicht mehr den ganzen Abend telefonieren

Bin immer noch sehr aufgedreht. Klar, hier gibts Medikamente, aber das ist ja auch nur eine Übergangslösung. Ich hänge einfach total in der Luft und habe große Angst, dass die Zeit hier sich als eine Blase herausstellt, die beim Verlassen der Klinik platzt. Ich kann ja jederzeit gehen, aber wohin? Klar, ich mache bereits Pläne, wo ich unterkommen könnte, aber es fühlt sich einfach so falsch an.

So gerne würde ich einfach nur um meine Tochter trauern, einfach nur das. Ich habe das Gefühl, es ist mir nicht vergönnt.

Aber ich schreibe mir am Laptop die Finger wund, alles muss raus. Hab vorhin eine Gruppe versäumt deswegen. Hat mir aber keiner übel genommen...

Ich weiß, dass ich mir hier meine eigenen Gedanken machen muss, meinen Weg formen. Stattdessen bin ich gefangen in Hoffnungs und Hoffnungslosigkeit, Trauer und Liebe. Alles auf einmal.

Ich wäre so gerne in der Lage, einfach mit meinem Freund zu reden. Aber ich tue es nicht. 2 Wochen haben wir uns gegeben. Glaube, es sieht nicht gut aus...

11.03.2021 15:52 • x 3 #33


Vicky76

Vicky76


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Zitat von phanero:
und habe große Angst, dass die Zeit hier sich als eine Blase herausstellt, die beim Verlassen der Klinik platzt.

Vielleicht gibt es eine Art Tagesklinik oder ambulante Hilfe.
Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass man dich, in einer Blase nach Hause schickt.
Es gibt auch so viele Möglichkeiten und Pläne, die du machen könntest.
Ich persönlich, durfte 7 Monate, wegen einer drohemden Fehlgrburt, nicht aufstehen.
In der Zeit, habe ich mir Gedanken gemacht, wo ich auf jeden Fall hinreisen möchte, wenn ich das K
Kind verliere.
Ich habe mir alles im Internrt angeschaut, über verschiedene fremde Länder.
In der Situation, war es auch schwierig, mit dem Vater, ähnlich, wie bei dir.
Jeder hat eigene Wünsche, Vorstellungen und Träume.
Vielleicht fällt dir auch was ein, was du planen möchtest.
Ich finde, sowas gibt auch Hoffnung.
Muss ja nix besonderes sein.
Ein Tanzkurs, oder eine Sprache lernen.

11.03.2021 16:12 • x 2 #34


phanero

phanero


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Danke für euren lieben Zuspruch. Es tut so gut, solch warme Worte zu hören.

Ja, planen muss ich irgendwie. Ich arbeite daran, diesen Weg, der da vor mir liegt, nicht als Schritt rückwärts zu sehen.

Vielleicht wäre ein neuer Job ein Schritt raus aus der Krise. Damit könnte ich wirklich alles auf Anfang stellen, aber ohne schlechtes Gefühl. Ich saß wegen Kurzarbeit und Schwangerschaft sowieso monatelang nur zu Hause, hier wäre also wirklich ein neuer Weg möglich. Das baut dann auch gleich wieder auf, oder?

11.03.2021 22:55 • x 2 #35


Zweizelgänger

Zweizelgänger


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Ich verstehe deinen Gedanken mit dem neuen Job.
Ich war mal in einer sehr Kräfte rauchenden Phase und habe genau das gemacht. Ich habe Gas gegeben damit eine neue Zukunft entsteht.
Eigentlich war aber irgendwie der Wunsch nach Ruhe und Erholung in mir, aber das glaubte ich mir nicht gönnen zu können, da es ja vorwärts gehen muss.

Heute würde ich sagen, dass es besser gewesen wäre die Reise zu machen die ich im Kopf hatte.
Alles erstmal völlig zur Ruhe kommen hätte lassen sollen.
Neue Erlebnisse, Eindrücke und Bilder in meinen Kopf hätte lassen sollen, anstatt einem vermeintlichen richtigen Weg hinterherzulaufen.

Ich würde es heute jedenfalls so machen und wenn es das letzte Geld wäre das ich habe. Ich würde versuchen für mehrere Monate schöne Landschaften, Gerüche und eine andere Kultur zu erleben.
Neue Bilder und Gefühle aufzusaugen, um so komplett erneuert auch wirklich neu zu starten.

11.03.2021 23:34 • x 2 #36


Pinkstar

Pinkstar


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Zitat von Zweizelgänger:
Ich würde es heute jedenfalls so machen und wenn es das letzte Geld wäre das ich habe. Ich würde versuchen für mehrere Monate schöne Landschaften, Gerüche und eine andere Kultur zu erleben.
Neue Bilder und Gefühle aufzusaugen, um so komplett erneuert auch wirklich neu zu starten.


Sobald die Krise im Griff ist, solltest du das umsetzen. Ich bin ein Mensch, wenn ich mir was in den Kopf setze, mache ich es auch Und es tut jedes mal nur gut

Also setz dein Vorhaben um, sobald Corona im Griff ist

L G Pinkstar

11.03.2021 23:47 • x 1 #37


phanero

phanero


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Ich wollte mich nochmal melden. Bin immernoch in der Klinik, aber Freitag will ich hier wieder raus. Langsam geht es mir auf den Magen tagein und tagaus Brot essen zu müssen
Ja, aber und zu lache ich mal wieder, bin langsam wieder beisammen und muss nicht mehr ständig unkontrolliert heulen. Allerdings habe ich mir bisher kaum erlaubt, an mein Sternenkind zu denken, weil ich von hier aus irgendwie meine Zukunft regeln muss und das ist leider erstmal wichtiger.

Mit meinem Freund, also Ex, gab es heute eine kurze Aussprache hier vor Ort und in Anwesenheit zweier Therapeuten. Es hat das als Bühne für all die Probleme in unserer Beziehung genutzt und hielt erstmal einen Monolog. Es ging ausschließlich um ihn, seine nicht beachteten Regeln, seine Bedürfnisse. Ich habe das alles schon vorher x-mal gehört, er benutzt sogar die immer gleichen Phrasen. Kein Wort von unserer einstigen Familienplanung, unserem Kind. Ich hab dann vorsichtig versucht, das Gespräch mal darauf zu lenken, weil das doch schon das zentrale Thema ist im Moment.
Er hat es einfach von sich geschoben, so unglaublich distanziert, dass ich erschrocken bin. Ich fühlte seinerseits keine Empathie für mich und meine Trauer. Ja, ein totes Kind ist leider tragisch, aber er könne den Blick jetzt nur in die Zukunft richten, was geschehen ist, ist geschehen, er würde sich von mir nicht runterziehen lassen, aber ich hätte ja genau das versucht. Er dreht es um und sagt, ich hätte IHN alleine gelassen.
Die Beziehung geht für ihn auf jeden Fall nicht weiter, dafür wäre ich jetzt einfach zu instabil.
Und wie gesagt, es saßen noch zwei Therapeuten mit ihm Raum...

Kurz nach dem Gespräch verbrachten wir noch etwas Zeit miteinander. Plötzlich weinte er, er wäre so einsam ohne mich daheim, ich fehle ihm und wäre ja so präsent in seinen Gedanken. Trotzdem wollte er schon wieder um die immer gleichen Dinge streiten. Ich hatte wirklich keine Lust mehr dazu.

Das war alles ganz schön schräg...

Ich maße mir mal an, seine
Bewältigungsstrategie nicht als die gesündeste zu bezeichen... aber wer bin ich, ihm das zu erklären?

Ich habe mir hier in die Klinik auch meine Gedanken gemacht und die Trennung innerlich bereits akzeptiert. Das war ein ziemlich harter Prozess. Daher hat mich das Gespräch auch nicht wirklich aus der Fassung gebracht, sondern eher bestärkt. Ich weiß, dass es nicht leicht wird, Gefühle sind nunmal vorhanden. Trotzdem kann mir diese Beziehung mir auf lange Sicht einfach nicht gut tun. Unsere Wege gehen gerade so weit auseinander, dass sie vermutlich nur mit sehr viel Zeit und Reflektion wieder zueinander finden würden.

Den geplanten Paar-Therapie Termin sah er übrigens nur als eine weitere Möglichkeit, mir meine Fehler aufzuzeigen.

Das wars also in Sachen Beziehung. Ich gehe aber trotzdem davon aus, dass wir einigermaßen anständig miteinander auskommen werden, bis ich meine alte Wohnung wieder beziehen kann. Er will mich auch bestmöglichst unterstützen, damit alles organisatorische so einfach wie möglich bewältigt wird.

Solange ich artig kooperiere, versteht sich.

17.03.2021 01:04 • x 3 #38


Zweizelgänger

Zweizelgänger


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Was ihn betrifft, finde ich, dass er äußert ungesund klingt.

Was haben denn die Psychologen gesagt?
Ich nehme an Frau und Mann.

Lass es sich erstmal etwas setzen.
Ich würde dir übrigens empfehlen noch etwas zu bleiben.
Bleib lieber länger als zu kurz.

Du kannst ja gar nicht verarbeiten, wenn du nur am machen bist.
Das mag eine kurzfristige Strategie sein, aber dann hattest du von den Möglichkeit die du gerade hast eigentlich nix.

Alles Liebe dir

17.03.2021 01:13 • x 1 #39


Snipes

Snipes


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Zitat von phanero:
Solange ich artig kooperiere, versteht sich.


Das ist so traurig und sein Verhalten ist unter aller ... mir fällt da gerade kein Wort ein, was ich hier schreiben darf, aber ich denke Du weißt, was ich meine. Alles dreht sich um ihn und Du sollst auch noch verantwortlich für sein armes und kleines Leben sein? Unglaublich wie sich ein Mann in genau dieser Situation so verhalten kann, da fehlen mir die Worte oder wie gesagt behalte ich sie lieber bei mir, wenn ich so etwas lese. Dir wünsche ich ganz viel Kraft, ganz viel Selbstliebe und ich wünsche Dir so sehr, dass Du dein Sternenkind immer in deinem Herzen behältst und einen Mann findest, dessen Herz mit deinem im Einklang schlägt. Stay strong

17.03.2021 01:15 • x 4 #40


Vicky76

Vicky76


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Ich bin stolz, auf dich.
Ich sehe, du hast noch einige Baustellen, abet ich sehe, dass du optimistisch, in die Zukunft schaust.
Da kannst du dir schon richtig gut, auf die Schulter klopfen....!
Keiner von uns, würde so einen Verlust, den du hattest, einfach so weg stecken.
Zitat von phanero:
Bin immernoch in der Klinik, aber Freitag will ich hier wieder raus.

Das wird bestimmt, eine große Umstellung für dich.
Ich wünsche dir viel Kraft dafür!

Wenn es dir wirklich schlecht geht, oder du dir unsicher bist, in deinem Thread zu schreiben, scheue divh nicht, eine PN zu schreiben.
Vielleicht hast du dich schon mit jemandem ausgetauscht.
Wichtig ist, dass du dich nicht alleine fühlst, mit deiner Trauer, Sorgen und Ängsten.

17.03.2021 01:27 • x 2 #41


Unicorn68

Unicorn68


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Zitat von phanero:
Allerdings habe ich mir bisher kaum erlaubt, an mein Sternenkind zu denken,

Es kommt die richtige Zeit, wenn Du es zulassen kannst.
Jetzt noch nicht, für Dich.

Zitat von phanero:
Ich fühlte seinerseits keine Empathie für mich und meine Trauer

Für Euch! Er hat auch ein Sternenkind.

Zitat von phanero:
Plötzlich weinte er, er wäre so einsam ohne mich daheim, ich fehle ihm und wäre ja so präsent in seinen Gedanken.

Egoismus. Er hat das Exklusivrecht auf Dich verloren.
Er trauert um sich, seinen Verlust.

All das, nimm es mit, um Dich von ihm zu trennen.
Es tut mir so furchtbar leid, dass ein Sternenkind das Wahre von ihm gezeigt hat.

Vie haben über @Dönertier geschimpft, aber ich glaube, das es das ist, was er meinte.
Etwas holprig ausgedrückt.

17.03.2021 02:43 • x 3 #42


Zweizelgänger

Zweizelgänger


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Zitat von Unicorn68:
Egoismus. Er hat das Exklusivrecht auf Dich verloren.
Er trauert um sich, seinen Verlust.

Das kann sein, muss aber auch nicht.

Vielleicht glaubt er noch immer, dass er fremden gegenüber stark wirken muss.
Das Hauptproblem sehe ich aber leider darin, dass er dafür auch nicht davor zurückschreckt dich dazu zu benutzen und dir alle "Schuld" zuzuschieben.
Das meinte ich übrigens unteranderem mit ungesund.

17.03.2021 07:23 • #43


Unicorn68

Unicorn68


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Zitat von Zweizelgänger:
Das kann sein, muss aber auch nicht. Vielleicht glaubt er noch immer, dass er fremden gegenüber stark wirken muss. Das Hauptproblem sehe ich aber leider darin, dass er dafür auch nicht davor zurückschreckt dich dazu zu benutzen und dir alle "Schuld" zuzuschieben. Das ...

Spinnst Du?
Alles Weitere in PN.

17.03.2021 07:32 • #44


Pinkstar

Pinkstar


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Zitat von Unicorn68:
Spinnst Du?


Wieso? @Zweizelgänger könnte eventuell recht haben.
Das ist genauso, wie wenn man sich selber hasst und diesen Hass dann an seine Mitmenschen raus lässt. Quasi diese Umkehrschuld.

Da er, so wie ich es herauslese, nicht wirklich Mitgefühl hat, dass er ebenfalls ein Kind verloren hat, kann es sein, dass er das total verdrängt und die Probleme eben woanders sucht.

Gerade viele Männer können mit Trauer nicht wirklich umgehen, weil sie "den Starken" spielen wollen.

17.03.2021 08:13 • x 2 #45



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