Zitat von phanero:Mit meinem Freund, also Ex, gab es heute eine kurze Aussprache hier vor Ort und in Anwesenheit zweier Therapeuten. Es hat das als Bühne für all die Probleme in unserer Beziehung genutzt und hielt erstmal einen Monolog. Es ging ausschließlich um ihn, seine nicht beachteten Regeln, seine Bedürfnisse. Ich habe das alles schon vorher x-mal gehört, er benutzt sogar die immer gleichen Phrasen. Kein Wort von unserer einstigen Familienplanung, unserem Kind. Ich hab dann vorsichtig versucht, das Gespräch mal darauf zu lenken, weil das doch schon das zentrale Thema ist im Moment.
Er hat es einfach von sich geschoben, so unglaublich distanziert, dass ich erschrocken bin. Ich fühlte seinerseits keine Empathie für mich und meine Trauer. Ja, ein totes Kind ist leider tragisch, aber er könne den Blick jetzt nur in die Zukunft richten, was geschehen ist, ist geschehen, er würde sich von mir nicht runterziehen lassen, aber ich hätte ja genau das versucht. Er dreht es um und sagt, ich hätte IHN alleine gelassen.
Die Beziehung geht für ihn auf jeden Fall nicht weiter, dafür wäre ich jetzt einfach zu instabil.
Es geht um das.
Er schiebt ihr die Schuld für eigentlich alles zu.
Was gerade tatsächlich abläuft scheint er nicht zu sehen.
Anstatt sich mit der Situation auseinanderzusetzen, verlagert er alles auf eine Schuldzuweisung und Fehler in der Beziehung bzw ihre Fehler in der Beziehung.
Sein "Zusammenbruch" zeigt doch, dass er da alles emotionale versucht irgendwie wegzuschieben.
Seine gesamten Gefühle sind für ihn gar nicht zuortenbar.
Also muss irgendwas schuld sein.
Die Beziehung, seine Partnerin, die Welt, er aber sicher nicht, da er das Opfer ist.
Dass sie auch ein Opfer des Lebens ist, sieht er aber nicht, sondern verletzt sie zusätzlich, damit er irgendwie seine Gefühle unterbringen kann.
Wie gesagt, ich halte das für ungesund, aber man kann auch versuchen ihn ein bisschen zu verstehen, wenn man ihm zugesteht, dass er selbst mit der Situation völlig überfordert ist.
Eigentlich wäre es Aufgabe der Psychologen gewesen, genau diesen Aspekt in dem Gespräch anzusprechen.
Naja, ich hoffe, dass das vielleicht noch kommt.