Ich denke, dass das jeder kennt der in einer solchen Beziehung war, dass anfangs alles sehr harmonisch ist.
Man bekommt einfach das Gefühl, dass man den richtigen Menschen gefunden hat und man viele Interessen teilt und auf einer emotionalen Ebene liegt.
Ich hattte zB das Gefühl, dass die Beziehung zu Anfang völlig ausgeglichen war.
Es gab ein Nähe-Distanzverhältnis, das gestimmt hat, Interessen auf beiden Seiten die ausgeglichen waren und jeder sein Eigenes hatte sowie gemeinsame, auch sechsuell war es ein Geben und Nehmen, bei Streit wurde später darüber gesprochen und es gab auch Einsicht und Entschuldigungen auf beiden Seiten.
Irgenwann kippte das aber unmerklich und Reaktionen und Verhalten, sowie Stimmungswechsel, waren völlig gegensätzlich, passten mit der Anfangszeit nicht mehr zusammen und waren für mich völlig unverständlich.
Gewisse kleine ähnliche Reaktionen hatte es schon vorher in der Kennenlernphase gegeben, aber die hatte ich irgendwann als kleine Eigenheiten interpretiert und akzeptiert, ignoriert oder mir vielleicht sogar schöngeredet.
Für mich war das Hauptsaalproblem, dass diese Phasen sehr weit auseinander lagen, darüber, für mich, völlig normal gesprochen wurde, und es dann wieder über Monate völlig normal weiter lief.
Bis wieder eine neue Phase losging.
Durch diese Phasen, die in der Regel zu einer Trennung oder Beinahetrennung führten, entstanden irgendwann eine gewisse unterschwellige Unsicherheit, die dazu führte, dass ich sie in den guten Phasen, ab einer gewissen Dauer (ca 3 Monate) genauer beobachtete und auf Anzeichen eines neuen Kippens achtete.
Gleichzeitig beobachtete ich mich, damit ich keine Selbsterfüllende Prophezeiung kreiere.
Die Streits wurden aber von den Folgen besser. Was heißen soll, dass es nicht sofort zur Trennung kam, sondern sowas wie eine Übereinkunft gab, dass man gemeinsam diese Phasen durchlebt, versucht damit vernünftig umzugehen und Lösungen findet.
Leider gab es aber immer wieder unterschwellige Verletzungen, plötzliche völlige Kälte, Abwertungen und komplettes egoistisches Verhalten, als würde man gar nicht existieren.
Gespräch darüber waren kaum möglich, da sie sich selbst nicht verstand oder das als mein Problem darstellte.
Irgendwann wurde ich ständig müde, so dass ich zum Arzt ging und mich auf allen möglichen Blödsinn testen ließ, da ich zunächst keinen Zusammenhang mit der Situation herstellte.
Als ich den erkannte und mit ihr darüber sprach, verhallte das im Grunde.
Zum Ende hin wurden die Abstände der Phasen kürzer, der Egoismus extremer, die Kälte länger und die Abwertungen heftiger.
Ein Wir existierte quasi nicht mehr.
War eine Woche zuvor noch alles auf Zukunft ausgerichtet, gab es plötzlich nurnoch völlig unrealistische eigene Pläne von ihr.
Also zog ich mich, mit hinterlassen eines Briefes, in dem ich meinen Willen zur gemeinsamen Lösung und meiner Liebe erklärte, zurück.
Die Reaktion war - keine.
Stattdessen wurde ich 3 Wochen später, ohne Erklärung, ausgetauscht.
Ich denke, dass eines der Probleme ist, dass alles sehr schleichend geht, es sehr gute Phasen gibt, die sich plötzlich mit sehr schlechten Phasen abwechseln, man dann viel investiert und an den guten Phasen festhält.
Ich habe einfach dieses extreme Wir, mit dem plötzlichen Wechsel auf ein ausschließliches Ich, nie verstanden und im Grunde macht das, glaube ich heute, einem einen totalen Knoten im Kopf und Gefühl.
Diesen Knoten wieder zu entwirren ist eigentlich die Aufgabe.
Dabei spielen eigene Hoffnungen und eigenes Verdrängen genauso eine Rolle, wie die Gewöhnung (Sucht ähnliches Verhalten) an die Wechsel, mit der Gewissheit, dass alles wieder gut wird.
Genau diese Gewissheit war für mich eigentlich der schlimmste Teil, da ich innerlich immer damit rechnete, dass irgendwann wieder alles "normal" wird, da ich mich inzwischen an diese Aufs und Abs gewöhnt hatte, aber genau zu dem Zeitpunkt, als ich das für normal hielt, der Stecker endgültig gezogen wurde.
Da braucht man sich doch eigentlich nicht wundern, dass man völlig verwirrt, entkräftet und hilflos zurückbleibt.