Zitat von Ibims: ist es nicht so, dass uns politisch korrekt momentan immer erklärt wird, dass man alles abgelöst von irgendwelchem Kultur- und Religionseinfluss sehen soll, weil alles andere diskriminierend sein könnte?
In jeder Religion gibt es Fundis und Realos, wenn ich das mal so ausdrücken darf.
Entscheidend ist das Verhalten und wie es sich im täglichen Umgang miteinander auswirkt. Die TE hier schreibt, daß er zunächst mal mit ihr ins Bett ist, nach einer gewissen Zeit aber nur noch kuscheln wollte, sie auch nach über einem Jahr "Beziehung" noch nicht seiner Familie vorgestellt hat und daß es schon mehrfach zu kurzzeitigen Trennungen kam. Hinzu kommt ein bizarres Push-and-Pull-Gedöns: Mal zieht er sich zurück, dann zeigt er wieder Interesse - dies bevorzugt dann, wenn sie tatsächlich angefangen hat, eigene Wege zu gehen.
Es spielt keine Rolle, warum er dies tut - also ob es seinem kulturellen Umfeld oder schlicht einer Persönlichkeitsstörung gestundet ist:
Dieses Verhalten disqualifiziert ihn für eine ernstzunehmende Beziehung mit einer modernen europäischen Frau,
Ende Gelände.
Wäre der Mann deutscher Herkunft und einer fundamental-christlichen Gruppierung zugehörig und hätte sich so benommen, hätte die TE sich vermutlich gar nicht erst auf ihn eingelassen. Doch da er nicht-deutscher und muslimischer Herkunft ist, gab sie ihm nicht nur eine Chance, sondern tut sich jetzt auch schwer damit zu akzeptieren, was für ein totes Pferd sie da reitet. Das ist eine Form von positiver Diskriminierung, die sich nun rächt.
Es hat nichts mit Fremdenfeindlichkeit zu tun, wenn man sich einen Partner wünscht, der einem auf Augenhöhe begegnet und so akzeptieren
kann, wie man nun mal ist. Im Fall der TE hier also: deutschstämmig, ein paar Jahre älter, mit einem Vorleben, das sich auch in Form eines bereits vorhandenen Kindes zeigt, am Islam eher desinteressiert und darüber hinaus noch mit diversen Eigenschaften ausgestattet, die ihren ganz persönlichen Charakter, Ausstrahlung und Attraktivität ausmachen.
Diese Akzeptanz hat der "Freund" der TE von vornherein verwehrt. Er war derjenige, der eine Mauer zog, nicht umgekehrt. Warum, wieso, weshalb - dafür mag er seine Gründe haben, aber hätte die TE mehr Selbstbewußtsein, so hätte sie die Sache längst aufgrunddessen beendet bzw. gar nicht erst angefangen. Der Verlauf dieser Geschichte demonstriert letztlich nur, wie unmöglich es ist, ohne gegenseitige Akzeptanz eine Beziehung auf Augenhöhe zu führen.
Fakt ist auch, daß der "Freund" sich nicht ändern kann, will und wird. Nirgendwo ist erkennbar, daß er auch nur ein Problem in seinem Verhalten sieht, oder vorhat, etwas daran zu ändern. Damit ist der Drops gelutscht und so leid es mir für die TE tut, aber sie wird diesen Kontakt - der für mich übrigens eher Affairen- als Beziehungscharakter hat, da der Typ sich nicht offen zu ihr als Partnerin bekennt - als Griff in die Kloschüssel und ihre Erfahrung damit als Lehrgeld verbuchen müssen.
Je eher sie das tut, desto besser wird sie damit abschließen und sich stattdessen von jemand finden lassen, der sich nicht daran stört, daß sie der deutschen Kultur entstammt, ein paar Jahre älter ist als er und auch ein - für Westeuropäer völlig gewöhnliches - Vorleben hat.