Zitat von Onelli: Eine Fernbeziehung ist für mich keine Option da sie schon seit 2,5 Jahren emotional kalt zu mir geworden, sie sagt sie liebt mich aber dieser Ort mache sie krank. Deshalb würde sie sich verschließen, da ich aber nun auch schon so lange unglücklich mit der Situation bin, habe ich den Glauben daran verloren, daß es jemals wieder gut werden kann. Mein Verstand sagt mir ich muss sie ziehen lassen und damit abschließen aber mein Herz wird gerade dadurch zerrissen. Wie gesagt ich liebe sie wirklich über alles.
Wieder einer der viel zu gutmütigen Männer, die für alles eine Lösung suchen und finden. Und dann passt es doch nicht! Erst zieht sie Knall auf Fall mit Dir zusammen, neigt offenbar zu unüberlegten Handlungen. Jetzt passt es wieder nicht weil sie kein Auto fahren kann und auf dem Dorf ohne Laden festsitzt.
Dir erzählt sie, dass das alles an ihrem unglücklichen und eintönigen Leben auf dem Dorf liegt, was natürlich allenfalls die halbe Wahrheit ist. Die Wahrheit ist wohl eher, dass ihr das gemeinsame Leben auf den Seier geht und der Wohnort nur der Vorwand ist. Dir schwant, dass die ganze Beziehung schon lange in Schieflage ist und Du bemerkst (endlich), dass Du unglücklich und vermutlich der Depp vom Dienst bist, der den sinkenden Kahn immer noch flott halten will.
Das mit dem zerrissenen Herzen scheint nur anfangs, wenn die grausame Realität zuschlägt, nicht aushaltbar zu sein. Auf lange Sicht wird sich Dein Herz beruhigen und Du wirst merken, wieviel Stress und seelische Nackenschläge Du Dir erspart hast, indem Du sie ziehen lässt. Dein Verstand weiß Bescheid, aber die Gefühle jammern und klammern sich noch an eine Illusion von Glück, das nicht kommen wird, was wiederum der Verstand sagt. Die beiden Instanzen in Dir rangeln miteinander und das ist alles andere als einfach.
Aber ich glaube, im Endeffekt ist diese Frau kein allzu großer Verlust und ihr Fernsein wird sich förderlich für DEIN seelisches Gleichgewicht auswirken, auf das Du in den letzten Jahren vermutlich viel zu wenig geachtet hast, weil Du ja einen mit vielen Personen überladenen Kahn über Wasser halten musstest.