Zitat von juliet:
guten Morgen, das ist ganz und gar nicht zutreffend. Es gibt weltweit zehntausende von positiven Gegenbeispielen. Mach dich vielleicht mal über Al Anon schlau .
ich war bei denen einige Jahre lang, somit denke ich schon, dass ich aus eigener Erfahrung sprechen kann !
gestern meintest du noch, du seist nicht coabhängig. ob du >>Beziehungssüchtig<< bist oder nicht, vermag ich nicht zu sagen, aber du solltest das empfohlene buch vielleicht wirklich einmal lesen, um dann zu entscheiden, ob es etwas für dich ist. Ich glaube, googlen reicht da nicht
Als ich gestern ins Spiel brachte, dass zuerst an Narzissmus gedacht hatte, mir ein Psychologe gesagt hatte, ich sollte mal über Asperger nachdenken, ich mir aber sicher bin, dass das Hauptproblem der Alk. ist. warst nicht Du diejenige, die mir erklärt hat, ich soll aufhören Diagnosen zu stellen und mich selbst unter die Lupe nehmen.
Liebe Juliet, Du kennst einen Bruchteil dieser Geschichte. Du kennst einen Bruchteil MEINER Geschichte, wer ich bin, wie ich bin, was ich alles erlebt habe und ich muss sagen, ich bin seit Jahren mit mir selbst und meinen "Defiziten", "Problemen" beschäftigt und bin auf einem guten Weg. Ich habe von einer professionellen Beratungsstelle eine genaue Aufklärung über Co-Alkoholismus bekommen und ebenfalls die Vergewisserung, dass ich nicht co-abhängig bin. Nachdem hier gestern alle auf mich eingeredet haben, bin ich tatsächlich bereit, mir dieses Thema noch einmal zu Gemüte zu führen und mich noch einmal damit auseinanderzusetzen. Beziehungssucht habe ich gestern eingehend gegoogelt und bin auf mehrere, aber dann doch immer wieder sich deckende Punkte gestoßen. Und da ich weiß Gott sagen kann, dass ich - schon aufgrund meiner Berufe - selbstreflektiert bin, kann ich auch sagen, dass ich gerade in den letzten Jahren an einigen davon massiv gearbeitet habe und das für mich nicht mehr zutrifft. Ein Buch zu lesen und dann darauf hin die Weisheit zu erlangen. ist etwas dünn. Aber ja, ich werde mir das Buch holen und lesen, vielleicht erlange ich ja wirklich so bahnbrechende und neue Erkenntnisse für mich, die mein Leben von 0 auf 100 bereichern. Ich bin sehr dafür, zuerst bei sich selbst nachzusehen. tatsächlich war es meine Therapeutin, die irgendwann mal gesagt hat, dass ich damit aufhören soll, weil dieses ständige Hinterfragen meiner Persönlichkeit schon fast zerstörerisch ist.
Ich bin bei Dir, mir meine Anteile anzusehen, warum ich Suchtkranke in mein Leben ziehe. Eine Beziehung wäre mit ihm aber trotzdem nur sehr schwer möglich. nur, wenn ich mich komplett aufgeben (wozu ich nicht bereit bin), weil er alle Verhaltensweisen an den Tag legt, die typisch für das Krankheitsbild sind. Um mit ihm zusammensein zu können würde bedeuten, dass ich mich in Richtung Selbstzerstörung verändern müsste. Eine normale, gesunde Beziehung ist mit mir viel eher möglich, als mit ihm. Und zwar deswegen, weil ich nicht DIREKT von der Substanz Alk. abhängig bin. Weil ich mit meinem Gefühlshaushalt umgehen kann und weil ich Gefühle, Emotionen, Bedürfnisse verbalisieren kann. Das kann er nicht. Und nicht nur das, er kann sein Gegenüber auch nicht wirklich wahrnehmen. Er hat keinerlei Empathie. Und das ist das, was so Leute wie ich zu viel haben, nämlich schon ungesund zu viel. Und hier liegt einer der springenden Punkte - Abgrenzung. Wie weit lasse ich mit mir gehen, wo sind meine Grenzen. Ich will ihm ja auch nicht helfen, sondern ich habe längst verstanden, dass er es nur selbst verstehen kann. Ich habe allerdings schon - und nenne es co-abhängig - aus reiner Nächstenliebe alles in meiner Macht stehende getan, um ihm sein Verhalten aufzuzeigen. in Gesprächen, in Nachrichten,zuletzt in einem Prospekt der Beratungsstelle und einem Buch, das die mir über Alk. mitgegeben haben. Mehr kann ich nicht tun, ich weiß das auch. Wäre ich nicht co-abhängig, wenn ich das nicht getan hätte? Also gesagt hätte, friss oder stirb, es ist Dein Leben? Nein. wenn mir jemand im Suff erklärt, er will sich umbringen, dann habe ich schon die moralische Verpflichtung, darauf zu reagieren. Es ist Gott sei Dank nur einmal vorgekommen. aber irgendwann ist der Moment da, wo man einfach den Krankenwagen ruft.
Ich bin gegangen. deshalb bin ich ja trotzdem nur ein Mensch mit Gefühlen. Mein Herz schreit danach, bei ihm zu sein. Und mein Kopf und Verstand sagen, "well done, Mädchen. lass den Typ weiterziehen".
Und wenn wir schon bei Literaturtipps sind. Byron Katie - Lieben was ist. hat mir vor Jahren ganz gut geholfen und scheint meines Erachtens nach auch zu Dir zu passen.
Ich weiß, dass Du es nur nett meinst. und welchen Trigger Du auch immer bei mir drückst. aber dieses "Ich weiß was mit Dir los ist. " damit tu ich mir sehr schwer, denn Du kennst mich überhaupt nicht. Bist Du Psychologin? Bis Du Therapeutin? Bitte sei auch Du vorsichtig mit Deinen Diagnosen.