Zitat von Leony: Also das größte Problem ist meine negative Einstellung im Moment, die ich gegenüber meiner Neuen Umgebung habe.
So neu ist diese Umgebung nicht, denn Du lebst dort bereits seit 3 Jahren, hast dort? geheiratet (das ist mir nicht so klar geworden. Oder habt Ihr Euch in den 2 Jahren vorher getraut?) und ein Kind gezeugt.
Für mich ist es ein wenig befremdlich (und ich meine das genauso und nicht als Vorwurf!), wenn eine gestandene Frau und Mutter Heimweh nach Familie und Freunden hat, die "nur" 100 km entfernt wohnen.
Ich finde es befremdlich - das heißt aber nicht, dass ich es nicht nachvollziehen kann. Allerdings frage ich mich, was zuerst da war: Deine Unzufriedenheit in der Ehe und mit Deinem Mann oder tatsächlich die Sehnsucht nach "Zuhause". Hättest Du zweiteres nicht absehen können, bevor Du heiratest und ein Kind bekommst?
Natürlich darf man sich aus einer Ehe lösen und sich trennen. Aber tatsächlich bin ich ein wenig altmodisch und der Ansicht, dass man nicht mehr die Nummer 1 im eigenen Leben ist, sobald ein Kind da ist. Das heißt um Himmels Willen NICHT, dass man seine eigenen Bedürfnisse immer und überall hintenan stellen sollte, gar nicht. Aber mit der Entscheidung für ein Kind übernimmt man auch die Verantwortung; 18 Jahre lang.
Dieses Euer Kind gehört nicht Dir, sondern ist genauso ein Teil Deines Mannes. Du kannst Dir verständlicherweise nicht vorstellen, eine ganze Woche ohne Deine Tochter zu sein - Dein Mann kann das vermutlich genauso wenig. Und nun? Augsburger Kreidekreis?
Würdest Du Dich in der neuen Heimat in einer schicken Wohnung, aber getrennt von Deinem Mann, wohler fühlen? Hätte den Vorteil, dass Ihr die Kindsbetreuung flexibel gestalten könntet (!gehören ja zwei dazu, die sich einigen)
Wäre die neue Heimat für Dich okay und annehmbar, wenn Deine Ehe gut und liebevoll wäre?
Wäre es für Dich eine Option, bei einer Trennung Richtung alte Heimat zu ziehen; so halbe Strecke?
Wäre es okay für Dich, wenn Du zwar in der alten Heimat wohnst mit Familien und Freunden um Dich, aber dann Deine Tochter für ne Woche abgeben zu müssen? Gut, mit KiTa-Alter müsste eh ne andere Lösung gefunden werden; aber bis dahin ist es ja noch was hin.
Es sei denn, sie käme in eine Krippe; dann müsstest Du sie jetzt schon 8 Stunden abgeben. Das machen viele Mütter und ich finde das auch völlig legitim. Genauso legitim, wie ich es finde, wenn Mütter die ersten 3 Jahre ihres Kindes unbedingt selber betreuen wollen.
Kommen wir zum nächsten Punkt: Du bist in Elternzeit. Kannst Du in Deinen Job zurück und wo genau ist der? Nähe der alten oder der neuen Heimat? Was ist da für Dich praktikabel? Dein Mann ist für Euer Kind unterhaltspflichtig, für Dich aber nur bedingt. Nachehelicher Unterhalt wird im Fall einer Scheidung eher nicht oder wenig anfallen.
Ich persönlich glaube nicht, dass Deine Grundunzufriedenheit mit dem Wohnort zu tun hat. Die ist eher ehebedingt.