Meine Trennung ist heute genau 3 Monate her.
Für alle, die noch ganz am Anfang stehen, möchte ich ein paar Worte niederschreiben, wie es bei mir so verlaufen ist bisher. Natürlich ist es bei jedem individuell und auch ein genauer Zeitrahmen lässt sich nicht bestimmen. Aber vielleicht gibt das einigen ein wenig Trost.
Am Anfang, unmittelbar nach der Trennung, dachte ich, ich würde mich für immer so fühlen. Ich habe nur geweint, verstand das alles nicht und dachte, ohne ihn wolle ich nicht mehr. Ich habe nichts mehr gegessen, nicht mehr richtig geschlafen und nur von ihm geträumt, das Gedankenkarussell drehte sich 24/7, Ich hatte Herzrasen und eine extreme innere Unruhe. Habe irgendwie versucht, weiterzumachen - arbeiten gehen, raus, mit Freunden treffen (soweit möglich). Die körperlichen Symptome sind nach ca einem Monat soweit abgeklungen. Langsam konnte ich wieder mehr essen und die Unruhe und das Herzrasen beschränkten sich auf morgens. Was sich weiterdrehte, war das Gedankenkarussell. Als ich dann erfuhr, dass jemand anderes/neues im Spiel war/ist, ging alles wieder von vorne los. Allerdings klang es diesmal nach bereits 2 Wochen wieder ab.
Der Gedanke, der mich permanent begleitete, war der, dass ich das irgendwie schaffen werde. Dass ich wieder glücklich sein werde und lachen kann, auch ohne ihn. Daran habe ich mich in jeder dunklen Sekunde festgekrallt. Was wirklich hilft, ist reden. Reden, reden, reden. Und wenn es zum 1.000sten mal das selbe ist. Einfach raus mit den Gedanken, oder auf Papier.
Nach 7 Wochen konnte ich endlich wieder eine Nacht durchschlafen. Das hat mich so beruhigt, dass das schlafen seitdem wieder klappt. Je mehr Nächte vergehen, desto mehr vergehen auch die Träume. Sie reißen mich auch nicht mehr so raus, wie zu Anfang.
Ungefähr nach 2 Monaten habe ich auch bemerkt, dass mal mehrere Minuten vergehen, in denen ich nicht an ihn denken musste. Ich habe mir jeden noch so kleinen Fortschritt immer wieder ins Gedächtnis gerufen. Auch die Momente, in denen man denkt, was für ein Ar*** der/die Ex ist, zählen als Fortschritt.
Nach der ersten Zeit der Vernebelung habe ich auch für mich selbst viele Dinge herausgefunden, die ich für mich will und in Zukunft anders machen möchte. Ich arbeite an mir selbst. Konzentriere mich auf MICH.
Und siehe da, 10 Wochen nach der Trennung, fahre ich nach einem schönen Tag mach Hause und bemerke, dass ich den ganzen Nachmittag nicht einmal an ihn gedacht habe. Das schrie förmlich nach Party.
Jetzt, wo es 3 Monate sind, hänge ich seit dem Wochenende in einem Tief. Habe sogar mal wieder geweint und denke oft an ihn, die Gedankengänge ähneln stark denen, die ich auch immer im Gedankenkarussell hatte.
Naja, es soll auch nicht so lang werden hier. Will nur denjenigen Mut machen, die denken, man kommt da nicht raus: es ist machbar. Es dauert lang, es tut verdammt weh und ich bin auch noch nicht durch. Aber ich merke: es wird besser. Auch, wenn es nur klitzekleine Dinge sind, die sich bessern. Nach etwas Abstand sieht man, welcher Teil des Bergs bereits hinter einem liegt. Stelle ich mir vor, wo ich anfangs stand und wo ich jetzt bin, sind das Welten.
Also, bitte gebt nicht auf.
Was mich leitet, von Anfang an, ist die Hoffnung. Nicht die Hoffnung, dass der Ex zurückkommt, nein! Die Hoffnung, dass alles sich für MICH genau so fügen wird, wie es sollte. Dass ICH mein Leben glücklich gestalte und immer bei MIR bleibe.
Trotz "Monatstag" heute 4/10.