Zitat von alptraum:Könntest du dir vorstellen, dass deine 24 Jahre Freundschaft plötzlich kaputt gehen würde? Wenn man plötzlich einen langjährigen Partner ...
Vor allem wenn der Partner der beste Freund gewesen ist, und kein einziger Mensch näher als er. Es ist wirklich ein Teil von einem selbst, das plötzlich amputiert wurde. Ich habe keine solche Freundin, die mir so fehlen würde, keine, die mich so verletzen könnte, keine, die ich mir zurück wünschen würde, sollte sie mein Vertrauen missbrauchen. Aber bei ihm ist es so. Meine erste Trennung ist mir nach 18 Jahren Beziehung passiert (das davor zähle ich nicht, da war ich es, die ging, tut echt viel weniger weh), und war schlimm genug. Ich dachte das ist ein Mensch, der bei der Geburt unserer Kinder dabei war. Etwas schöneres und intimeres werde ich nie wieder mit jemandem teilen können. Kinder, Heirat, Hausbau.... Und dann war er aufeinmal weg, eine Woche nach unserem Urlaub hieß es er will sich trennen, dann 3 Wochen der Qual und sein Auszug. Ich litt wie ein Hund, 16 kg waren um null Komma nix weg. Auf der Arbeit kamen manche extra vorbei, um es mit eigenen Augen zu sehen, was für ein Hungerhaken ich plötzlich geworden bin (war 3 Wochen daheim). Ich ging monatelang nicht ohne meine Sonnenbrille raus, weil ich die Tränen nicht kontrollieren konnte. Mein liebster Ort war mein Bett. 10 Tage nach seinem Auszug musste ich meine Katze beerdigen und vor langer Zeit geplanten Kindergeburtstag meiner Tochter feiern, natürlich alles allein organisieren, denn er wollte mich keine Sekunde sehen. Ich denke meinen Anblick damals konnte er nicht ertragen. 2 Monate später bin ich mit den Kindern in Urlaub geflogen, das war eigentlich unsere Hochzeitssreise zum zehnjährigen gewesen, haben wir 3 Monate vor der Trennung gebucht. Ich bat ihn uns zum Flughafen zu bringen, hat er abgelehnt. Überhaupt wollte er nie etwas helfen. Mittlerweile ist alles okay, ich kann inzwischen damit leben und habe definitiv keine Gefühle mehr für ihn. Mein jetztiger Ex hat mir insofern geholfen, dass ich die spätere Erkenntnis, dass ich offenbar betrogen und belogen wurde einigermaßen gut verarbeitet hatte und keinen Rosenkrieg anfing, war nämlich kurz davor. Ich tat mir damals schon sehr schwer damit das Vertrauen neu zu fassen, mich wieder fallen zu lassen und an ein Happy End zu glauben. Und wo stehe ich jetzt? Die Wiederholung und Schmerz hoch zwei. Was will mir das Leben damit sagen?