Zitat von alleswirdbesser:Ich habe hier auch so meine Verständnisprobleme. Denn mit Freunden führt man doch grundsätzlich eine wertschätzende Beziehung/Freundschaft. Man führt tiefergehende Gespräche, hat aber auch Spaß, blödelt manchmal rum oder tröstet sich in Not, ist für einander da. Selbst wenn man nicht Dauer präsent ist, so ...
@Solskinn2015
@Haeschen
@S4lamander
alleswirdbesser , wenn das deine Beschreibung für Freundschaft ist, dann wollen wir die Verbindung mal so nennen. manche haben hundert Freunde, die in Wirklichkeit nur flüchtige Bekannte oder virtuell auf Facebook sind, für andere eben so ähnlich wie ein Familienmitglied.
bei der Aufarbeitung der Beziehung haben wir festgestellt, dass eigentlich ich mehr Gründe gehabt hätte, die Trennung auszusprechen als sie.
wesentlich hierbei die Seminare von ihr, die viel Zeit aus der Beziehung gestohlen haben, aber auch schon fast ein Doppelleben vor ihr war, ich hier nie Einblick hatte und es schon viel Vertrauen bedurfte, seine Partnerin laufend alleine in Hotels unter vielen andern Seminarteilnehmern zu wissen. selbst Urlaube im Ausland fanden in dieser Gesellschaft 2x jährlich statt. ihr vorheriger Partner trennte sich deswegen. das dazu.
auch war ich nicht Nr.1 bei ihr, sondern nach Kinder und Seminaren etc. Nr.3.
ich war an ihrer Entwicklung interessiert, stand auch sonst immer unterstützend und zuwendend hinter ihr, für mich war da von ihr oft zu wenig übrig. ihre Zeit und Energie floss in ihre Arbeit, Kinder, Seminare, Musikstunden.. da war ein Ungleichgewicht, ganz klar, schon alleine dadurch, dass von meiner Seite mehr Zeit und Energie vorhanden war.
und mit der Leidenschaft war es nach dem ersten Jahr auch ziemlich bald vorbei, in dem Punkt von meiner Seit schon eher.
dennoch gab es immer wieder gemeinsame Unternehmungen, mit oder ohne Kinder. oder meine vielen Besuche bei ihr, die gemeinsame Zeit, so ist es nicht, dass alles zu wenig war.
eine "Telesprechstunde" hingegen war täglich ausreichend vorhanden und tragend für unsere Beziehung. im Vergleich dazu, was viel Ehepaare lt. Statistik täglich wirklich außer Organisatorisches mit einander reden, war hier viel Inhalt.
insgesamt hätte ich mir aber eine engere Beziehung mit mehr Inhalt, Zuwendung und Gemeinschaftsprojekte .. aber auch Ausflüge gewünscht.
damit kein Missverständis aufkommt: es ist nicht so, dass sie mich absichtlich vernachlässigt hätte oder mich zu wenig geschätzt hätte. sie war einfach am Limit. letzlich hätte sie ihre laufenden Seminare und Reisen mit der Gruppe aufgeben müssen, um ein Gleichgewicht herzustellen.
das andere Defizit war die geringe Leidenschaft auf beiden Seiten und Bindungsfähigkeit von ihr.
von dem her: zu wenig für eine Beziehung, aber menschlich zu viel, was uns verbindet.
Verletzungen gab es durch die Trennung, aber keinen Streit, wir sind im Guten auseinander.
Wut, Schuld,.. beide wollten wir eine Beziehung führen, sind uns aber einig, dass es dazu nicht reicht. siehe oben. sie muss keine Schuldgefühle haben und ich bin nicht mehr wütend, alles geklärt. das ist eben der Punkt: Verletzungen gibt es somit richtig gesehen praktisch nicht, keine Zurückweisung oder angekratztes Selbstbewußtsein.
daher ist eine tiefgründige Freundschaft genau das richtige für uns. das passt auch in ihren Zeitplan und wir erhalten uns die Dinge, welche tragend in der Beziehung waren - nicht nur Telefon. wie gesagt, keine "lass-uns-Freunde-bleiben" nach einer Trennung, sondern bewußte Entscheidung. klar müssen wir uns in dieser Rolle neu finden, doch es eilt ja nicht und kommt auch mir zugute, um mich von dem Trennungs-Stress (nicht Wunden) der letzten Wochen zu erholen.
S4lamander , was oft so ist, ist bei uns eben nicht so, wie so oft.
nach den meisten Beziehungen vor mir, war nach dem Schluss wirklich Schluss und eine Kontaktsperre brauchte es nicht, weil ohnhin keiner Interesse an eine weiteren Kontakt hatte.
allerdings unterhalte ich zu meiner Ex-Ehefrau (längst wieder verheiratet) schon seit vielen Jahren eine Freunschaft, treffen uns, telefonieren, schreiben oder kommt mal zu Besuch. die Scheidung war einvernehmlich und gefühlsmässig war da nichts mehr. es funktioniert also doch, wenn es beide wollen.