Guten Morgen zusammen,
Zitat von Herbstmonat: Ich frage mich, ob das mit dem Gedanken verpacken und ablegen nur Verdrängung ist oder Verarbeitung
DAS frage ich mich auch oft. Wenn Gedanken kommen ist es für mich manchmal ungewiss, wieviel ich mich damit beschäftigen sollte. Lasse ich zu viel zu, bewege ich mich in die falsche Richtung. Mache ich zu wenig, dann habe ich das Gefühl verdrängt zu haben.
Ich versuche im Moment das "Was wäre wenn" Spiel zuzulassen: War wäre denn wenn es nicht zum Ende zwischen AF und mir gekommen wäre? Und da kommt dann ganz schnell die Realität: Denn dann hätte ich insbesondere am Wochenende kaum bis keine Zeit für Gespräche. Ich würde sie hinhalten. Das wäre unfair. Das möchte ich nicht mehr. Was wäre wenn sie sich jetzt meldet und sagen würde: Lass uns durchbrennen? Vor einem Monat hätte ich vielleicht impulsiv alles stehen und liegen gelassen. Ohne nachdenken. Heute? Würde ich sie fragen, warum sie jetzt Wunden aufreißt. Und trotzdem bin ich ab und an kurz davor mich zu melden. Und jetzt kommt das, was die ganze AF Geschichte mir am Ende als einzig Positives gebracht hat: Die Auseinandersetzung mit mir selbst. Die findet aber erst statt, seitdem mit AF Schluss ist. Leider. Denn so weit hätte es nicht kommen müssen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich in einer Art Midlife Crisis bin. Und wenn jetzt Ende des Monats die Paartherapie mit meiner EF beginnt, wird es für mich auch spannend. Denn das Ergebnis ist für mich noch nicht klar. Habe ich mich aufgrund des Fluchtgedanken aus dem Alltag einer AF zugewendet? Oder gibt es zwischen meiner Frau und mir unüberwindbare Hindernisse, die nach all der Zeit zur Trennung führen müssen? Ich bin froh, dass wir bereits vor dem Start dieser Paartherapie angefangen haben zu sprechen und an uns zu arbeiten. Denn es hat Effekt. Aber das muss sich dann auch beweisen wenn es mal wieder schlechter läuft. Für mich ist nur wichtig: Wir müssen ernsthaft probieren, dass auch hinzukriegen. Dazu gehört von meiner Seite auch, dass AF aus meinem Kopf verschwindet. Ist nicht leicht. Wird aber besser.
Zitat von Herbstmonat: Im Moment gilt für Dich: Durchhalten. Es gibt ja keine Alternative.
Genau das ist es im Moment. Zeit ist das Einzige, was mir hier in die Karten spielt.
Zitat von ma24: Sie spürt natürlich, dass ich unzufrieden bin, körperliche Symptome entwickele.
Zitat von ma24: Jeder erstmal für sich. Irgendwann treffen wir uns dann. Locker, ohne Druck.
Es scheint bei bei euch ja aber dann doch die Atmosphäre zu herrschen, dass es zu Gesprächen kommen wird. Immerhin. Und auch wenn es aus ihrer Sicht kaum Dinge gibt, die zu verändern sind, so ist es ja ein Anfang. Ich kenne es von meiner Frau: Sie muss auch manchmal erst verstehen, dass mir manche Dinge so wichtig sind oder geworden sind, dass sie für uns als Paar existenzbedrohend sind.
Und zum Schluss:
heute morgen sage ich mal 3/10. Mir geht es gut. Vielleicht gewöhne ich mich aber einfach auch an das flaue Gefühl im Bauch. Peaks zum Vollausschlag kommen ab und an. Sie werden aber weniger. Gestern Nachmittag war ich für 2 Stunden alleine. Das war schwer.
Zitat von Lukrethia: und niemand ist da, mit dem ich mich über die Erlebnisse austauschen kann und der mich umarmt und mir etwas zu essen macht
Ich muss mir hier dann schon eingestehen, dass ich mich hier glücklich schätzen sollte. Ich muss in den schlechten Momenten mich dann darauf besinnen, dass ich eigentlich alles habe, was ich brauche und möchte. Ich sollte nur einfach zufrieden sein. Und so schließt sich der Kreis zur Midlife Crisis
