Zitat von milano30:Schmerz ist ein Teil des Lebens. Krisen lassen uns wachsen. Sich nicht mehr tiefer auf eine Beziehung einzulassen, finde ich für Dich sehr schade. Schnelllebigkeit hin oder her, wieso glaubst Du, dass Du Dich dem anpassen musst/solltest? Wieso zum Getriebenen werden? Damit der Schmerz mich vermeintlich nicht mehr erreicht?
Hast Du denn das Gefühl aus Deinem Schmerz, Deinen Erfahrungen etwas für Dich mitgenommen zu haben, außer das oben gesagte?
Und ja auf mich wirkt es abgestumpft, aber vor allem, dass Du keinen Umgang mit Deinem Schmerz entwickelt hast, der zu Akzeptanz geführt hat ohne Verlust an Bindungsfähigkeit. Wie gesagt, es liest sich so, kann ja ganz anders sein.
Der Trennungsschmerz oder die Nachwirkungen nach einer gescheiterten Beziehung sind kurzzeitig nachvollziehbar und akzeptabel, dauerhaft aber eher hinderlich und störend, kraftraubend und nicht unbedingt nötig. Ich habe für mich akzeptiert, dass jede Form von Beziehung und Partnerschaft nun einmal endlich und nicht endlos ist. Dadurch habe ich den Vorteil, dass wenn ich in einer bestehenden Beziehung, gleich welcher Form auch immer, bin, dass ich diese auch vollumfassend genieße und den Moment glücklich erlebe. Ebenso die nachfolgende Zeit, bis es dann u.U. wirklich mal vorbei ist, warum auch immer.
Schmerz, bezogen auf Trennungen, erreicht mich tatsächlich nicht mehr oder nur sehr abgeschwächt. Den kann ich auch nicht gebrauchen, weil er mich persönlich eher behindert als voranbringt. Wenn ich jahrelang einer gescheiterten Beziehung nachtrauere, würde mich das in meiner Lebensqualität auch nur negativ beeinträchtigen. Was helfen Gedanken an das Vergangene? Es sind Erinnerungen, nicht mehr, nicht weniger. Sie sind vorbei. Was aber jetzt ist oder morgen kommt, das ist nicht vorbei. Da habe ich Einflussmöglichkeiten, Gestaltungsmöglichkeiten etc. Was in der Vergangenheit ist, ist Geschichte. Ich kann da vielleicht auch was draus lernen oder auch eben nicht. Aber das ist auch schon alles.
Ich lasse keinen (Herz-)Schmerz an mich rantreten, die Akzeptanz, dass alles endlich ist, hilft mir generell, nicht nur in Liebesdingen und Beziehungen, auch im Alltag, im Beruf und auch in meinem persönlichen Bereich. Und die schnelllebige Zeit forciert das eher noch, als das es bremst. Das gehört heutzutage zum Naturell unserer Gesellschaft und Zeit. Vielleicht kommen mal eines Tages andere Zeiten, andere Denkmuster, andere Handlungsweisen. Momentan ist es so, wie es ist. Anpassung ist das Schlüsselwort und für mich die bisher beste Lösung, die sich ergeben hat. Man kann gegen Strömungen schwimmen und ich mache auch nicht alles einfach stumpf mit. Natürlich gibt es auch bei mir Grenzen, Ziele und persönliche Wünsche. Sie werden mich aber nicht dazu verleiten, in Wunsch- und Tagträume zu versinken oder umgekehrt, in Trauer und Schmerz abzudriften. Das hat noch nie geholfen und ist auch unsinnig, weil es permanent ausbremst und hinderlich ist. Oder wie man früher so schön sagte, wenn man mal eine Niederlage einstecken musste: Mund abputzen und weitermachen.