Zitat von Brückenamfluss:Durch unklare Elternbeziehungen können multiple Problemlage und genau daraus entstehen dysfunctionale Elternkindbeziehungen und viel schlimmer eine unsichere Haltung zu sich selber.
Was sind denn für dich "unklare" Elternbeziehungen? Doch wohl nicht Partnerschaften, die sich darüber einig sind, dass Mami und Papi ab und zu auch mal mit wem anders p*ppen dürfen? Und doch wohl auch nicht Partnerschaften, in denen Mama nicht nur Papa, sondern auch Tobi liebt, der am Wochenende mal mit zum Zoo geht? Mir fiele noch einiges mehr ein, was sicher unüblich, aber keineswegs unklar wäre.
Oder meinst du damit
nichtmonogame Eltern, die gerade in schwierigen Ehekrisen oder Rosenkriegstrennungen stecken und ihren Kindern grausame Loyalitätskonflikte zumuten? Nur worin unterscheiden die sich dann eigentlich von
monogamen Eltern in schwierigen Ehekrisen oder Rosenkriegstrennungen, die ihren Kindern grausame Loyalitätskonflikte zumuten?
Aus meiner Sicht sehe ich die Gefahr, dass du unreflektiert deine eigene moralische Überzeugung in deine Beratungsprozesse hineinträgst und so entsteht eine Verdrehung von Ursache und Wirkung.
Es sind die "kaputten" Eltern, die ihren Kindern weder strukturellen noch emotionalen Halt bieten und sich in toxischen Beziehungen aufreiben. Egal, ob die dann mono oder poly sind. "Heile" Eltern gewährleisten tragfähige Eltern-Kind-Basis und gestalten stabile Beziehungen. Egal, ob die dann mono oder poly sind.
Das versuche ich die ganze Zeit rüber zu bringen. Ich denke mal, inzwischen müsste es jeder verstehen können was ich meine (auch wenn meine Meinung vielleicht nicht geteilt wird, denn verstehen was der andere meint heißt ja nicht, es auch so zu sehen). Ansonsten muss es bitte irgendwer in Einfache Sprache übersetzen, ich kann's offensichtlich nicht.
Zitat von Brückenamfluss:Was ich aus einem Wortgeschwurbel von Nachtlicht herauslese und dann natürlich im Zusammenhang mit Jugendhilfe, die mir einfach unterstellt wird, dass trifft doch eh nur sozial schwache Familien. Die asozialen. Die sind aber ja auch dumm, darum bei auch bei der Jugendhilfe. Die Klugen können das, da muss man die Erfolgsgeschichten für offene Ehen suchen.
Das hättest du wohl gern, dass dies da stünde. Was hast du eigentlich für ein Problem mit der Jugendhilfe, ist das für dich irgendwie ehrenrührig, dass man dir die unterstellen könnte? Dann arbeitest du halt nicht da, sondern in irgendeinem anderen Kontext in dem Kinder/Familien der Unterstützung bedürfen. Ich arbeite übrigens schon was länger mit dem von mir beschriebenen Klientel und kenne meine Pappenheimer. Insbesondere so Schauspieler-Profis wie dich, die sich vor Laienpublikum heldenhaft vor verletzte Kinderseelen werfen, irgendwen wird's auch ganz sicher beeindrucken.