Zitat von Nachtlicht:Das sind sehr spannende Fragen, liebe Zugaste.
Das lese ich ja mal gerne. Danke!

Zitat von Nachtlicht:Schließlich entstand meine damalige Abkehr von der Monogamie ja auch daraus, dass ich diese aufgrund meiner bis dato erfolgten Erfahrungen und Weltsicht zu hinterfragen angefangen hatte.
Meine "Abkehr" zur Monogamie verstehe ich. Zumindest für meine Situation in der ich im Moment lebe und mit den Erfahrungen, die ich bisher gemacht habe.
Ich bin für offen und ehrlich und gebe zu, wenn ich nicht mehr treu und exklusiv leben möchte. Dann darf mein Partner für sich entscheiden.
Ich finde das viel mutiger und stärker, als heimlich die Treue und Exklusivität zu umgehen, damit ich Konsequenzen vermeide oder ohne S., Lust und Leidenschaft mit wahrscheinlich dadurch entstehender Distanz und Frust die Beziehung aufrecht zu erhalten.
Zitat von Nachtlicht:Und den soll ich - oder er mich - in die Wüste schicken, wenn es nach Jahren zwischen uns im Bett nicht mehr so funkt, er keinen mehr hochkriegt oder ich lustlos wurde, oder wir einfach nur nicht mehr scharf aufeinander sind?
Hab ich noch nie verstanden wieso man deswegen alles andere wegwerfen soll, ich würd das notfalls outsourcen und mit einem Buch (oder dem Laptop) auf dem Sofa gemütlich zu Hause sitzen und ihn mit "Na Schatz, wie war's" begrüßen. Und ja, ich weiß dass ihr das alle dermaßen nicht könntet. Ich aber halt schon.
Mit meinen Erfahrungen möchte ich behaupten, dass das eine sehr, sehr große Kunst ist und für eine absolut tolle Kommunikationskultur spricht, wenn ein Paar nach über 10-15 Jahren noch ein intaktes, leidenschaftliches, bei dem Beide auf ihre Kosten kommendes S.leben blickt.
Ich ziehe vor diesen Paaren wirklich den Hut.
Wir haben das leider nicht geschafft. Und dafür sind wir beide verantwortlich.
Zitat von Nachtlicht:Das ist mir in diesem Thread zwischendurch nicht gut bekommen, weil ich es in der Unterschwelligkeit so nicht erwartet hätte (das laute Poltern einiger ist man ja irgendwann gewohnt). Inzwischen kann ich es besser einordnen
Das geht mir auch so. Hat mich auch gewundert, aber jetzt kann ich das auch für mich einordnen.
Zitat von Nachtlicht:Mir kann niemand weismachen dass zum Beispiel nicht funktionierende Formen serieller Monogamie mit immer neu vorgesetzten Stiefvätern oder -müttern gesünder für die Entwicklung kleiner Kinder sein soll als funktionierende Formen offener (das Kind erlebt die Eltern als Elternpaar, die Se*ualität der Eltern betrifft es nicht und geht es auch nichts an!) oder polyamorer ("Mama und Papa lieben sich und mich, und den Tobi hat Mama auch lieb") Beziehungen.
Es gibt Menschen, die können S. und Liebe nicht trennen. Für diese Menschen ist es nicht oder kaum vorstellbar mit jemanden intim zu werden, dem sie sich nicht emotional verbunden fühlen.
Ich gehöre nicht zu diesen Menschen.
Ich kann super guten S. haben ohne auch nur ansatzweise verliebt zu sein oder mich emotional verbunden zu fühlen.
Warum es solche und solche Menschen gibt, kann ich nicht erklären.
Wichtig ist für mich nur zu wissen, wie ich da ticke.
Aber meine Kinder können das nicht trennen. In ihrer kindlichen Welt gehören Körperlichkeit, Liebe und Partnerschaft noch komplett zusammen.
Und ich sehe mich da nicht in der Verantwortung ihnen zu erklären, dass es für mich nicht untrennbar zusammen gehört. Das geht sie einfach nix an und verunsichert sie. Ich sehe da absolut keinen Mehrwert für meine Kinder und für uns als Eltern.