booksmart
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Auch wenn es ein Offtopic ist, möchte ich trotzdem mal mein Problem schildern, weil ich selbst gerade irgendwie nicht ausbrechen kann und es hier ja viele liebe Leute mit konstruktiven Antworten gibt.
Der Titel sagt es schon. Ich bin seit ca. 7 oder 8 Jahren übergewichtig und es wird immer mehr. Es gab kein konkretes Ereignis, was dazu geführt hat. Ich war nie richtig dünn, auch als ich noch normalgewichtig war, war ich eher am oberen Rand. Als Kind war ich etwas moppelig. Nicht so, dass mal ein Arzt oder so etwas gesagt hätte, aber ich war nie so richtig dünn und auch schon seit der vierten Klasse unzufrieden.
Während des Studiums und einmal vor 10-12 Jahren war ich schlank, aber das hat nie gehalten. Während der letzten 25 Jahre kann ich die Monate, in denen ich mal zufrieden war, an einer Hand abzählen, obwohl ich da wirklich noch ein normales Gewicht hatte (Kleidergröße 38/40). Das kommt mir jetzt, wo ich wirklich Probleme habe, auch etwas absurd vor (mittlerweile Größe 44-48).
Mittlerweile kratze ich am BMI von 30, es ist also sehr schlimm. Kleidung kann ich so gerade eben noch normal kaufen, das sind aber dann meistens schon die größtmöglichen Größen im Normalbereich. Gesundheitsprobleme habe ich (noch) nicht wirklich. Ich habe auch immer mal Sport getrieben, mal Joggen, mal Fitness. Im Moment denke ich zwar viel daran, aber so richtig aufraffen kann ich mich nicht. Ich bin täglich mit meinem Hund unterwegs und gehe auch gerne spazieren und wandern.
Ich esse eigentlich alles gerne, auch gesunde Sachen. Es ist nicht so, dass ich keine Ahnung davon habe, was gesunde Ernährung ausmacht. Ich esse wenig bis gar kein Fleisch. Mein Problem ist eher, dass ich eine total emotionale Esserin bin und Essen für mich einfach ein riesiges Highlight ist. Wenn mir jemand etwas anbietet, denke ich überhaupt nicht darüber nach, ob ich Hunger habe, sondern denke: Oh ja, MUSS ich haben!
Ich glaube also, dass mein Problem da irgendwo versteckt ist, das Essen für mich einfach so etwas Tolles ist. Wenn es mit übrigens richtig schlecht geht, habe ich keinen Hunger, aber den kleinen Stress im Alltag kompensiere ich ganz gerne damit.
Wenn ich mal in eines meiner Hobbys vertieft bin, brauche ich ewig nichts zu essen. Dann denke ich gar nicht daran.
Ich sehe das alles und kann auch reflektieren. Ich habe keine Krankheiten oder andere Voraussetzungen, die ich verantwortlich machen kann. Ich weiß auch, dass ich mich gerade in einem gesundheitsgefährdenden Bereich bewege. Ich beschäftige mich gedanklich jeden Tag mit dem Thema, aber obwohl es so eine große Belastung ist, komme ich nicht so richtig raus.
Wenn ich mal den Dreh gefunden habe, geht es gut mit dem Abnehmen. Aber dann kommt irgendwas, ich rutsche raus und finde den Einstieg nicht mehr wieder.
Ich neige auch dazu, sehr hochtrabend mit allem anzufangen statt moderat. Dann kommt die Diät mit wenig Kalorien und dem Plan jeden Tag Sport zu machen. Auch das sehe ich selbst und weiß, dass es völliger Quatsch ist, aber ich verliere mich schnell in Aktionismus.
Mein Vorhaben wäre nun, nach meinem Urlaub zu meinem Hausarzt zu gehen und dort mal zu fragen, ob es vielleicht eine Verhaltenstherapie für mich gäbe. Bei meiner letzten Untersuchung meinte er nur, dass ich einfach mal ein wenig Sport machen sollte. Blutdruck ist bei mir in Ordnung, nur Cholesterin etwas erhöht, was mir natürlich schon Sorgen macht. Medikamente nehme ich keine und bin auch sonst körperlich relativ robust.
Auch wenn ich einen netten Freundes- und Bekanntenkreis habe, finde ich da nicht so richtig Unterstützung. Ich bespreche das Thema an sich auch nicht, ich heule niemanden damit zu (nur euch jetzt 😉 ), weil es mir auch sehr unangenehm ist. Man fühlt sich immer schwach und undiszipliniert, weil man es einfach nicht gebacken kriegt.
Eine sehr gute Freundin von mir sagt immer, es sei gar nicht so schlimm, man sähe es gar nicht, usw.
Ich weiß, dass die Arbeit daran an mir liegt und ich will das keinesfalls zum Dauerbrennerthema machen, aber manchmal fehlt mir da etwas seelischer Beistand. Dass die Arbeit an mir liegt, weiß ich auch, aber im Moment fühle ich mich damit alleine.
So, jetzt habe ich alles mal druntergeschrieben. Vielleicht hat ja jemand von euch eine Idee, Erfahrungen oder Zuspruch. Dafür bedanke ich mich schon mal!