Zitat von Balu85: Weil wir hier jeden Abend Knatsch haben, sie gestern wieder geschrien hat "ich will zu meinem Papa". Ich ihr dann sagte dann zieh doch zu deinem Papa, aber wenn du da auch so ein Theater machst wird er auch böse. Ich hab den ganzen Alltag und bei dir ist immer schön Spass. Da kannst du auch mal den Alltagsscheiß machen.
Da ich nie in dieser Situation war, möchte ich keine Expertise abgeben, die nicht da ist.
Daher möchte ich nur auf diesen Satz deiner Frau eingehen, denn das kenne ich auch.
Das ist, in andere Worte verpackt, das "warte bis Papa nach Hause kommt".
Einwurf:
Allein der Satz dann zieh doch zu deinem Papa ist so empathiefrei, ich könnte kotzen. Das sagt keine Mutter zu ihrem Kind. Das ist im Grunde genommen die Aussage du bist mir egal.
Das würde ich deiner Frau gegenüber mal thematisieren. Wie soll ein Kind mit so einem Angriff umgehen? Deine Frau verhält sich selber komplett unsouverän ihrer Tochter gegenüber und wundert sich dann, daß diese mit ihrem noch unausgereiften Charakter mit Wut reagiert, die eigentlich nichts anderes als Hilflosigkeit ist. Wenn deine Frau mit dem Leben, dass sie selbst gewählt hat nicht glücklich ist, ist das ihr Problem. Das am Kind auszuleben geht in meinen Augen garnicht.
Einwurf Ende.
Meine Frau hat bei unserer großen Tochter eine ähnliche Methode der Erziehung anwenden wollen. Warte bis Papa nach Hause kommt... dann sollte ich die Tochter disziplinieren. Für etwas, das a) oft schon Stunden zurück lag ( Kinder sind bei sowas wie Goldfische, daß haben die bis dahin oft schon verdrängt, vor allem, wenn es keine direkte Konsequenz gab wie die Ansage Fernsehverbot etc) und b) wo ich nur die Sicht meiner Frau kannte. Es geht nicht um direktes Fehlverhalten wie kokeln oder Schokolade trotz Verbot naschen oder weglaufen oder im Supermarkt einen Trotzanfall zu bekommen. Das ist einfach und auch dem Kind nach Stunden noch zu vermitteln. Es ging um Dinge wie Widerspruch, wo meine Tochter ihre Meinung gegen die Mama vertreten hat und dann halt eine Grenze überschritten hat. Ich verstehe das Ansinnen meiner Frau hier, da immer sie die böse war und ich der tolle Papa (@Pfeifchen daher kam gestern auch ihr Ausraster unter anderem, hat sie mir gestern im Bett erklärt. Meine Tochter wird erwachsen
😉 )
Aber, und das haben wir dann auch durchgesprochen, ich bin bereit, auferlegten Disziplinarmassnahmen mitzutragen , die in der Situation ausgesprochen werden, werde meine Kinder aber nicht stellvertretend Stunden später strafen nur damit Mama gut dastehen kann, wenn es um Meinungen geht.
Bei dir @Balu85 kommt ja erschwerend noch der räumliche unterschied hinzu. Wenn dein Kind an Ort A mit Mama Theater hat, an dem die Mutter mehr Anteil hat als das Kind, siehe obige Aussage der Mutter zur Tochter, kannst du sie nicht an Ort B stellvertretend abstrafen nur damit deine NF sich selbst in ein besseres Licht stellen will. Damit nimmst du dem Kind seinen verbleibenden safe space. Die emotionalen Probleme deiner NF mit der von ihr gewählten Situation sind nicht dein Problem und sie kann nicht erwarten, dass du dich stellvertretend für sie gegenüber deiner Tochter unfair verhälst, nur damit sie besser dasteht. So nehmt ihr beide dem Kind die Sicherheit verlässlicher Eltern.