Zitat von Timeconsumption: mich macht Deine Geschichte irgendwie traurig Du reißt Dir den Hintern auf, gehst arbeiten, baust am Haus, versuchst, Eure Beziehung zu retten, nimmst das Kind, hilfst im Haushalt und fällst Abends nicht k.o. aufs Sofa, sondern nimmst Dir Zeit für Deine Frau, von der so gar nichts zu kommen scheint. Zumindest liest es sich in Deinen Beiträgen so. Man liest immer nur, was Du alles machst, um sie glücklich zu sehen und liest selten davon, was SIE eigentlich nach ihrer Affäre für DICH macht.
Naja...es sind halt Geschichten die das Leben schreibt. Sicher kann man das so sehen. Und viele greifen sich auch an den Kopf und sagen was fällt ihr eigentlich ein. Er reißt sich den Ar. auf und sie fängt was mit jemand anderem an.
Ich sage es mal so, zu dem Zeitpunkt war unsere Bindung schon sehr angeknackst. Da wir zu dritt auf 15m² gewohnt haben war eh nicht viel mit zweisamkeit. Aus Platzgründen haben wie fast 2 Jahre getrennte betten gehabt (damit das Kinderbett mit reinpasste). Ich war im Endspurt, endlich einziehen vorm Winter. Und bei ihr auf Arbeit war die Hölle los. Und da tauchte so ein Fi**frosch auf und hilft ihr auf Arbeit, fragt wie es ihr geht. Macht ihr Komplimente. Ist interessiert usw. zu Hause war sie nur Mutter und Hausfrau ich hatte keine Zeit. Corona kam dann auch noch dazu, Schichtplanänderungen. Und da interessiert sich einer für sie,und alle Probleme sind weit weg. Kein Kind da welches Aufmerksamkeit will, kein Haus was nur nach Arbeit aussieht,kein Ehemann der auch nicht die beste Laune hat.
Um es mal grob zum Umranden, bevor unsere Tochter da war hat sie natürlich mitgemacht beim Hausbau. Auch schwere Arbeiten wo manch andere schon bei dem Gedanken daran die Augen verdrehen würden und sagen, "Das ist Männerarbeit".
Als unsere Tochter dann da war gab es halt gezwungenermaßen eine klare Rollenverteilung.
Dabei muss ich aber dazusagen das sie vorher schon 2 Fehlgeburten hatte. Diese haben sie doch sehr mitgenommen. Ich war da leider nicht für sie da, nicht so wie ich es hätte sein sollen. Weil für mich nur eine Info " Wir bekommen ein Kind" gab, ich habe aber nichts von dem Kind gemerkt, sie schon. Daher war es auch für sie schwer als unsere Kleine dann da war. Sie hatte Probleme mit ihr eine richtige Bindung aufzubauen. Das soll wohl garnicht so unüblich sein bei so einer Vorgeschichte.
Als wir dann endlich ins Haus ziehen konnten habe ich natürlich mehr gemacht. Halt so wie es wohl die meisten anderen Ehemänner auch machen. Ich hab ja kein Problem damit aufzuwaschen, Wäsche zu legen oder mal die Bude zu saugen. Und wenn es ihr hilft ist das in Ordnung. Auch ist es ja schön wenn ich mal Zeit mit der Kleinen verbringen kann. Immerhin ist ihre Mama ihre Hauptbezugsperson, ich kann sie z.B. nicht ins Bett bringen wenn meine Frau da ist. Das bleibt immer an ihr hängen.
Zum Haushalt. Klar kann sie das auch alleine machen. Aber zum einen wohnen wir ja jetzt drin, die Arbeiten machen z.T. viel Dreck und Lärm und sind daher nicht immer möglich und dann ist es inzwischen auch so das unsere Reserven langsam dünn werden. Die Materialpreise steigen und einige Dinge möchte ich einfach nicht wieder aufgeben. z.B. das wir eben als Familie zusammen zu Abend essen.
Und wenn ich am Haus gerade nichts mache kann ich ja den Haushalt mit machen.
Sie hat mir einige Jahre den Rücken freigehalten wenn ich gebaut habe. Und wie ich erst später erfahren habe mich auch gegenüber anderen Verteidigt die unsere Lebensumstände als nicht tragbar betrachteten. Sie weiß sehr wohl was ich geleistet habe. Und ich denke auch das sie weiß das sie so jemanden wie mich nicht nochmal finden wird. Aber es sind 5 jahre gewesen...Dauerstress, immer neue Rückschläge, dann die Fehlgeburten und dann unsere Tochter. Wir lieben sie, das darf man nicht falsch verstehen. Aber es ist eben auch anstrengend. Und das ist bei anderen Eltern nicht anders.
Zitat von Timeconsumption: Übrigens ist SIE fremdgegangen und hat mit einem anderen Sexnachrichten ausgetauscht (macht sie das mit Dir auch?) von ihr sollte da so viel mehr kommen, als ein "ich kann gerade keine Nähe zulassen".
Tja, ja....das dachte ich auch. Ich habe viel gelesen hier und auch sonst wo im Internet. Es war eben kein ONS im Suff wo sie am nächsten Morgen aufwacht und denkt..."So eine schei.". Sondern sieht hat sich wohl in ihn verliebt. Weil er ihr das vorgegaukelt hat was sie brauchte. Und davon musste sie sich auch erstmal erholen. Es war schei. mitanzusehen wie sie sowas wie Liebeskummer wegen ihm hatte. Aber bevor sie an den Kerl keinen richtigen Haken machen konnte war es eine Gefühlsachterbahn. Montags ist alles super, und läuft besser und Mittwoch keine Gefühle mehr....das ging eine ganze Weile so. Jan-April waren richtig schei.. Für sie und für mich.
Die Sexnachrichten gingen immer von ihm aus, hatte ich gefragt. Und ich denke das die Antwort ehrlich war. Mit mir hat sie es noch nicht gemacht, bzw. haben ich mal angefangen aber da war sie gerade auf Arbeit und dann kam was dazwischen. Und ich hab irgendwie davon Kopfkino bekommen....zu wissen das sie das was sie mir schreibt auch dem Saftsack geschickt hat (geschickt haben könnte). Nee...daher hab ich es nach 2 Versuchen dabei belassen. Klar würde ich mir wünschen das sie sowas mal von sich aus macht und anfängt...aber wie gesagt das fällt ihr nunmal schwer. Und es kommt erschwerend hinzu das ich dann ja nach Hause komme, also evtl. auch das geschrieben fortführen möchte. Beim reinen schreiben hatte sie zumindest immer einen sicheren Abstand und musste nie befürchten das sie auf einmal "funktionieren"muss.
Und ich sage es mal so, sie ist bei mir. Wir waren recht schnell bei einer Paarberatung und auch sie fand das eine gute Idee, also ich musste sie nicht überreden oder hinschleifen (soll es alles geben). Sie hat dem Drecksack deutlich gesagt das er sie in Ruhe lassen soll (er hatte es ja noch 2mal versucht). Sie hat seine Nummer blockiert und gelöscht.
Ihr Telefon liegt inzwischen oft irgendwo herum. Sie versucht auch bei dem Thema was ihr schwer fällt auf mich zuzugehen.
Halt im Rahmen ihrer Möglichkeiten...sie kann da einfach nicht der treibende Keil sein.
Wir reden viel mehr, wir schreiben uns am Tag mehrmals und nicht nur organisatorisches. Sie war die letzten Monate verkürzt arbeiten, einfach um auch mal ein wenig runterzukommen. Wir schlafen wieder händchen haltend ein.
Wenn ich bedenke was mir andere Foristen an Erfahrungen so per PN geschickt haben kann ich damit glücklich sein.
Logisch wäre es traumhaft wenn ich nach Hause komme, sie sich für mich hübsch gemacht hat, und wenn es eben nicht anders geht ein Picknick im Wohnzimmer stattfindet sie mich anschaut,sagt "ich liebe dich mein Schatz, und ich will das sich daran nie wieder was ändert"
Klar würde ich mir irgendwie wünschen das dieses ganze Intimitätssache anders verläuft, das sie mal nen heißen Abend vorbereitet. Das Kind zur Oma gibt und wir die Puppen tanzen lassen...sie mich einfach damit überrascht.
Aber das ist halt einfach nicht drin. Jetzt zumindest nicht. Das sind Wunschträume von mir, und an meine Hoffnungen darf ich ihr Tun nicht messen.