Gast700
Gast
ich kann diejenigen, die dich darin bestärken, dass du es momentan richtig machst, einerseits verstehen.
Wenn jemand sagt, man zieht ja nicht Bilanz in der Liebe, stimmt das einerseits.
Dein selbstloses Verhalten macht dich auch tatsächlich sympathisch, ja.
Andererseits geht die Rechnung aber eben nicht auf, wenn nicht BEIDE in die Partnerschaft investieren.
Es ist ein so fauler Kompromiss, den du da eingehst.
Das kommt dir vielleicht viel weniger schlimm vor, als die Trennung im Moment.
Aber seien wir mal ehrlich: Wenn man nicht ganz besonders gelagert ist, zerfrisst einen die Anwesenheit dieser dritten Person in der Beziehung auf Dauer.
Ich wäre da ein Freund von klaren Verhältnissen.
"Wenn du sie haben willst, kannst du mich nicht haben."
Einfach, weil das auf Dauer ja nunmal auch einfach so ist, oder?
Oder stellst du dir deine Zukunft so vor?
Er mal mit ihr, mal mit dir.
Du erzählst ihm, wie dein Tag war, fragst, was bei ihm so ging, er schaut auf's Handy und sagt: "Uh, Schatz, warte bitte, XY hat mich eben dasselbe gefragt."
ER leidet darunter nicht.
Warum auch?
Er hat ja durchsetzen können, dass er alles behalten darf, was er wollte.
Er muss nur so tun, als täte ihm irgendwas leid.
Damit ihr dabei bleibt.
Darum glaube ich, du wirst auf Dauer daran kaputt gehen.
Einfach, weil du immer im Wartemodus verharrst, immer darauf wartest, dass er doch endlich mal sehen muss, was du alles für ihn erduldest.
Aber er wird es so schnell nicht sehen.
Weil er nichts hat, was ihm fehlt.
Und nur aus Pflichtgefühl oder Mitleid ändern sich die wenigsten.
Wir müssen einen Verlust erst selbst erleben, bevor wir bereit sind, an uns zu arbeiten.
Ich hoffe ehrlich, ich habe da eine falsche Vorstellung und du bist schnell wieder allein mit ihm und glücklich.
Aber (was soll ich sagen...? Tut mir leid...?) ich glaube es halt nicht.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass alles einfach so gut werden soll, ohne große Veränderung, ohne einen derben Cut mit anschließendem Neuanfang.
Denn DAS war es ja, was euch hier hin gebracht hat.
Warum also, sollte sich etwas ändern, wenn alles so bleibt, wie es war?
