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Umgang mit ADHS beim erwachsenen Partner

Winza
@Theboss

Zitat von Theboss:
ADHS ist eine einzige Achterbahnfahrt und eurer Partner kann daran nicht viel ändern.

Das trifft vielleicht (!) auf deine Frau zu. Diese Aussage für alle Menschen mit Adhs zu treffen finde ich übergriffig.

Zitat von Theboss:
aber im Schnitt hält der neue Zustand nur für 4 Jahre nach Ende der Therapie an.

Auch das ist deine Erfahrung.
Und nur deine

x 4 #106


B
Ich empfinde vier Jahre schon als nachhaltig. Auch im Beruf werden Spitzenkräfte immer wieder Aus-, Weiterbildungen, Auffrischungsseminare und -kurse belegen, um die skills nachhaltig zu verankern und zu erweitern. Warum sollte das in der Persönlichkeitsentwicklung auch in der Neurodiversität anders sein. Was spricht gegen eine Auffrischung alle vier Jahre? Ich habe das Gefühl, du, @Theboss bist in einem Strudel des Problemdenkens fest eingedreht, vielleicht wäre für dich ein Seminar über Lösungsstrategien statt Denkblockaden hilfreich.

x 3 #107


A


Umgang mit ADHS beim erwachsenen Partner

x 3


Hedwig11
@Theboss Kann ich nicht bestätigen. Mich musste nie jemand morgens zum Aufstehen zwingen oder kontrollieren und meine Wohnung ist und war immer sauber, ordentlich und gepflegt. 🤷‍♀ Man nicht von einer Person, die man mit der "Diagnose" kennt, auf alle schließen.

x 2 #108


Hedwig11
@Theboss Und zu dem, wie du dich hier über die Mutter deiner Kinder äußerst, fehlen mir fast die Worte. Um mit drei kleinen Kindern überfordert zu sein, muss man kein Adhs haben. Deine Frau tut mir aufrichtig leid.

x 5 #109


Catalina
Zitat von Theboss:
ADHS ist eine einzige Achterbahnfahrt und eurer Partner kann daran nicht viel ändern. Am besten wirkt Verhaltenstherapie mit Medikamenten aber im Schnitt hält der neue Zustand nur für 4 Jahre nach Ende der Therapie an. Danach fallen ADHSler in ihre alten Muster zurück.

Mag ja sein, dass das deine Erfahrungen mit deiner Frau sind, diese zu verallgemeinern halte ich allerdings für unklug und vor allem völlig falsch. Nicht jeder Betroffene hat die gleichen Symptome und Schwierigkeiten, die Bandbreite ist da doch ziemlich groß und die Auswirkungen sehr individuell. Zudem fokussierst du dich irgendwie nur auf all da Negative und übersiehst die ganzen positiven Dinge, die es ja durchaus auch gibt. Die Aktion mit dem Kuchen z.B. finde ich sehr liebevoll und kreativ von ihr. Diese Seite gibt es also auch und ich finde, die würdigst du viel zu wenig.
Zitat von Theboss:
Wir leben das traditionelle Modell, weil ich als Chef über knapp 300 Angestellte keine Teilzeit/Elternzeit/mal frei Zeit nehmen kann. Ich nehme 3 Wochen Urlaub im Jahr und für jedes Kind habe ich eine davon auf die Zeit nach der Geburt gelegt um meine Familie zu unterstützen.

Oh, wow, drei Wochen Urlaub und jeweils eine Woche nach der Geburt. Zeigt ja sehr deutlich, wo deine Prioritäten liegen. Und die sind weder bei deiner Frau noch bei den Kindern, wo sie eigentlich sein sollten. Dir ist aber schon klar, dass wir nicht mehr 1950 haben?
Zitat von Theboss:
Ich Vergleiche sie eben mit meiner eigenen Mutter die Zuhause alles im Blick hat und bei der es immer sauber ist und war. Mein Vater musste nur zur Arbeit gehen und bekam abends einen Zettel mit Aufgaben wenn er die fertig hatte hatte er frei.

Dieser Vergleich ist deiner Frau gegenüber ganz schön unfair, denn sie ist eben ein anderer Mensch als deine Mutter und hat bestimmt genug andere Talente und Fähigkeiten, nur eben Haushalt und Orga gehören nicht dazu.
Zitat von Brightness2:
Viele ADHSler können sehr wohl voll leistungsfähig sein, sind für Spitzenleistungen prädestiniert, wenn sie ihren Fokus auf Aufgaben richten können, die sie wirklich interessieren. Nun habt ihr festgestellt, dass Haushalt und Familienorganisation keinen Hyperfokus bei ihr auslöst. Du bezeichnest dich selbst als "Boss", Chef über mehrere 100 Angestellte. Dann sollte dir doch klar sein, dass jeder Mensch nach seinen Fähigkeiten eingesetzt werden muss, um Leistung zu erbringen. Was spricht dagegen, eine Nanny/ Haushälterin wenigstens stundenweise einzukaufen, die euren Haushalt und die Kinder betreut.

Dem schließe ich mich vollumfänglich an.

x 5 #110


M
Zitat von Theboss:
Nachdem ich gebeten wurde hier nochmal ein bisschen was zu erklären (und Zeit zum abkühlen hatte) schreibe ich nochmal.



Lachendes Gesicht


Zitat von Theboss:
weil ich als Chef über knapp 300 Angestellte


Zitat von Theboss:
zusätzliche Hilfe können wir nicht bekommen



Hast Du Schulden, dass Du Dir eine zusätzliche Haushaltshilfe nicht leisten kannst ? -Musst Du hier
nicht beantworten !
Aber Du brauchst von irgendwoher
Hilfe und Unterstützung !
Sei es von einem gemeinnützigen Verein, der das vielleicht
kostenlos anbietet oder von Nachbarn, Freunden, Kollegen, irgendwer !

Eine kranke Frau, 3(!) Kinder,
das sagt einem doch der gesunde Menschenverstand,
dass das nicht geht !? -Das ist doch alles viel zu viel !?
Oder Du müsstest Deine Arbeitszeit reduzieren,
damit Du mehr im Haushalt mitmachen kannst ?

Was passiert wenn mal einer von Euch schwerkrank wird und oder
in's Krankenhaus muss - wer kümmert sich dann um alles ? -Gut,
Du könntest Dich krank melden, wenn sie im Krankenhaus liegt,
aber was wenn Du selber im Krankenhaus liegst ?

#111


B
@Multiversum Die Frau ist wegen ihrer ADHS nicht krank. Jetzt mal ganz ehrlich, selbst als neurotypische Frau mit drei sehr jungen Kindern würde mich dieses erzkonservative Korsett aus Forderungen und Glaubenssätzen zur Höchstform der Rebellion auflaufen lassen. Aber die beiden haben sich einander ausgesucht und füreinander entschieden. Beide hoffentlich im Bewusstsein ihrer "special features". Vielleicht will @Theboss ja wirklich nicht nur ein bisschen aufmischen und mag sich konstruktiver -auch stellenweise provokanter- Kritik stellen. Als Chef von 300 Mitarbeitern braucht er ein breites Kreuz und wird das aushalten. Oder auch nicht. Wir werden sehen.

x 7 #112


Jane_1
Zitat von Theboss:
Zb hat meine Mutter zwar ebenfalls gearbeitet aber meine Oma hat uns Montag bis Samstag von 8 bis 16 uhr betreut und meine Mutter konnte täglich 2h nach der Arbeit alleine zuhause putzen bevor sie uns abgeholt hat und dann nur Zeit für uns hatte bis zum Abendessen.

Deine Mutter hatte ohne ADHS wirklich sehr viel Unterstützung von ihrer Mutter. Deine Frau hat GAR KEINE, du vergleichst ihre Leistungen aber mit denen deiner Mutter.

Finde ich extrem ungerecht.

Deine Texte lesen sich für mich außerdem als würde ein genervter Vater von der Teenager-Tochter erzählen. Ihr scheint ja so gar keine Augenhöhe zu haben.

Menschen verlieren manchmal ihr Selbstbewusstsein, wenn ihre Leistungen nicht anerkannt und ihre Defizite immer wieder hervorgehoben werden. Sie werden dann (noch) unkonzentrierter und fahriger, weil ihr System unentspannt ist.

Auch von mir die Frage: wieso keine Nanny, Haushälterin, AU pair? Geld müsstest du doch genug haben.

x 9 #113


N
@Theboss
Finde ich richtig gut, dass Du bei Deiner Mutter nachgefragt hast.

Zitat von Theboss:
meine Oma hat uns Montag bis Samstag von 8 bis 16 uhr betreut

Was für ein 6er im Lotto!
Das sind 48 Wochenstunden Kita am Stück. Das bekommt niemand. Das ist der ultimative Luxus. Und sogar 2 Stunden mehr, als sie Arbeitszeit plus Pendelweg hatte. DAS bekäme ich, wenn überhaupt, nur gegen sehr viel Geld.

Dein Vater hat also ganz wesentlich von der unentgeltlichen Leistung ZWEIER Frauen gelebt neben seinem Erwerbseinkommen. Da wäre ich abends auch tiefenentspannt. Und natürlich ist das für die Kinder ideal.

Stellt sich jetzt natürlich die Frage, warum Du Deine Kinder nicht genauso lieb hast und genauso gut versorgst wie Dein Vater Dich und Deine Geschwister versorgt hat.

Du verdienst das 10fache Deiner Frau (wenn sie denn arbeiten könnte). Und hast 300 Angestellte. Aber für Deine Frau keine Assistentin, keine Haushaltshilfe, keine Privatbetreuung für die Kinder, kein Au-pair, keine private Tagesmutter, keine Leihoma, niemanden, der die 48 Stunden oder die zwei Stunden Haushalt täglich übernehmen kann?
Und alles nur, weil Deine Frau nicht genug Geld verdient? Oder verdienst Du nicht genug Geld?

Entweder möchte ich eine glückliche Familie oder ich fühle mich wohler, wenn sich mein Konto füllt und meine Familie das mit ihren Nervensystemen bezahlt. Auch Deine 3 Kinder bekommen Deine Unzufriedenheit und die Unzufriedenheit Deiner Frau voll mit und saugen das als "so fühlt sich Familie an" auf. Gerade Du, der erlebt hat, wie eine entspannte Familie sich anfühlt, sollte sich für seine Kinder doch dasselbe wünschen. Aber Du übergibst die ganze Verantwortung dafür Deiner Frau und kannst zwar 300 Leute managen und viel Geld verdienen, aber Deine Familie mit versorgen kannst Du nicht?

Mal angenommen, Du kämst auf die Idee, Deiner Frau die Alleinverantwortung für euer Dach zu übertragen. Z.B. weil sie das Dach selbst gebaut hat und Du nur mal ne Woche mit auf der Baustelle warst. Und jetzt regnet es durch euer Dach. Wartest Du dann auch ab, bis alles nass ist oder nimmst Du Geld in die Hand, rufst den Dachdecker und lässt das in Ordnung bringen?

x 2 #114


P
Zitat von Theboss:
Ich bleibe dabei, überlegt euch eine Ehe mit einem ADHS Partner sehr gut.
ADHS ist eine einzige Achterbahnfahrt und eurer Partner kann daran nicht viel ändern. Am besten wirkt Verhaltenstherapie mit Medikamenten aber im Schnitt hält der neue Zustand nur für 4 Jahre nach Ende der Therapie an. Danach fallen ADHSler in ihre alten Muster zurück

Auch ich möchte dich bitten, hier keine generelle Aussage über Menschen mit ADHS zu treffen. Ich wurde erst sehr spät mit ADHS diagnostiziert und habe deswegen bis vor ein paar Jahren mein Leben ohne Medikamente in den Griff kriegen müssen. Und ja vielleicht habe ich etwas ungewöhnlich gelernt und alles auf den letzten Drücker erledigt bin sprunghaft in meinen Gedanken, aber ich habe trotz ADHS studiert und bin beruflich erfolgreich und habe zusätzlich noch drei Kinder versorgt und erzogen. Was ist also wahr, deine Darstellung von ADHS oder mein Leben? Es also so darzustellen, als wären Menschen zwingend zum Scheitern verurteilt, ist nicht richtig und einfach eine Negativpauschalisierung. Erstens ist ADHS eine Spektrumstörung, umfasst also unterschiedliche Ausprägungsgrade. Zweitens entwickeln ADHS'ler im Regelfall unterschiedliche Strategien um mit ihren Herausforderungen umzugehen. Das habe ich unbewusst auch gemacht und verzichte daher auch heute auf Medikamente. Und noch etwas: Nicht alles, was ein Mensch tut oder nicht tut, ist automatisch durch ADHS erklärt. Menschen mit ADHS haben – wie alle anderen auch – Gefühle, Bedürfnisse, Frust, Erschöpfung oder Unzufriedenheit. Wenn deine Frau mit ihrer Lebenssituation nicht glücklich ist, kann sich das ebenfalls auf Motivation, Haushalt oder Arbeit auswirken. Jedes Verhalten pauschal auf ADHS zurückzuführen, wird weder der Erkrankung noch dem Menschen dahinter gerecht.

x 7 #115


A


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