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Umgang mit ADHS beim erwachsenen Partner

Catalina
Zitat von SteffEff:
Aber als Partner war das alles für mich einfach ein zu dickes Brett

Du musst dich hier nicht rechtfertigen. Wenn du mit ihren Eigenarten auf Dauer nicht umgehen kannst, dann ist das eben so. Ihre Symptomatik scheint ja recht ausgeprägt zu sein und ich kann mir schon vorstellen, dass das für einen neurotypischen Partner sehr anstrengend werden kann.

Und auch für sie ist es vermutlich besser so, denn den Druck, "normal" funktionieren zu müssen, hat sie schon sonst überall, den sollte sie nicht auch noch in ihrer Partnerschaft verspüren müssen.
Zitat von SteffEff:
Ich weiss, sie hat selbst am Meisten darunter gelitten

Davon kannst du ausgehen.

x 1 #91


bifi07
Zitat von Casey:
studiert

Mein Sohn hatte in der Grundschule so seine Schwierigkeiten. Dann bekam er Ritalin und sonderpädagogischen Förderberdarf. Dafür musste ich aufs Schulamt. Er war damals das erste Kind, dass diese zusätzliche Betreuung bekam, wenn dann diese Lehrkraft mal da war🙄
Er machte nach der Hauptschule zwei Jahre berufsbezogenen Unterricht in Elektronik, da er schon immer Veranstaltungstechniker werden wollte, das aber mit "nur" Hauptschule nicht ging.
Dann eine Lehre als Elektrotechniker angefangen, was ordentlich schief ging, da er durch die zwei, sehr erfolgreichen, Berufsschuljahre (in dieser Zeit hatte er von sich aus die Tabletten abgesetzt) sofort ins zweite Lehrjahr kam, und das zeitnah zur Zwischenprüfung!
Nach sehr vielen Bewerbungen eine sehr erfolgreiche Lehre als Metallbauer absolviert, bei der er die mittlere Reife nachholen konnte 😃
Damit war der Weg zur Veranstaltungstechnik frei! Er hat dann eine Lehre, später Ada-Schein und zum Schluss seinen Meister gemacht 😘
Zwar erst im dritten Anlauf, aber was solls! Hauptsache, er ist vollkommen glücklich, sein Traumziel erreicht zu haben!

Ich war damals in einer Selbsthilfegruppe für Angehörige mit ADHS-Kindern. Die Leiterin sagte mir, dass diese Kinder ihren Weg finden, wenn auch später als andere...und Recht hatte sie!

Das mal so zur Info, dass man auch mit ADHS sehr viel erreichen kann...ob mit oder ohne Studium!

x 4 #92


A


Umgang mit ADHS beim erwachsenen Partner

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bifi07
Zitat von Arnika:
2 Jahre Partnerschaft mit ADHS Vorhofflimmern oä bekamen

Da hat ja die LG meines Sohnes echt Glück! Sie sind jetzt 15 Jahre zusammen und sie ist immer noch gesund Tanzender Smiley
Achja, und meine Schwester ist mit einem ADHSler seit 2010 verheiratet. Zwar hat sie es echt nicht leicht, aber ihrem Herzen geht es zum Glück gut Zwei Freundesmileys

x 2 #93


bifi07
Zitat von SteffEff:
Ex-Freundin hatte ein wirklich sehr stark ausgeprägtes Erwachsenen-ADHS:

Es gibt sehr viele Abstufungen bei dieser Störung. Ich nenne es nicht Krankheit, weil ich es nicht als solche sehe und es mir damals von den Ärzten auch so vermittelt wurde.

x 2 #94


P
Zitat von SteffEff:
Mensch mit einer ADHS-Persönlichkeitsstruktur

ADHS hat nichts mit Persönlichkeit zu tun, sondern ist eine Form von Neurodivergenz.

Zitat von SteffEff:
Als Partner finde ich es einerseits sehr anrengend mit ihr und oft aber auch gaaanz anstrengend.

Das hab ich vor Jahren bei einem Freund in der Endphase seiner Ehe erlebt.
Seine Exfrau hatte ADS und für meinen Geschmack wurde es mit der Zeit leider immer schlimmer.
War dann letztendlich auch der Grund, warum er sich getrennt hat.

#95


RoterMantel
Für Narzissten ist ein ADHSler ein 6er im Lotto, weil er ganz genau weiß, dass er sich stets als das Opfer aufspielen darf und niemand wird ihn erkennen. Selbst dann nicht wenn er seinen Partner krankenhausreif schlägt. Dann darf er sagen "Mir blieb nichts anderes übrig! Ich musste mich verteidigen"

x 1 #96


RoterMantel
@Arnika

Lass dich erstmal selbst durchchecken. Mal sehen welche Krankheiten man bei dir findet.

Versuch mal gegen einen Sportler anzutreten, der eine Sportprothese trägt. Da kann ich jetzt schon das Gelächter hören, das du auslösen wirst, weil du den Mund zu voll genommen hast.

Wahrscheinlich sagen deine Partner im Bett "Wars das schon?"

#97


F
Zitat von SteffEff:
mehrfach die Hausschlüssel vergessen (sich ausgesperrt)
- mehrfach den Herd angelassen, auf dem noch Kochtöpfe standen
- ständig finanzielle Probleme, weil viele spontane Lust-Käufe dabei waren
- auffallend intensiver Lebensstil. Für ganz vieles Interesse gehabt. Ständig auf der Suche nach neuem Input.
- EC-Karte im Parkhaus-Automat vergessen
- Schwierigkeiten, zu zu hören. Privat und Beruflich (Teambesprechungen)
- ausgemachte Termine/Vereinbarungen immer wieder vergessen

Ich hab keine finanziellen Schwierigkeiten, aber bei dem Rest sehe ich mich.
Das Schlüsseldepot im Garten hat mich schon oft gerettet- wenn ich denn dran gedacht habe, den Schlüssel nach Benutzung zurückzulegen.
Ec Karte? Joa. Kenn ich. Ich bin grade auf der Suche nach einem Impfausweis und verbasel oft genug Termine.
Irgendwann wird's schon werden.
Ich arbeite immer wieder an Optimierungen, aber wenn es nicht klappt, nehme ich es nicht zu schwer.
Ist für andere Leute manchmal nervig, kann sein, aber am Ende vom Tag ist auch wahr, dass nicht wenige Menschen auch sehr davon profitieren, wenn ich ein "Projekt" z.B. auf der Arbeit für mich finde. Denn dann kann ich in kürzester Zeit den Workload von zwei Leuten durchziehen und alles auf allen Kanälen nach vorne schieben. Alles gut. Aber wehe, ich muss am Ende noch irgendein Formular unterschreiben und das zur Post bringen...da warne ich die anderen dann vor oder bitte direkt drum, mich zu erinnern.
Kenn deine Limits, nutze Synergie-Effekte, dann läuft das.

x 8 #98


Hedwig11
Mir wurde auch mit über 30 Ads diagnostiziert. Bei mir fehlt aber diese auffällige Hyperaktivität. Das ist bei mir nicht so ausgeprägt. Ich habe auch Aspergerzüge. Ich bin sehr organisiert, folge dabei meinen mir selbst auferlegten Regeln, aus Angst, dass ich sonst nicht mehr hinterherkomme mit allen Verpflichtungen. Typisches Überkompensieren. Ich muss da immer aufpassen, nicht "zwanghaft" zu werden. Aber das habe ich mittlerweile einigermassen im Griff. Ein grosses Problem ist bei mir die permanente Reizüberflutung. Ich habe das Gefühl, dass mir quasi nichts "entgeht", ich jeden Mist registriere, der anderen gar nicht auffällt, und das kostet mich unglaublich viel Energie und Nerven. Früher in der Schule war ich nach dem Schultag völlig ko. Ganz extrem war das auch in der Ausbildung. Ein grosser Hörsaal mit vielen Menschen - all die Ablenkungen, gegen die ich da ankämpfen musste... Smiley mit Hilfe-Plakat Da fühlte ich mich manchmal wie ein Alien auf einem fremden Planeten.

x 4 #99


RoterMantel
Solche Beiträge warum ich Betroffenen strikt davon abrate dem Arbeitgeber etwas zu erzählen. Solange die Arbeit nicht darunter leidet gilt keine Offenbarungspflicht.
Es wird auch gerne das Gerücht verbreitet, dass Menschen mit ADHS sexsüchtig sind und deshalb Krankheiten verbreiten.

x 1 #100


alleswirdbesser
I
Zitat von RoterMantel:
Es wird auch gerne das Gerücht verbreitet, dass Menschen mit ADHS sexsüchtig sind und deshalb Krankheiten verbreiten.

Nie gehört! Ich würde auch nicht zwingend von einem Menschen auf die ganze Krankheit schließen.

x 1 #101


Löwenzeh
Zitat von alleswirdbesser:
Ich würde auch nicht zwingend von einem Menschen auf die ganze Krankheit schließen.

Das ist clever.
Bin dabei.

#102


bifi07
Zitat von RoterMantel:
Es wird auch gerne das Gerücht verbreitet, dass Menschen mit ADHS sexsüchtig sind und deshalb Krankheiten verbreiten.

Hab ich auch noch nie gehört! Soll das eine "Begleiterscheinung" sein?
Sachen gibts... Unwissender Smiley

x 1 #103


T
Nachdem ich gebeten wurde hier nochmal ein bisschen was zu erklären (und Zeit zum abkühlen hatte) schreibe ich nochmal. Ich bleibe dabei, überlegt euch eine Ehe mit einem ADHS Partner sehr gut.
ADHS ist eine einzige Achterbahnfahrt und eurer Partner kann daran nicht viel ändern. Am besten wirkt Verhaltenstherapie mit Medikamenten aber im Schnitt hält der neue Zustand nur für 4 Jahre nach Ende der Therapie an. Danach fallen ADHSler in ihre alten Muster zurück. Das liegt nicht an mangelndem Willen sondern schlicht daran, dass ihnen der normale Alltag so schwer fällt dass eine kleine Veränderung der Lebensumstände sie direkt wieder aus der Bahn wirft. Als Partner ist man also Lebenslang in der Antreiberolle. Und in meiner praktischen Beschreibung habe ich mich etwas in der Wut verloren die sich da aufgestaut hat. Ich liebe meine Frau auch wenn ich mir alles anders vorgestellt hatte.

Zum Thema Arbeit und Hausarbeit. Wir leben das traditionelle Modell, weil ich als Chef über knapp 300 Angestellte keine Teilzeit/Elternzeit/mal frei Zeit nehmen kann. Ich nehme 3 Wochen Urlaub im Jahr und für jedes Kind habe ich eine davon auf die Zeit nach der Geburt gelegt um meine Familie zu unterstützen.
Meine Frau würde gerne wieder arbeiten aber ich kann nicht reduzieren und um finanziell gleich raus zu kommen müsste sie 10h arbeiten für jede Stunde weniger bei mir (wenn ich nach Stunden bezahlt würde). Sie ist schlecht ausgebildet obwohl sie sehr intelligent ist aber sie hat schwierigkeiten morgens aufzustehen und abends ins Bett zu gehen (typisch ADHS) und das hat zu vielen Fehltagen geführt. Auf ihr Abi hat sie erst am Abend vorher gelernt, und nur knapp bestanden. Habe ihr dann vom Studium abgeraten (hab gerade selbst studiert und wusste es wird noch härter). Sie hätte es garantiert abgebrochen und sie hat stattdessen eine Ausbildung gemacht. Darin habe ich sie wieder sehr unterstützen müssen, habe sie zb täglich angerufen damit sie rechtzeitig aufsteht.

Sie gibt auch nicht mein ganzes Geld aus das war eine Übertreibung. Sie hat ein Girokonto, dass sie nicht überziehen kann auf das ich ihr Haushaltsgeld überweise.

Ich Vergleiche sie eben mit meiner eigenen Mutter die Zuhause alles im Blick hat und bei der es immer sauber ist und war. Mein Vater musste nur zur Arbeit gehen und bekam abends einen Zettel mit Aufgaben wenn er die fertig hatte hatte er frei.
Eure Kommentare brachten mich aber dazu meine Mutter nach ihrer Perspektive zu fragen. Sie hat mir gezeigt dass meine Erinnerung nicht ganz richtig ist. Zb hat meine Mutter zwar ebenfalls gearbeitet aber meine Oma hat uns Montag bis Samstag von 8 bis 16 uhr betreut und meine Mutter konnte täglich 2h nach der Arbeit alleine zuhause putzen bevor sie uns abgeholt hat und dann nur Zeit für uns hatte bis zum Abendessen. Meine Mutter kann das selbe aber nicht für unsere Kinder anbieten weil sie selbst noch genug Arbeit hat.
Allerdings hat das meine Hoffnungslosigkeit nur verstärkt. Meine Frau tut was sie kann und es gibt keine Möglichkeit ihre Leistung zu steigern, zusätzliche Hilfe können wir nicht bekommen also bleibt wohl nur diesen Zustand auszuhalten.
Und genau davor möchte ich warnen.

Zum Abschluss eine nette Anekdote: Ich hatte Geburtstag und ich habe 2 Hobbies Angeln und Radfahren. Sie hat mir eine Torte gebacken die aussah wie ein
Hecht. Nicht einfach nur eine fischförmige Backform, nein.... sie hat eine realistische Hecht Illustration auf Zuckerguss drucken lassen und diesen dann so über meinen Lieblingskuchen gezogen dass es auf den ersten Blick aussah wie ein Fischspielzeug. Die Kinder durften ihr helfen und waren so aufgeregt dass wir den Fisch noch an dem Abend als ich nach Hause kam anschneiden mussten. Wir hatten also Torte zu Abend aber es war eine total schöne Überraschung und ihr Leuchten in den Augen und das der Kinder war einfach wunderschön. (Die Küche sah allerdings aus als hätte der Fisch sich gewehrt wie ein Echter...)

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B
@Theboss Die Familienkonstellation, die gerade gelebt wird, ist offensichtlich für deine Frau ungeeignet. Sie möchte wieder arbeiten, raus aus dem sie überfordernden Orga-Chaos des Familienalltags. Viele ADHSler können sehr wohl voll leistungsfähig sein, sind für Spitzenleistungen prädestiniert, wenn sie ihren Fokus auf Aufgaben richten können, die sie wirklich interessieren. Nun habt ihr festgestellt, dass Haushalt und Familienorganisation keinen Hyperfokus bei ihr auslöst. Du bezeichnest dich selbst als "Boss", Chef über mehrere 100 Angestellte. Dann sollte dir doch klar sein, dass jeder Mensch nach seinen Fähigkeiten eingesetzt werden muss, um Leistung zu erbringen. Was spricht dagegen, eine Nanny/ Haushälterin wenigstens stundenweise einzukaufen, die euren Haushalt und die Kinder betreut. Vielleicht auch ein au pair. Klar werdet ihr alle unglücklich, wenn du an deinem von Mama und Papa vererbten Idealbild von Familie festhältst. Auch du darfst kreativ werden und dich deiner Chef-skills bedienen, um Lösungen herbeizuführen. Deine Frau unbedingt nach deinem Idealbild von Mama und Oma umformen zu wollen, ist keine Lösung.

Zitat von Theboss:
zusätzliche Hilfe können wir nicht bekommen

Was hindert euch?

Vielleicht ist es auch für dich an der Zeit mal aus dem starren Korsett deiner Glaubenssätze aufzubrechen und neue Wege zu gehen. Alles Gute dafür!

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