Zitat von Tiefes Meer:Gründe werden sich IMMER finden, wenn jemand es an partnerschaftlichem Engagement vermissen lässt. Mir kommt es bei Euch schon so vor als wenn Du ihm - salopp gesprochen - so einiges durchgehen lässt, was von außen betrachtet nicht ok ist. Dazu zähle ich auch seine nicht abgesprochenen s. Online-Aktionen. Will sagen - Deine Toleranz und Dein Verständnis nimmt er gerne mit . Wenn's umgekehrt drauf ankäme, wird er offenbar vornehm zurückhaltend.
Das Problem scheint zu sein - er macht, ohne sich vorher Dir gegenüber zu erklären. Du bist sauer und verzeihst . Und ziehst dann letztlich den Kürzeren, weil Dir - offenbar deutlich viel mehr als ihm - daran gelegen ist, nichts zu tun, wozu er kein Placet gibt .
Und trotzdem darf man nicht nur diese Geschichten betrachten. Es gibt viele Dinge in Beziehungen, die nicht immer ganz so ausgewogen sind, als es die Wunschvorstellung ist.
Ich meine damit nur, auch ich habe meine Dinge angestellt, bei denen ein anderer schon lange die Reißleine gezogen hätte und er hat Verständnis aufgebracht und hat geholfen wo er nur konnte.
Einfacher ist es natürlich sich nur auf einfache Geschichten zu konzentrieren, wo klar daraus hervorgeht wer der gute und wer der schlechte ist.
Ein Beispiel, wo andere schon lange die Reißleine gezogen hätten:
Ich habe ihn über eine sehr lange Zeit emotional alleine gelassen und ohne mich zu rechtfertigen oder den Vorwurf zu besser dastehen zu lassen, ich war in einer sehr starken Depression gefangen verursacht durch eine Ausnahmesituation. Zuerst haben wir uns eine Eigentumswohnung gekauft, dann die FG, dann ist meine Mutter an Krebs erkrankt, dann wurde ich sehr krank (ich hatte neurologische Ausfälle, war zeitweise auf einer Körperhälfte gelähmt), war monateweise krank geschrieben, musste mich aber trotzdem um die Pflege meiner Mutter kümmern bis hin zu ihrem Tod, musste den ganzen bürokratischen Kram erledigen, weil mein Vater aufgrund der Situation nicht imstande war und meine Geschwister keine Hilfe, kam wegen eines kompletten Burnouts in Therapie, die zwei Monate nach der Entlassung in einem Suizidversuch gipfelte, verlor meinen Job und damit gerieten wir finanziell in eine ziemliche missliche Schieflage. In diesen 18 Monaten habe ich ihn zum Teil sehr mies behandelt und ich kann nicht die gesamte Schuld nur auf die Depression schieben, denn ein Funken Verstand war vorhanden und hätte es besser wissen müssen, dass man einen Menschen nicht so behandelt.
Trotz all dem Mist, der damals geschehen ist, stand er hinter mir, half wo er nur konnte, akzeptierte meine Wutausbrüche und meine sehr erheblichen Stimmungsschwankungen, versuchte das Beste aus der Situation zu holen.
Nein, dass ich in dieser Beziehung über die Maßen Verständnis zeigte, mag zum Teil stimmen, aber auch er war mit mir gefordert. Es kam damals beinahe zur Trennung, weil ich es nicht mehr aushielt ihn so leiden zu lassen und dass er auf so viel verzichten musste meinetwegen und so viel mitmachen musste. Für einen Partner ist es absolut nicht leicht, dem geliebten Menschen zu sehen zu müssen, wenn er sich das Leben nehmen will.
Andere hätten die Beziehung aufgelöst, aufgrund des ganzes Chaos. Aber er blieb hinter mir und hatte zu keinem Zeitpunkt die Absicht die Beziehung aufzulösen.