Nein, ich würde mal eine Weile davon ablasen, einen Kompromiss finden zu wollen. Das erzeugt doch auf beiden Seiten immer mehr Druck und es bewegt sich ja eh nichts. Mal ablassen vom Thema.
Mal 2 Bsp. aus meinen Büchern, die mir gerade in den Sinn kommen, aber nichts mit Millenas Thema zu tun hat.
Fall 1 war ein Paar, das sich innig liebte, aber über wirklich alles stritt und ewig auf Kompromisssuche war. Das fing schon beim gemeinsamen Wohnungseinrichten an. Beharrlich hielten beide an ihren Argumenten fest und suchten eine Lösung, die nie gefunden wurde weil das Problem bei beiden an ganz anderer Stelle zu finden war: beide hatten ein unbewusste ausgeprägtes Autonomiebedürfnis und empfanden jeweils den kleinsten Wunsch des anderen als Einschränkung/Dominierung und kämpften innerlich im Grunde um ihre Freiheit, darum nicht beherrscht zu werden. Dahinter steckte bei beiden in der Kindheit Elternthematiken, die absolut nichts mit der Gegenwart zu tun hatten. Sie mussten lernen, dass Beziehung kein Machtkampf ist und Bedürfnisse des anderen kein Versuch der Dominanz.
Fall 2 ein Paar um die 70. Allerdings ging nur er allein zur Paartherapie weil sie sich sträubte

Er schilderte diese Ehe als wahren Traum seit 30 Jahren. Alles tip top und da er nun in Rente sei, alles noch schöner, da er seinen Beruf nicht gern ausübte und nun endlich Zeit für all seine Interessen hat.
Er ging in Therapie weil er seit einiger Zeit fast wahnhaft darauf erpicht war, seine Frau s. möglichst gut zu befriedigen und gelang es ihm nicht, stürzte er in eine heillose schwere Depression und bekam Errektionsprobleme. War sie nicht absolut befriedigt, beherrschte das Denken darüber sein gesamtes Leben und wegen seiner Depression und den Errektionsproblemen wiederum lief es im Bett nicht rund- wieder ein Grund in Depressionen zu verfallen. Ein Teufelskreislauf.
Das Denken des Paareskreiste nur um diese S.thematik- ohne Lösung. Deswegen die Therapie.
Schließlich stellte sich heraus, dass der Mann seit Renteneintritt mit dem Thema des Älterwerdens, des Todes usw. konfrontiert war, es aber hartnäckig verdrängte. Doch seine nächtlichen Träume zeugten klar davon, dass er diesen Themen mit einwandfreier Potenz zu begegnen suchte.
Das nur mal um zu veranschaulichen, dass die Lösung manchmal nicht in Problemnähe ist

Paar 1 hätte weiterhin nach Kompromissen suchen können und Paar 2 hätte die 100 ste S.entspannungstechnik machen können oder seine Frau hätte ihm zum widerholtem Male sagen können, dass alles okay sei.