Zitat von LeTigre:Ok, zukünftig werde ich auch meinen Klienten auf Arbeit Nichts mehr glauben und wenn es Probleme mit den Kollegen auf Arbeit oder der Mutter gibt antworte ich einfach:"Sorry Frau H., aber so lang ich nicht mit ihrer Mutter und ihren Kollegen gesprochen habe, glaube ich ihnen kein Wort und werde nichts dazu ...
Du weißt aber doch, @LeTigre, dass Menschen Aussagen unterschiedlich verstehen und meinen (das Vier-Seiten-Prinzip von Schulz von Thun kennst Du, unterstelle ich). Und genau darauf zielt doch dieser Kommentar von Sliderman ab.
Was der TE hier berichtet, ist sein (Un-)Verständnis von der Entwicklung der Situation, jedenfalls alles, was er über die Gegenseite berichtet. Da werden Aussagen interpretiert, deren Ehrlichkeitsgehalt angezweifelt, aber vor allem auch werden diese Aussagen aus einem Kontext gerissen hier erzählt.
Wo ist denn da für uns objektive Betrachter die wirkliche Objektivität? Wie kann man denn hier Vermittler sein, wenn von zwei Beteiligten nur einer erzählt - und nicht eben beide?
Das gilt doch ganz generell, nicht nur in diesem Thread, wie Du schon ganz folgerichtig erkannt hast.
Und: Wenn Du das von Sliderman Gesagte auf Dein Klientenbeispiel überträgst, wäre der Fall doch deutlich anders zu verstehen: Wenn Du Deinem Klienten im psychosozialen Bereich sagst, dass Du seine Empfindungen nachvollziehen kannst, aber eben auch nachfragst, wie er zu dieser Ansicht kommt, verurteilst Du dann echt generell die Gegenseite? Das glaube ich Dir nicht. Ich hoffe jedenfalls nicht, dass Du das tust. Du kannst Deinem Klienten glauben, dass sein Empfinden für ihn real ist, ohne gleichzeitig das, was ihm entgegengebracht wurde, zu verurteilen. Vielleicht mangelt es da bei dem Klienten und seiner Gegenseite einfach auch an der Kommunikation oder Aussagen werden anders verstanden als sie gemeint sind, das ist doch gerade bei den angeführten Störungen gar nicht aus der Luft gegriffen.
Davon ab hat der TE hier die Aussagen, die auf Interesse seitens des Dates hinwiesen, nicht geglaubt. Warum nicht? So etwas würde ich bei meinen Klienten mal herauszufinden versuchen. Auf diese Weise kommt man vermutlich eher zum Ziel.