ThomasS
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Die letzten acht Tage waren, nunja ereignissreich.
Letzte Woche am Donnerstag kommt die Sekretärin meines Chefs in mein Zimmer und sagt mir, er möchte mit mir sprechen. Es geht um meine Stelle. Nun bin ich ja seit einem Jahr relativ unproduktiv (für meinen Anspruch). Es stellt sich heraus, dass er mir im Anschluss an meine befristete (bis Mitte 2019) Projekt-Stelle einen Vertrag für ein weiteres Jahr anbieten möchte als Nachfolger meines kürzlich in Rente gegangenen Kollegen. Es wäre für mich eine Möglichkeit, entspannt zu forschen und mich in Ruhe umzusehen. Ich müsste nur eine Vorlesung halten (das ist der Preis). Eine etwas unerwartet schöne Entwicklung.
Dann ging ich mittagessen. Und da sehe ich SIE wieder. Sie war mit einer mir unbekannten Frau da. Wir sehen uns kurz an und signalisieren uns, daß wir uns ja später kurz sehen können. Wir verpassten uns, verabredeten uns aber für vergangenen Mittwoch.
Letzten Mittwoch hatten wir nun also das erste beabsichtigte Treffen seit Dezember 2017.
Ich kann jetzt nicht ins Detail gehen, aber es war ein wunderschönes Treffen. Fast wie früher, nur mit dem Unterschied, dass ich ja weiß, dass sie nun mit jemandem zusammen ist.
Es war ein Treffen mit vielen Zumutungen, sehr ehrlich, offen und ganz viel Mitgefühl von beiden Seiten. Vielleicht das erwachsenste Gespräch, dass ich je geführt habe. Wir haben uns unsere Wahrheiten nicht erspart, oder vlt. sollte ich sagen, wir haben uns unsere Wahrheiten geschenkt.
Es geht ihr jetzt sehr gut mit ihrem neuen Freund.
Ich wagte mich zu fragen, wer er ist. Sie zögerte kurz. Ich habe ihn einmal kennengelernt, beim Klettern im Oktober 2017. Ein sympathischer Kerl. Ich habe die beiden sogar zusammen auf einem Foto. Es ist irgend wie surreal. Ich möchte diese Fotos nicht ansehen. Er hat keine Familie, ist frei wie ein Vogel. Damals beim Klettern war er abee noch kein Thema für sie. Da war ich noch da.
Offenbar hatte sie mit ihrer Psychologin (andere Geschichte wegen Trennung von ihrem Mann) schon sehr früh über mich/uns gesprochen. Lange, bevor ich ihr meine Zuneigung im Nov. 2017 offenbarte. Es wäre alles möglich gewesen, aber sie hat sich bei mir extrem zurückgehalten, wie sie mir jetzt sagte (aufgrund ihrer "turbulenten" Erfahrungen vor "unserer Zeit").
Immerhin werden wir uns wieder sehen können. Nur nicht so oft, weil das "nicht gut" für Sie wäre. Auch ich werde mich fragen, ob es gut für mich wäre..
Diese Frau wird mich mein Leben lang begleiten, so oder so..
Ich habe seitdem jeden Tag weinen müssen. Teilweise habe ich dabei so schnell und tief geatmet, dass mir schwindelig wurde. K.A. ob das Trauer ist oder ganz kleine Panikanwandlungen.
Ich habe es noch nicht ganz realisiert, dass ich mir die Chance mit dieser Frau durch die Finger gleiten lassen habe.
Heute abend hatte ich nun wieder ein Gespräch mit meiner Frau. Es war in weiten Teilen recht offen.
Sie fragte mich u.A. dies:
Willst Du noch an unserer Ehe arbeiten, hier und jetzt. Ich musste lange überlegen.
Hier und jetzt, habe ich für uns keine Vision, keine Idee. Ich wei es nicht.
Sie lies nicht locker.
Also entschied ich mich schließlich dazu ihr zu sagen, dass ich hier und jetzt keine Lösung sehe und habe es daher verneint.
"Aber Du bist noch hier?", "Warum?"
Es folgte eine ca. 2h langes Gespräch, meist recht konstruktiv. Aber es bleibt die Frage, was aus unserer Ehe wird. Seit ich meiner Frau Anfang November endlich erstmals einen Teil meiner Gedanken offen sagte, ist sie deutlich sanfter geworden. Es war für Sie ziemlich hart gewesen. Mittlerweile sieht sie aber auch selbst viele Fehler bei sich.
Ich versuche jetzt Schuldzuweisumgen zu vermeiden. Die Schuldfrage ist nicht Hilfreich, wenn eine echte Klärung erwünscht ist.
Aber eine echte Klärung macht eben auch Angst. Angst vor den möglichen Folgen. Z.B. Trennung..
Und wofür?
Momentan bin ich einfach nur traurig. Aber ihr geht es gut.