Zitat von Florentine:Er sagt im Wesentlichen dasselbe.
Auch wenn sie ständig streiten.
Sowas erstaunt und verwundert mich.
Das ist eigentlich kein so schlechtes Zeichen. Wenn sie ständig streiten, würde ich vermuten, dass beide für etwas kämpfen, von dem sie glauben, dass es mit dem Partner möglich ist. Sie glauben also noch an etwas und haben die Hoffnung nicht aufgegeben.
Dann müssen aber beide an ihre Wurzeln, vlt. mit Einzeltherapie? Aus meiner jetzigen Erfahrung würde ich sagen, dass Paartherapie erst nach einer Selbsklärungsphase sinnvoll ist.
Zitat von Payne:Liegt es bei dir daran das du ne andere Einschätzung von dir selbst hast?
Jain. Ich spühre in mir eine große Sehnsucht, auszubrechen und mich mal zu entfalten, aber ich habe es mir noch nie so richtig erlaubt/getraut. Also ich glaube schon, dass ich da eine andere Selbsteinschätzung habe, obwohl ich es mir selbst noch nicht so oft bewiesen habe.
Zitat von Payne:
Das kann man halt vorher immer nie sagen.
Diesen Montag habe ich ihr die wahrscheinlich letzte Email-Nachricht geschrieben. Unser letztes Treffen im November war ja wieder sehr schön, wir haben sehr offen sprechen können und ich hätte ihr noch soviel zu sagen gehabt. Wir verblieben dann so, dass wir uns durchaus mal wieder sehen können, nur, dass Sie es lieber nicht so oft tun möchte. Sie kann ihre Gefühle für mich eben auch nicht einfach ausschalten. Ich sagte, dass ich mich sehr freuen würde.
Nun habe ich aber geschrieben, dass ich glaube, dass es besser ist, wenn wir uns nicht mehr sehen und ich habe es so begründet:
Wenn sie noch Gefühle hat und den Kontakt einschränken will, dann kommt bei mir an, dass sie das Risiko vermeiden will, sich wieder zu verlieben, oder ihre Entscheidung (dass sie jetzt mit jemandem zusammen ist) zu bedauern, weil sie uns im Grunde weiterhin Chancen einräumt. Die Realität sieht aber anders aus und mir würde es bei einem erneuten Treffen sehr sehr schwer fallen, darüber hinwegzusehen.
Diesen Brief zu schreiben ist mir sehr schwer gefallen.
Es war ein Traum mit dieser Frau, in den ich mich bereitwillig habe fallen lassen und der sich nun in einen Albtraum verwandelt hat, aus dem ich versuchen muss, aufzuwachen, aber ich bin noch gefangen.
Ob das Lebenskapitel mit dieser Frau damit abgeschlossen ist? Ich wage keine Prognose...
Gestern war ich bei einer anderen Psychologin (der Psychologe, bei dem ich bisher bin, hilft mir leider kaum). Es ist die selbe Psychologin, bei der auch "sie" bis vor kurzem in Behandlung war. Sie hat mir den Kontakt gegeben und ich musste feststellen, dass das eine viel bessere Erfahrung war. Ich konnte fast sofort eine Art von Vertrauen zu ihr fassen und werde wahrscheinlich jetzt wechseln.
Ich hoffe, dass es mir gelingt, diese ziemlich tiefe Traurigkeit über das, was hätte sein können, zu bewältigen und nach vorn zu blicken, denn im Moment schütte ich die Trauer mit allem zu, was ich finde. Vielleicht kann ich mich ja irgendwann sogar auf meine Frau einlassen, wenn es bis dahin nicht zu spät ist. Momentan sehe ich das noch nicht kommen..
Euch allen ein gesundes, heilsames und bestärkendes 2019!