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Unglücklich in der Ehe mit Kinder - bleiben oder gehen?

mcteapot

Zitat von Florentine:
Ich bin nicht mal sicher, ob ich wirklich weiß , wie sich das anfühlen sollte/müsste.

ich auch nicht, aber so wie es war - war es nicht gut für mich für uns. Ich wurde krank - und seit er weg ist, wird es besser

20.12.2018 13:27 • #121


ThomasS


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Zitat von Florentine:
3 Minuten später stand ich, heulend wie ein Schlosshund, auf dem Parkplatz.


Ja, sowas passiert mir auch. Nicht oft, aber es passiert. Meistens in einem Moment, in dem mir zwei Dinge gleichzeitig bewusst werden:
Dass es mir eigentlich an nichts fehlt und doch fehlt mir das Wesentlichste. Jemanden aus vollem Herzen zu lieben und in dieser Liebe aufgehen zu können.


Zitat von Florentine:
Ich denke immer, dass anderen Menschen das leicht von der Hand geht.


Tut es wahrscheinlich nicht. Kann sein, dass es solche Menschen gibt. Aber es sind mit Sicherheit nicht die Meisten. Ich würde sagen, eher anders herum. Jeder leidet anders. Einige sind eben so erzogen, dass sie ihr Glück in die Hand nehmen.
Dieter Lange sagt: "Die meisten Menschen leben ein Leben in stiller Verzweiflung."
Ich denke, das sind die, von denen man glauben mag, dass es ihnen leicht von der Hand geht. Ich würde sagen, die schämen sich nur zu sehr, um ihr Leid zu zeigen, weil das in unserer Gesellschaft ja auch mit Versagen assoziiert wird.

Zitat von Florentine:
Ich bin nicht mal sicher, ob ich wirklich weiß , wie sich das anfühlen sollte/müsste.

Immerhin habe ich durch die andere Frau mal eine gewisse Vorstellung bekommen, wie es sich anfühlt, wenn man bereit ist, wirklich etwas von sich zu investieren.

Wer weiß. Ich versuche mir jetzt einzureden, dass wir im Alltag vielleicht gar nicht funktioniert hätten. Diese chaotische Situation ist belastend und aufregend zugleich, aber sicher kein Dauerzustand. Was aber, wenn beide unterbewusst nach einer gewissen Aufregung im Leben suchen. So eine Kriese hält einen dann gut auf Trab. Das mag vielleicht ein wenig zynisch klingen, aber deswegen muss es nicht unwahr sein.

20.12.2018 15:40 • x 2 #122


Satori

Satori

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Zitat von Florentine:
Ich bin nicht mal sicher, ob ich wirklich weiß , wie sich das anfühlen sollte/müsste.


Doch, das wirst du wissen, wenn der Richtige in Dein Leben tritt. Dann wird es wunderbar und ganz anders sein! Trau Dich, du zögerst die Entscheidung schon so lange hinaus. Es wird nicht besser.

20.12.2018 16:11 • x 1 #123


Florentine

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Meine Freundin macht das seit 3 Jahren. Inklusive Einzeltherapie,1 Jahr Paarberatung und seit nunmehr einem Jahr ohne S..
Sie sagt, sie liebt ihn und will sich nicht trennen.
Er sagt im Wesentlichen dasselbe.
Auch wenn sie ständig streiten.

Sowas erstaunt und verwundert mich.
Tauschen möchte ich nicht, aber diese Aussage, mit solcher Gewissheit vorgetragen...erstaunlich

20.12.2018 16:22 • #124


Payne

Payne

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Zitat von ThomasS:
Einer, der eigentlich keine Veränderungen will, sondern Sicherheit.

Ich selbst bin auch so ein Mensch. Finde das jetzt aber nicht so schlimm.
Liegt es bei dir daran das du ne andere Einschätzung von dir selbst hast?

Zitat von ThomasS:
Eine Option (Vermutung) auch hier wieder: Trennung auf Zeit, um zu sich selbst zu finden und nicht alles auf sich selbst zu beziehen.

Kann Sinn machen und helfen sich auf sich selbst zu besinnen. Mein ex und ich hatten mal ne ca 4 wöchige Auszeit und danach waren wir noch 7 jahre zusammen. Wir haben nur den Fehler gemacht und nicht aufgearbeitet.

Zitat von ThomasS:
Ich versuche mir jetzt einzureden, dass wir im Alltag vielleicht gar nicht funktioniert hätten

Das kann man halt vorher immer nie sagen.

21.12.2018 08:08 • #125


ThomasS


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Zitat von Florentine:
Er sagt im Wesentlichen dasselbe.
Auch wenn sie ständig streiten.
Sowas erstaunt und verwundert mich.


Das ist eigentlich kein so schlechtes Zeichen. Wenn sie ständig streiten, würde ich vermuten, dass beide für etwas kämpfen, von dem sie glauben, dass es mit dem Partner möglich ist. Sie glauben also noch an etwas und haben die Hoffnung nicht aufgegeben.
Dann müssen aber beide an ihre Wurzeln, vlt. mit Einzeltherapie? Aus meiner jetzigen Erfahrung würde ich sagen, dass Paartherapie erst nach einer Selbsklärungsphase sinnvoll ist.


Zitat von Payne:
Liegt es bei dir daran das du ne andere Einschätzung von dir selbst hast?


Jain. Ich spühre in mir eine große Sehnsucht, auszubrechen und mich mal zu entfalten, aber ich habe es mir noch nie so richtig erlaubt/getraut. Also ich glaube schon, dass ich da eine andere Selbsteinschätzung habe, obwohl ich es mir selbst noch nicht so oft bewiesen habe.

Zitat von Payne:


Das kann man halt vorher immer nie sagen.


Diesen Montag habe ich ihr die wahrscheinlich letzte Email-Nachricht geschrieben. Unser letztes Treffen im November war ja wieder sehr schön, wir haben sehr offen sprechen können und ich hätte ihr noch soviel zu sagen gehabt. Wir verblieben dann so, dass wir uns durchaus mal wieder sehen können, nur, dass Sie es lieber nicht so oft tun möchte. Sie kann ihre Gefühle für mich eben auch nicht einfach ausschalten. Ich sagte, dass ich mich sehr freuen würde.
Nun habe ich aber geschrieben, dass ich glaube, dass es besser ist, wenn wir uns nicht mehr sehen und ich habe es so begründet:
Wenn sie noch Gefühle hat und den Kontakt einschränken will, dann kommt bei mir an, dass sie das Risiko vermeiden will, sich wieder zu verlieben, oder ihre Entscheidung (dass sie jetzt mit jemandem zusammen ist) zu bedauern, weil sie uns im Grunde weiterhin Chancen einräumt. Die Realität sieht aber anders aus und mir würde es bei einem erneuten Treffen sehr sehr schwer fallen, darüber hinwegzusehen.

Diesen Brief zu schreiben ist mir sehr schwer gefallen.
Es war ein Traum mit dieser Frau, in den ich mich bereitwillig habe fallen lassen und der sich nun in einen Albtraum verwandelt hat, aus dem ich versuchen muss, aufzuwachen, aber ich bin noch gefangen.
Ob das Lebenskapitel mit dieser Frau damit abgeschlossen ist? Ich wage keine Prognose...

Gestern war ich bei einer anderen Psychologin (der Psychologe, bei dem ich bisher bin, hilft mir leider kaum). Es ist die selbe Psychologin, bei der auch "sie" bis vor kurzem in Behandlung war. Sie hat mir den Kontakt gegeben und ich musste feststellen, dass das eine viel bessere Erfahrung war. Ich konnte fast sofort eine Art von Vertrauen zu ihr fassen und werde wahrscheinlich jetzt wechseln.

Ich hoffe, dass es mir gelingt, diese ziemlich tiefe Traurigkeit über das, was hätte sein können, zu bewältigen und nach vorn zu blicken, denn im Moment schütte ich die Trauer mit allem zu, was ich finde. Vielleicht kann ich mich ja irgendwann sogar auf meine Frau einlassen, wenn es bis dahin nicht zu spät ist. Momentan sehe ich das noch nicht kommen..


Euch allen ein gesundes, heilsames und bestärkendes 2019!

09.01.2019 11:54 • x 1 #126


ThomasS


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Weiß nicht, warum ich das jetzt schreibe, vermutlich, weil ich auf paar warme Worte hoffe...


Mittlerweile bin ich bei der gleichen Psychologin, wo die AF früher war. Natürlich spricht sie nicht über sie, aber ich habe das Thema noch nicht abgeschlossen. Ihrer Beobachtung nach sind wir vom Typ her sehr ähnlich, wir sind auch beide sehr anpassungsfähig.

Musste heute beim Spaziergang nach dem Mittagessen plötzlich weinen. Ich sah die Sonne, das schöne Wetter und musste weinen. Dass hatte sicherlich mit meiner Beziehung zu tun. Auch die AF war davor in meinen Gedanken.

Ich mache mir etwas vor. Ich halte mich an dieser Ehe fest, obwohl ich mich meiner Frau nicht nahe fühle. Ich mache mir etwas vor und ich mache ihr etwas vor. Was mache ich uns vor? Dass alles gut wird, wenn wir dran bleiben? Ich betrüge uns beide! Wie lange will ich das noch tun? Solange bis die Erinnerung an die AF irgendwann verblasst ist? Ich merke, dass ich mich oft nicht darauf freue, meine Frau abends wieder zu sehen. Gleichzeitig erfreue ich mich an den Kindern und wie gut es ist, dass meine Frau für sie da ist und wie sehr die beiden uns brauchen und vertrauen. Ich fürchte ich mich davor, dieses Konstrukt zusammenfallen zu lassen, obwohl dadurch evtl. etwas Neues Besseres entstehen könnte.

Äußerlich funktioniere ich irgendwie weiter... aber ich bin innerlich fix und fertig, am Boden zerstört...
Und ich bin frustriert, verwirrt, ärgerlich bis richtig sauer und fühle mich absolut hilflos.

Da ist einfach kein Ausweg. Ich suche und quäle mich/uns seit einem Jahr in der Hoffnung etwas in mir zu entdecken, das mir den Glauben wiedergibt, dass unsere Ehe doch eine gute Entscheidung war.

Zeigt das jetzt, das ich ein Feigling bin, oder dass mir meine Frau doch etwas wert ist? Etwas ist sie mir jedenfalls wert..

22.01.2019 16:01 • #127


Florentine

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Hallo Thomas

Deine Frau ist dir etwas wert. Es gibt viele gemeinsame Jahre, Erinnerungen. Vor allem an eine Zeit, in der du sie inniger und umfassender geliebt hast.
Du hältst, wie du schreibst, das Konstrukt der Familie mit dir und ihr als Eltern fest, nicht aber eure Partnerschaft.
Ich will das gar nicht "klein" schreiben, denn eine Familie ist etwas Großes, etwas Großartiges.
Eine Liebe aber auch.
Wenn du in der Situation jetzt glücklich wärst, wäre es etwas anders. Dann gälte es vielleicht tatsächlich zu überlegen, ob das, was dir deine Frau noch und die Familie überhaupt wert sind, reicht, um damit alt zu werden.
Aber du bist nicht glücklich.
Seit vielen Monaten nicht.

Ich habe Respekt davor, wie du kämpfst und arbeitest. An dir, an der Situation.
Und ich kenne die Zweifel, die Angst, die dich befallen SO gut.

22.01.2019 20:29 • x 1 #128




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