Zitat von Genussmensch: Wir leben unseren Kindern vor, was erwachsen sein bedeutet, was Liebe heisst, Verantwortung, Sorge zu tragen.
Das passiert auf keinen Fall, wenn Mama bei Schulze pennt.
Tatsächlich ist es speziell für Kinder verwirrend, wenn sie sowas mitbekommen:
https://www.jetzt.de/liebe-und-beziehun...ren-elternWas Deine Ehe betrifft kommt überdies (von Deiner Frau vorgelebter) Betrug ins Spiel, nachdem Ihr keine Polyamorie vereinbart hattet.
Ich weiß nicht, was Deine Frau veranlaßt hat, sowas zu machen und wir müssen das hier auch nicht näher erörtern. Fakt ist in jedem Fall, daß sie es heimlich tat und Dich somit arglistig getäuscht hat. Das Ganze war auch kein einmaliger "Ausrutscher", sondern lief über längere Zeit hinweg.
Aus Deinen Beiträgen ist offensichtlich, daß so ein Betrug für Dich ein absolutes No-Go ist - und zwar
per sé. Insofern spielen speziell für Deinen Fall weder die Motivation, noch die näheren Umstände der Affaire da noch eine Rolle: Jemand der fremdgepimpert hat kommt für Dich als Partner grundsätzlich nicht (länger) in Frage, Ende Gelände.
Dies ist ein freies Land. Selbstverständlich darfst Du diesen Anspruch an Deinen persönlichen Umgang hegen und dafür sorgen, daß er entsprechend aussieht. Die Konsequenz hast Du ja auch bereits gezogen und Dich von Deiner Gattin getrennt. Das ist Deine ureigene Entscheidung, sie ist nachvollziehbar und es ist eine Sache der Toleranz, sie zu akzeptieren - kein Thema.
Eure Kinder hingegen sind eine völlig andere Baustelle.
Zunächst mal hast Du ihnen mit der harten Trennung gerade vorgelebt, was Unbeugsamkeit bedeutet. Wohl auch, daß man (allseits) besser prüfen möge, ehe man sich ewig bindet.
Daß Deine Frau eine untreue Gattin war, läßt allerdings (zumindest für mich als Außenstehende) nicht automatisch den Schluß zu, sie sei auch eine miese Mutter gewesen. Ich gehe zunächst mal davon aus, daß Deine Kinder sie als Mutter über kurz oder lang vermissen werden. Früher oder später steht zudem die Sorgerechtsfrage im Raum.
Ein gewisser Umgang zwischen Mutter und Kindern dürfte sich wohl kaum verhindern lassen. Deine Kinder werden also auch lernen, daß es ein Leben nach der elterlichen Scheidung geben kann und wird. Ein Leben, das sie immer mal wieder mit dem der Familie vergleichen werden, die jetzt nicht mehr existiert.
Irgendwann - vielleicht erst nach Jahren, als junge Erwachsene - kommen dann vielleicht auch Fragen auf wie "Warum habt Ihr gleich aufgegeben? Warum konntet Ihr nicht wenigstens versuchen, die Affaire aufzuarbeiten und Eure Ehe auf andere Füße zu stellen?"
Natürlich mag es Umstände geben, mit denen Du dann rechtfertigen kannst, warum das völlig ausgeschlossen war und blieb. Ich will das jetzt und hier auch überhaupt nicht werten, schließlich kennst Du Deine Frau besser als ich und wirst insofern schon wissen, warum Du die Eheflinte so konsequent ins Korn geworfen hast. Je nach Umständen hätte ich es vermutlich genauso gehandhabt, denn auch ich will keine Menschen in meiner nächsten Nähe wissen, auf die ich mich nicht hundertprozentig verlassen kann - dann lieber Single.
Dann werden Deine Kinder auf jeden Fall lernen, daß es Fehler gibt, die nicht wiedergutzumachen sind. Und daß aus Liebe auch echte Abscheu werden kann.
Ich würde mich freuen, wenn Deine Frau und Du es zumindest noch hinbekommen, um der Kinder willen einen zivilen Umgang miteinander zu etablieren. Denn dann werden sie lernen, daß es eine Form von Liebe gibt, die sogar so eine tiefsitzende Abscheu voreinander überwinden kann.
Was ich unterm Strich damit sagen will: Deine Kinder werden auch so noch viel von Euch beiden lernen - völlig unabhängig davon, wo ihre Mutter gerade pennen sollte. Vergiß das bitte nie, denn was sie ab hier jetzt übers Erwachsensein, Liebe und fürsorgliche Verantwortung von Euch beiden (!) lernen werden, geht weit über die Affaire und Eure Trennung hinaus...