Zitat von Trust_him: Sich niemals sicher zu fühlen bei einem Menschen, denn in den meisten Fällen ist es ohnehin zum Scheitern verurteilt?
Gibt es dann überhaupt einen Unterschied zwischen der offiziellen Beziehung und der Affäre oder sind beides einfach nur unterschiedliche Arten einer Beziehung?
Frage 1: Das Leben ist einfach nicht sicher. Unsere Psyche macht - in gesunden Fällen - daß wir eben nicht permanent und ständig an das Schlimmste denken, sondern darauf vertrauen, daß alles gut wird.
Damit ist aber nicht gemeint, daß wir immer völlig naiv auf den bestmöglichen Ausgang vertrauen sollen, sondern darauf, daß, egal vor welche Situation uns das Leben stellt, wir diese schon irgendwie meistern werden. Manchmal brauchen wir Hilfe, manchmal muß dann ein ganz anderes Leben her, manchmal etc etc. Psychologisch nennt sich das Selbstwirksamkeit. Wir erlernen bzw erleben, daß wir auch sehr schwierige Herausforderungen meistern, daß, selbst wenn es ganz schwarz ausschaut, wir Wege finden, damit es wenigstens wieder grau wird. Ein modernes Mausgrau oder doch lieber ein seriöses Steingrau frei nach Loriot, Humor ist eine großes Hilfe (auch psychologisch erwiesen, so lange man sich nicht dem Zynismus oder Sarkasmus) hingibt.
Frage 2: Ansichtssache. Für mich sind das zwei sehr verschiedene aber gleichwertige Beziehungsarten. Es fängt damit an, ob es ein warmer Wechsel war oder eine Affäre, hängt in der Bewertung vom Ausgang ab. Dann von welchem Ausgang reden wir? Wenn der warme Wechsel nach einem Jahr scheitert oder nach 23, macht das nicht dann doch einen Unterschied? Und wie sehr hängt das mit unserer Bewertungen zusammen und ist damit eigentlich auch ganz schön beliebig?
Wieso wollen wir, dass Partner auch einen Freundeskreis haben, in dem sie tiefe Gefühle teilen, aber eben nicht das Bett? Und an welcher Stelle ist ein Ausrutscher das eine und eine zwei, drei Jahre geführte Beziehung das andere?
Ich kenne Affären, die ich führen würde und Ehen, bei denen ich aufgrund des entwertenden Miteinanders dankend ablehne, genauso wie Affären die ich sicher nicht führen würde und Ehen, die ich schön finde.