Zitat von Jetti: Es geht um die Individualität, während die Erwähnung
der fehlenden Gelegenheit vorher so klang, als sei
prinzipiell das die Grundlage der Unterscheidung.
Im Gegenteil, ich finde es einfach nur bedenkenswert, sich die Frage zu stellen: Wie viel des Ergebnis´ war die eigene Entscheidung meines Gegenübers, wie viel ist den Umständen geschuldet? Meistens gibt es ja noch andere Indizien, anhand derer man das beantworten kann, oder die Frage stellt sich gar nicht erst, aber manchmal, relativ selten sogar, macht man sich halt doch so seine Gedanken, wenn man im Forum querliest. Und seit meiner Trennung bin ich eher dazu geneigt, diese kleine Ecke in meinem Un(ter)bewusstsein mit einer gewissen Reserviertheit am Leben zu lassen als vorher. Nur präventiv, nicht generalisierend oder nach dem Motto: "Komm Jetti, du hattest doch auch bloß keine passende Gelegenheit!". Das kam vorher vielleicht etwas zu stark so rüber.
Zitat von Jetti: Hier besteht aber der Unterschied, dass einerseits eine Grenze überschritten wurde und andererseits nicht.
Vielleicht störe ich mich auch etwas an dem Wort Gelegenheit.
Denn das ist ja ebenso vielschichtig. Ein treuer EP kann durchaus
vor einer Gelegenheit stehen und diese nicht nutzen,
vielleicht schon überhaupt versuchen, Gelegenheiten zu vermeiden.
Klar, de facto ist das so. Aber ganz ehrlich? Woher willst du als Betrogene im Zweifel die Gewissheit nehmen, wenn er sich nicht erwischen lässt? Ob die Grenze überschritten wurde, lässt sich im Zweifel ja nicht immer beweisen, ebenso nicht der Grund für das Nichtüberschreiten. Die treuen P und EP sind sicherlich in der massiven Überzahl, aber hie und da gibt es halt leise Momente, die einen zweifeln lassen könnten. Zu viele, zu starre Blicke, Kommentare, Abwesenheit bei gemeinsamen Aktivitäten (physisch und psychisch) und all die Scherze, wegen derer User hier auftauchen und fragen: "Liebt er/sie mich noch? Hat er/sie jemand anders?!" - Da versuche ich persönlich halt weder denjenigen zu verurteilen, der nachweisbar diese Grenze überschritten hat noch den, der das, freiwillig oder unfreiwillig, nicht getan hat. Wir gehen alle unterschiedlich mit psychischen Ausnahmesituationen um, das macht das Ganze ja so vielschichtig, nur möchte ich nichts definitiv ausschließen, bei dem ich nicht absolut sicher sein kann. Und meistens läuft das nur mental ab, wenn du die Geschichte hörst und irgendwo, sekundär, ein kleines Häkchen machst a lá "Jo, passt, hätte ich auch so gemacht!" oder "WTF!?".
Zitat von Jetti: Ich finde es nur schade, dass aufgrund der Tatsache, dass
man einem anderen Menschen nicht in den Kopf schauen kann, tatsächliche Treue damit auch immer ein bisschen in Frage gestellt wird.
Ich gebe zu, disneymäßig ist das nicht. Aber ich bin zum Beispiel jemand, der gern für alles offen ist, aber auch relativ kritisch hinterfragt. Und persönlich stelle ich lieber irgendwo im Laufe des Kennenlernens mal kurz die (potentielle) Treue meines Gegenübers in Frage als ein, zwei Monate oder Jahre später mit dem Fressbrett auf dem Nürburgring zu bremsen. Das ist mir ein Mal passiert und sollte sich bitte nicht wiederholen. Quasi ein ganz persönlicher
Fliesentisch-Knacks.

Außerdem bin ich noch bis nächste Woche krankgeschrieben und damit noch unleidlich dazu.
😂 Zitat von Jetti: Genug OT jetzt von mir an dieser Stelle.
Och, @blaublond hat uns beide geliked, ich denke, sie findet das auch ganz interessant.
