Zitat von BlueWoman45:Da müssten sich aber sehr, s e h r viele Paare trennen. Wäre schrecklich, wenn es so wäre. Eigentlich ist es ganz normal, dass man in über 20 Jahren Beziehung eben nicht mehr so wahrgenommen wird, wie man sich das gelegentlich wünscht: Welche Erwartungshaltung haben denn manche an eine Langzeitbeziehung?
Die Statistik sagt 50 % Ehescheidungen, da sind die Trennungen von Unverheirateten nicht mitgezählt.
😉 Wenn ich, ich nehme jetzt mal meinen Fall, 24 Jahre eine Beziehung führe, 3 Kinder groß ziehe, mit Pupertät, mit Konflikten, mit schönen Momenten, muss ich daran arbeiten, dass diese Eindrücke die Beziehung nicht negativ beeinflusst. Paarzeit ist wichtig, Nähe wird oft erst durch Loslassen, durch Distanz geschaffen, wiederum zu viel Distanz kann entfremden. Das ist Arbeit, denen nicht viele gewachsen sind. Glaubst du, dass alle Paare, die noch nach 30 Jahren verheiratet sind, automatisch eine tolle Ehe/Beziehung führen? Unter meinen Freundinnen, wenn sie sich nicht schon getrennt haben, ist die 70 : 30. 70 % sind halt zusammen, 30 % kümmern sich wirklich um ihre Partnerschaft.
Als Person verändere ich mich. Beide verändern sich. Wenn beide diesen Weg gemeinsam gehen, dann löst die Veränderung beim jeweils anderen keine Wahrnehmungsstörung (um es mal so zu formulieren) aus. Man wird weiterhin gesehen. Loslassen kann auch eine Balance in dem sich Wahrnehmen bedeuten. Die Erwartungshaltung orentiert sich nun mal sehr an der Wahrnehmung des jeweils anderen.
In jungen Jahren nimmt man bei einer guten Partnerschaft ja oft an, dass ist der richtige Partner, die richtige Partnerschaft auf Lebenszeit. Diese Konstellation kann sich im Laufe der Jahre aber verändern. Wenn beide nichts zur Pflege der Partnerschaft tun, dann wird dieser vormals passende Partner irgendwann nicht mehr passen und umgekehrt. Allerdings kommt es auch vor, dass man es akzeptieren kann, für einen bestimmten Zeitraum gemeinsam durchs leben gegangen zu sein und dies nun nicht mehr funktioniert.
Von daher sind Erwartungen durchaus legitim, aber sie sind nicht ohne Wahrnehmungen möglich.