Zitat von Elfie1:Noch ein paar Anmerkungen zum unausweichlichen Affärenende: 1. Der Warmwechsel: Den wünschen sich wohl die meisten verliebten Affärenmenschen. Er setzt aber voraus, dass gebeichtet wird. Was dann folgt ist das Ende der Ehe oder Hauptbeziehung mit entsprechendem Rosenkrieg. Betrogene Ehepartner sind für den ...
Danke für Deine Erklärungen zu Deiner Affäre.
Diese Aufzählung klingt sehr passend. Allerdings schlägt hier oft eine ganz andere Konstellation auf.
zu 1. Meistens ist das wohl so, ja. In der ersten Verletzung schaffen es sehr viele kaum objektiv und für die Kinder ihren gekränkten Stolz, die Wut und die Verletzung beiseite zu schieben und oft entsteht ein Rosenkrieg. Ich habe nichts von alldem gemacht. Ich war müde und froh, dass es vorbei war. Ich hatte selbst keine Ambitionen zu streiten und versuchte immer nach dem Wohl der Kinder zu handeln. Aber in den meisten Fällen ist das wohl so, wie Du es beschreibst. Ich kenne sogar Fälle, da beginnen verlassende Betrüger einen Rosenkrieg und watschen den zurückgelassenen Partner sogar vollends ab. Warum sie das tun, erschließt sich mir noch viel weniger.
zu 2. Bei Dir war die Situation etwas anders als hier meistens gelesen. Du warst Betrügerin und die letztendlich vom Single-Mann Verlassene. Du hast das getan, was sich ganz viele hier wünschen. Du hast (oder wolltest) Dich für die Affäre trennen. Dein Affären-Mann war allerdings wohl gar nicht an einer exklusiven Beziehung mit Dir interessiert und ist weitergezogen. Hier ist es oft so, dass die Affäre Nägel mit Köpfen will, sie aber nicht bekommt und der verheiratete Part vertröstet, sich rausredet und letztendlich in der Ehe bleibt, die Affäre oft sogar von jetzt auf gleich fallenlässt. Du warst ja beinahe fair, hast gebeichtet und wolltest gehen. Das tun die meisten Betrüger hier aus diesem Forum eher doch nicht. Mein Ex hätte es auch nie getan.
zu 3. Auslaufen funktioniert nur, wenn beide eher rational und realistisch an die Sache rangehen. Weil sie das leben, was eine Affäre ist, unverbindlich, eher semi-emotional. Hier sind viele, die von der großen Liebe und nie gekannten Emotionen, Leidenschaft, Seelenverwandtschaft sprechen. Dann wird das Auslaufen in der Regel scheitern, weil eine/r immer mehr will als der andere.
Aber grundsätzlich hast Du natürlich Recht. Es tut allerdings weh zu lesen, wie sehr es Dich selbst immer noch belastet, was Du getan hast.
Ich hatte ja versucht als Betrogene der Ehe eine Chance zu geben. Und mich letztendlich doch getrennt und (sorry) keine Sekunde bereut. Und je mehr ich hier lese, stelle ich fest: Egal in welcher Position des Dreiecks man sich befindet, sobald es eins wird, taugt es für alle nicht mehr für eine Beziehung (meine Sicht heute, die muss nicht jeder teilen).
Der reuige Betrüger, sofern es wirklich ernst meint, kämpft trotzdem mit seinem Vergehen und trägt zu viel Last und Konsequenz (auch wenn es nur die eigene ist). Der Betrogene wird den Schmerz nie vergessen und nie mehr unbefangen auf seine Beziehung schauen. Die Affäre, sofern sie schon zu lange andauerte, wird auch nie wirklich frei davon, wie sich der Betrüger gegenüber der Vorgängerin verhalten hat und wie sie ihn "bekommen" hat. Vielleicht dauert es etwas, bis sich die ersten Glücksmomente über das Erreichen des Ziels gelegt haben. Aber ich denke schon, dass das auch unvergessen bleibt.
Ich hätte ja selbst die Affäre eines nach seinen Worten unglücklichen Ehemannes werden können. Als er mir später (ich hatte das schnell beendet) sagte, dass er total in mich verliebt sei und ich genau die sei, die er suche, sagte ich ihm damals schon ohne mein heutiges Wissen durch eigene Erfahrung und dieses Forum: 1. Trennst Du Dich sowieso nie! und 2. Halte ich Dich beziehungstechnisch für ein A....l... und würde Dir vermutlich keinen Meter über den Weg trauen.
Aber ich bin schon immer eher nüchtern und messe Worten nicht viel Bedeutung zu.