Zitat von Zugaste:bestimmt von Vorteil ist für Menschen, die entweder in ein Kennen lernen gehen mit großem Beziehungswunsch, bei Menschen, die schnell einen Beziehungswunsch entwickeln und bei Menschen, die ihren Wert stark von dem Bild abhängig machen
Dem stimme ich definitiv zu, und Menschen in ihrer Mitte, unbedürftig und mit gutem Selbstbild, verhalten sich ja ganz oft schon intuitiv so (bei sich bleiben, nichts erwarten, langsam kommen lassen, nicht überinvestieren usw), wie man es den von dir genannten hier raten würde.
Zitat von Zugaste:Mein Vertrauen wurde auch schon mißbraucht, allerdings empfinde ich es rückblickend nicht so, dass das Ziel dahinter war, mich absichtlich zu verletzen. Das war eher einer der "Kolaterallschäden".
Das empfinde ich bei Vertrauensmissbrauch auch so. Denn der andere tut ja etwas gegen mein Vertrauen meist nicht in der Absicht, mir zu schaden, sondern weil er das für sich zu brauchen glaubt. Dann ist die eigene Verletzung tatsächlich ein Stück weit ein Kollateralschaden. Sowas kann man mMn oft auch miteinander lösen, wenn man es aufarbeitet, klassisch dafür der verziehene Seitensprung.
Zitat von Zugaste:Aber dass mir jemand absichtlich mit voller Wucht weh getan hat, um mir zu Schaden habe ich selten bis gar nicht erlebt.
Ich leider schon. Der Kontext war, wenn auch in völlig verschiedenen Konstellationen und Hintergründen, mich klein zu kriegen, unter Druck zu setzen, um Dinge in der Beziehung zu erzwingen die für mich schädlich oder inakzeptabel waren.
Und damit schlage ich den Bogen zu
Zitat von Zugaste:die weibliche Würde und die weiblichen Werte
Das sind schwer zu greifende, schwer zu erklärende Begriffe. Ich will es trotzdem mal für mich an einem Beispiel versuchen.
Als Partnerin bin ich warmherzig und duldsam, denn obwohl ich damit aufgrund negativer Erfahrungen vorsichtiger geworden bin, habe ich noch immer diese als klassisch weiblich geltenden Eigenschaften und ich spiele sie gern zum Wohl meines Gegenübers in einer Beziehung aus. Bis zu dem Punkt, an dem meine Würde bedroht ist. Diese schütze ich, indem ich dafür sorge, dass ich keinerlei emotionale Gewalt mehr dulde, auch nicht in Ansätzen, auch nicht in kleinen als Scherz verpackten Nickeleien und auch nicht in Form von nachlässigem oder desinteressiertem Umgang mit mir... ich akzeptiere das nicht und entziehe mich notfalls meinem Partner. Eine erhöhte Verletzbarkeit aufgrund meiner oben geschilderten Erfahrungen liegt dieser Wachsamkeit definitiv zugrunde, und wie wir bereits hier schon diskutiert haben (ich glaube es war @WhiteScarlett die es formuliert hatte), ist es
meine Aufgabe, meine Gefühle und meine Würde zu beschützen.
Was die weiblichen Werte angeht ... ich interpretiere das so, dass man sich als Frau selbst einen Wert beimisst, indem man für sich festlegt, mit welcher Art von Respekt und Umsicht man behandelt werden möchte. Und sich keinem Mann, auch nicht dem allertollsten (gerade nicht dem allertollsten!) unterhalb dieses eigenen Wertes "verkauft". Für mich bedeutet das, so klischeehaft das klingt, dass der Mann sich mir erstmal im Hinblick auf sein Interesse und seine Eignung bzw. Passung beweisen muss, bevor er mehr von mir bekommt (sei es Zeit, Aufmerksamkeit, Se*, Einblick in meine Persönlichkeit oder Lebensumstände usw.) und dass ich mich zurückziehe, wenn ich mich nicht entsprechend respektiert und geschätzt fühle.
Und klar, das alles trifft auch auf Männer zu. Auch sie haben ihre männliche Würde, ihren männlichen Wert, Stolz, wie immer man es nennen möchte. Die Schwerpunkte mögen sich inhaltlich unterscheiden, im Kern ist es mMn irgendwo dasselbe. Auch sie müssen aufpassen, sich nicht unter Wert zu verkaufen oder sich emotional misshandeln zu lassen.