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Verlassen nach fast 30 Jahren

Liv211
Liebe @Mohnblume_

Die anderen haben ja schon vieles gesagt.
Das sage ich auch nochmal…
Was sind vier Monate gegen Jahrzehnte, die Du mit diesem Menschen verbracht hast, betrauter, bester Freund, Geliebter…
Keiner, der das nicht durch hat, kann das irgendwie verstehen, was einem da alles wegbringt.

Und ja, es ist als wäre etwas gestorben… nämlich das Leben, das man hatte, die Zukunft, von der man zusammen geträumt hat.

Wer das nicht verstanden hat, für den hatte ich auch keine Nerven.
Ich hab mich nicht absichtlich in dem Schmerz gehalten, aber manchmal war’s mir zu viel, zwischen nur Langzeit Ehepaaren zu sitzen und was zu feiern. Oder manchmal war mir nach weinen.. Und bei den allerbesten Freunden konnte ich das auch.

Solche wünsche ich Dir auch an der Seite.
An sich ist „ mal raus“ natürlich gut, vielleicht wirklich lieber 1-2 Stunden …
Alles Liebe Dir weiterhin.

• x 3 #766


M
Ergänzend möchte ich auch noch sagen, weil ich viel über diesen Vergleich mit dem Tod einer geliebten Person nachgedacht habe, dass ich es mir so vorstelle, dass man hinterher eher im Guten an diese Person denkt. Bei meiner Trennung wurde alles in den Dreck gezogen und dieser Mensch ärgert mich noch weiter und enttäuscht mich nach wie vor. Bei der Trennung muss ich den Kindern gegenüber einen Teil meiner Gefühle vorenthalten, bei einem Trauerfall wegen Tod kann ich viel mehr rauslassen. Der Tod einer Person ist unendlich traurig und endgültig. Eine Trennung ist vielleicht noch vielschichtiger und komplizierter, vielleicht sogar mit Erleichterung verbunden? Beides ist sehr schlimm und zum Teil nicht zu vergleichen, aber irgendwie doch was die Trauer betrifft. Und in beiden Fällen darf man trauern, solange es eben dauert.
Im Todesfall trauen sich die Leute vielleicht nicht zu sagen, dass es jetzt mal gut ist.

• x 6 #767


A


Verlassen nach fast 30 Jahren

x 3


Liv211
Stimmt.. deine Gedanken…
Ich hab Ex nichts wirklich Böses gewünscht (also nicht den Tod…) . aber … da eine Freundin kurz vorher Witwe wurde…
gedacht, was quasi „schlimmer“ ist.
Beim Tod trauert man, denkt an die guten Zeiten, aber es gibt keinen Betrug, keine Lügen…
In den Augen anderer „darf“ man trauern…
Bei uns Verlassenen ist einfach diese massive Enttäuschung… und es heißt : Muss doch mal wieder gut sein, Du bist ja so stark…
Was hat mich das genervt. :/

• x 4 #768


S
@Mohnblume_ Hallo meine Liebe, genauso geht es mir auch, da bist du leider nicht die Einzige.
Am Morgen ist es ganz besonders schlimm, ich möchte überhaupt nicht aufstehen. Muss dann gleich meine Medikamente nehmen und im laufe des Tages wirds besser. Bei mir ist es jetzt seit Mitte Februar mit der Trennung. Das braucht einfach Zeit. Wünsche dir alles Gute!
LG Nicole

• x 3 #769


M
Zitat von Rheinländer:
Liebe @mohnblume Ich kann sehr gut nachvollziehen, was du schreibst. Und ganz ehrlich: Vier Monate sind nach so vielen gemeinsamen Jahren überhaupt ...

Hi, danke für deinen lieben Worte.
Ich hab ja eine Angststörung entwickelt oder ich hatte sie schon und sie wurde durch die Trennung noch schlimmer und vielleicht ist es auch egal, ob ich dem Ganzen einen Namen gebe. Aber wenn ich höre „es verstehen halt alle immer weniger, warum du ihm immernoch so nachtrauerst. Er ist ein Ar.“, dann bekomme ich Angst, dass ich meinen Freunden zu „viel“ werden.

und das hat ja auch mein Mann gesagt, dass ich zu „viel“ bin. Zu viel Emotionen. Nicht immer lieb und süß. Er nicht mein Therapeut sein kann. Und, dass das bei meinen Freunden jetzt ähnlich ist, macht mir Angst.
würde dann ja heißen, dass ich Menschen zu viel bin. Und mein Mann gehen „musste“. Wisst ihr, was ich meine?

• x 4 #770


AnnLotta
Liebe Mohnblume 🌸

Ich lasse dir mal einen lieben Drücker da 🤗🤗

Die Angst zu viel zu werden kenne ich auch. Deshalb spreche ich im Freundeskreis nicht darüber, sondern nur noch mit meinen Schwestern und mit der besten Freundin.

Lass dir bitte von deinem NM nicht einreden, dass du zu viel bist. 🤗

• x 3 #771


Rheinländer
Zitat von AnnLotta:
Lass dir bitte von deinem NM nicht einreden, dass du zu viel bist.

100%🎯

Zitat von AnnLotta:
Deshalb spreche ich im Freundeskreis nicht darüber, sondern nur noch mit meinen Schwestern und mit der besten Freundin.

Aber auch hier 100%🎯. Das würde ich dir auch empfehlen @mohnblume. Halte den Kreis der Menschen mit denen du darüber sprichst eher kleiner. Wie gesagt, kann ich nur empfehlen.

• x 2 #772


M
Ja, das mache ich inzwischen schon.
Aber unsere Ort hier ist zu klein, als, dass sich das nicht rumspricht.

Und hier sind alle Paare/Familien perfekt, bis sie es eben nicht mehr sind.

Wissen auch nur wenige, dass ich bei der Therapie bin und starke Medikamente nehme.

• #773


AnnLotta
Liebe Mohnblume 🌸

Mein Ort ist auch klein, die erste Zeit bin ich sogar im Nachbarort einkaufen gegangen.
Bei Bekannten die fragen, antworte ich, dass es mir soweit gut geht. Bei den engen Freunden, gestehe ich, wenn sie fragen, dass es mir noch nicht so gut ist. Von selber spreche ich das Thema aber nicht an.

Deine Medis und Therapie gehen, aus meiner Sicht, auch niemand etwas an, außer die Menschen, denen du es anvertrauen möchtest.

🤗

• x 3 #774


hotte
Zitat von Mohnblume_:
Hi, danke für deinen lieben Worte. Ich hab ja eine Angststörung entwickelt oder ich hatte sie schon und sie wurde durch die Trennung noch schlimmer und vielleicht ist es auch egal, ob ich dem Ganzen einen Namen gebe. Aber wenn ich höre „es verstehen halt alle immer weniger, warum du ihm immernoch so nachtrauerst. ...

Krass... das ist ziemlich genau das was bei mir passiert ist.

Während der Trennung hatte ich mir nen Therapeuten gesucht und dabei wurde die Angststörung diagnostiziert. Meine Ex hat zwar nie gesagt das ich zu viel sei aber wenn ich meine Gefühle geäußert habe, wurde das immer in abrede gestellt bzw. umgedreht ohne irgendwelches Verständnis. Später sagte sie dann das sie versucht habe wie eine Therapeutin zu fungieren etc...

Mir hat es in sofern geholfen das ich für mich nun besser abwägen kann ob eine Angst "berechtigt" oder nur Teil meiner Symptomatik ist. Ich habe gelernt das ich oft Katastrophisiere also ich denke drüber nach was das schlimmste ist was passieren kann und das ist dann in meinem Kopf das das wahrscheinlichste Ergebnis. MIttlerweile versuche ich teils alleine, teils mit chatgpt zu ergründen ob es dafür irgendwelche verlässlichen Anhaltspunkte gibt und dementsprechend mich selbst zu regulieren.

Ich glaube die Frage ist was genau du nachtrauerst. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte das du vermutlich nicht dem Mann hinterher trauerst sondern dem Leben, der Verbundenheit, der Vertrautheit und diesen Dingen. Wenn dem so ist dann solltest du deinen Freunden genau das sagen und ich glaube das sie das verstehen werden.

Was das Gefühl angeht zu viel zu sein... auch hier hilft es drüber zu reden. Sag deinen Freunden das du diese Gedanken hast und das du hoffst das sie dir ehrlich sagen wenn etwas zu viel wird. Je weniger du aktuell nachdenken bzw. interpretieren oder vermuten musst, desto besser wird es dir gehen.

• x 2 #775


M
Zitat von Mohnblume_:
Hi, danke für deinen lieben Worte. Ich hab ja eine Angststörung entwickelt oder ich hatte sie schon und sie wurde durch die Trennung noch schlimmer ...

Weißt du, das sind irgendwie typische Sätze toxischer Männer! Ich mache das selber gerade durch.Im Urlaub heraus gefunden dass er wieder schreibt, auf sämtlichen Singlebörsen angemeldet ist und auch nicht aufhört sondern " jetzt erst Recht" scheinbar ernsthaft " Ersatz" für die schlimme emotionale Ehefrau sucht die noch vor Zwei Wochen über Bedürfnisse gesprochen hat und der er gesagt hat " wir schaffen das". Einige Männer sind da ähnlich. Bitte hör auf " Schuld" bei dir zu suchen oder dir zu geben. Nichts gibt einen Menschen das Recht, zu betrügen und zu belügen. Man hätte sprechen können. Hat dein Mann wie meiner nicht. Und wenn ihn das alles kalt lässt hat er dich emotional vor langer Zeit verlassen.
Das hast du aber nicht verdient! Vielleicht hilft es dir zu wissen du bist nicht allein. Es ist wirklich furchtbar, aber ich wünsche dir Unterstützung und dass du eines Tages " dich" wiederfindest und stark aus der Sache gehst. Eigentlich hast du nichts verloren, sondern gewonnen. Was, wirst du sehen wenn du das alles hinter dir lässt

• x 4 #776


Taja1976
@Mohnblume_ hinterfrage doch mal seine Aussagen, vorallem Du bist zu viel.
Warum war Er so viele Jahre an deiner Seite. Wenn Du so schlimm wärst oder zu viel, dann wäre schon längst alles in die Brüche gegangen. Er braucht eine Entschuldigung für sein Handeln.

• x 3 #777


M
Zitat von hotte:
Krass... das ist ziemlich genau das was bei mir passiert ist. Während der Trennung hatte ich mir nen Therapeuten gesucht und dabei wurde die ...

Hi,
das katastrophisieren mache ich auch. Hab ich auch früher schon gemacht. Schon verrückt. Und ich musste mir vor der Trennung schon anhören, dass er mein Therapeut ist und danach auch „ich kann nicht länger dein Therapeut sein“, „geh zur Therapie, hat mir gut getan“; „jetzt versuche ich schon wieder dein Therapeut zu sein“. Dabei hab ich ihn da nie drum gebetenen nur die Tatsache, dass er selber bei der Therapie war, macht ihn nicht zum Therapeuten.

und du hast vollkommen recht mit dem, was ich vermisse. Total interessant, weil das gestern auch meine Therapeutin gesagt hat. Also, dass meine Freunde vielleicht denken, dass ich immernoch ihn vermisse und sie das nicht verstehen und ich ihnen erklären sollte, was ich vermisse.

bin jetzt monatelang erfolgreich den Nachbarn aus dem Weg gegangen und heute hat mich dann eine erwischt. Bei denen hat sich mein Mann, als er ausgezogen ist, ins Wohnzimmer gesetzt und verkündet, dass er mich verlassen hat, weil Wü Probleme hatten. Das hat sie mir jetzt so gesagt. Ich hab mir die Freiheit genommen, ihr zu sagen, dass ein Problem war, dass er schon die gemeinsame Freundin in den startlöchern stehen hatte. Das hat ihr die Sprache verschlagen und ich hab mich verabschiedet. Denke, das war ein Fortschritt. Ich hab nicht angefangen zu heulen.

• x 8 #778


M
Zitat von Taja1976:
@Mohnblume_ hinterfrage doch mal seine Aussagen, vorallem Du bist zu viel. Warum war Er so viele Jahre an deiner Seite. Wenn Du so schlimm wärst ...

Er sagt, dass er ein immer positiver Mensch ist und noch Hoffnung hatte.

• x 1 #779


hotte
Zitat von Mohnblume_:
Hi, das katastrophisieren mache ich auch. Hab ich auch früher schon gemacht. Schon verrückt. Und ich musste mir vor der Trennung schon anhören, dass er mein Therapeut ist und danach auch „ich kann nicht länger dein Therapeut sein“, „geh zur Therapie, hat mir gut getan“; „jetzt versuche ich schon wieder ...

Sehr gut und ich möchte dich für zwei dinge loben... zum einen bist du für dich selbst eingetreten und zum anderen hast du es geschafft nicht sofort emotional zu werden. Das klingt richtig gut. Du hast es ja auch selbst schon erkannt aber ich wollte es einfach nochmal von aussen "festklopfen" Zwinkerndes Gesicht

• x 6 #780


A


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