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Verlassen nach fast 30 Jahren

B
Zitat von Mohnblume_:
Habe eh schon genug Komplexe mit mir selber, muss ich jetzt nicht sehen, ob sie sie besser aussieht als ich.

Was könnte dazu führen, dass du selbst dich als attraktiver Mensch wahrnehmen kannst, welche eigenen Initiativen -unabhängig von deinem Ex, den Kinder, den Nachbarn, den Postboten- kannst du selbst, für dich ganz allein initiieren?

• #841


Violettsloth
Zitat von Mohnblume_:
Merkt er langsam, dass wir ohne ihr zurecht kommen?

Du liest dich recht abhängig von ihm. Die ganze Zeit hast du dich auch so verhalten. Natürlich gibt ihm das eine gewisse Macht. Wenn du dich auf einmal anders verhältst, in dem du auf seine Nachrichten nicht reagierst oder erst recht spät, ist er irritiert. Daher auch seine Nachricht, er hätte deinen Anwalt kontaktiert wegen einer schnellen Scheidung. Er wird intelligent genug sein, zu wissen, dass es Quatsch ist. Aber er will eine Reaktion von dir, am liebsten bedürftig, weil es seinem mickrigen Selbst den nötigen Push gibt. Gehst du darauf nicht ein, dann versucht er dich auf andere Weise zu bekommen, nämlich in dem er dir mitteilt, was er alles erledigt hat. Er sucht Zugang zu dir. Verwechsle das bitte nicht mit Zuneigung. Das Verhalten deines Mannes liest sich sehr ungesund. Eines Tages, wenn du da durch bist, wirst du es wahrscheinlich auch erkennen können und froh sein, ihn nicht mehr an deiner Seite zu haben.
Zitat von Mohnblume_:
Habe eh schon genug Komplexe mit mir selber, muss ich jetzt nicht sehen, ob sie sie besser aussieht als ich.

Das spielt keine Rolle. Vielleicht sieht sie besser aus, vielleicht nicht. Vielleicht hat sie dicke Furunkel am Hintern, wer weiß das schon. Wichtig ist nur, dass du weißt, dass das Verhalten deines Mannes nichts mit dir und deinem Wert zu tun hat. Die Neue ist halt einfach neu, aufregend. Dadurch ist sie nicht besser dran als du, sie ist einfach dran. Sie wird schon auch noch merken, welch Herzchen sie sich da angelacht hat.

• x 2 #842


A


Verlassen nach fast 30 Jahren

x 3


M
Zitat von Violettsloth:
Du liest dich recht abhängig von ihm. Die ganze Zeit hast du dich auch so verhalten. Natürlich gibt ihm das eine gewisse Macht. Wenn du dich auf ...

Aber er wollte mich doch los werden. Hat er doch bekommen, was er will.
Als ich emotional war, hat er sich beklagt, dass ich endlich meinen Frieden mit machen soll. Jetzt bin ich ruhig (was mich den letzten Nerv kostet, aber immernoch besser ist, als mich da wieder reinziehen zu lassen und auf Antworten zu hoffen, die ich nie bekommen oder verstehen werde) und er „provoziert“ eine Reaktion. Macht doch keine Sinn. Er macht mit jedem 2. Satz klar, dass er unsere Ehe so schnell wie möglich abschreiben will und ihn das völlig kalt lässt. Also warum sucht er eine Reaktion bei mir, wenn er gar keinen Bock drauf hat.

• x 1 #843


A
Zitat von Mohnblume_:
Macht doch keine Sinn.

Doch wenn es ihm um Macht geht, macht das durchaus Sinn.

• x 3 #844


aequum
Zitat von Mohnblume_:
Er macht mit jedem 2. Satz klar, dass er unsere Ehe so schnell wie möglich abschreiben will und ihn das völlig kalt lässt. Also warum sucht er eine Reaktion bei mir, wenn er gar keinen Bock drauf hat.

Das ist doch offensichtlich. Wenn du sein Vorhaben, dich schnellstmöglich loszuwerden, ausbremmst, dann versucht er dich durch sein nerviges und übles Verhalten dazu zu bewegen, dass du seinen Forderungen schnellstmöglich nachkommst.

Den Zahn würde ich ihm ziehen. Blockiere ihn, stoppe jede Kommunikation mit ihm und gehe deinen eigenen Weg in deinem Tempo.

• x 2 #845


Violettsloth
Zitat von Mohnblume_:
Er macht mit jedem 2. Satz klar, dass er unsere Ehe so schnell wie möglich abschreiben will und ihn das völlig kalt lässt.

Weil er seinen Selbstwert aufpoliert, indem er dich immer wieder abwertet. Wie oben geschrieben, es geht um Macht. Überleg mal, macht das ein normaler empathischer Mensch? Demjenigen, den er verlassen hat, immer noch eins draufhauen? Nein. Entgleitest du ihm, kann er dich dafür nicht mehr benutzen. Also legt er liebe Verhaltensweisen an den Tag, um dich wieder zu locken. Das Verhalten deines Mannes ist nicht gesund, für dich am allerwenigsten. Mach die Schotten dicht, kümmere dich um dich und um dein Wohlergehen. Alles was die Scheidung betrifft, überlässt du deinem Anwalt.

• x 4 #846


S
Zitat von Mohnblume_:
Aber er wollte mich doch los werden. Hat er doch bekommen, was er will. Als ich emotional war, hat er sich beklagt, dass ich endlich meinen Frieden ...

Weil er das Gefühl liebt, Macht über dich zu haben. Er will dich einfach nur winseln sehen, weil nur das seinem kleinen, armseligen Ego den nötigen Kick gibt, den er braucht, um sich machtvoll zu fühlen. Jetzt, wo du gar nicht mehr reagierst, hat er das Gefühl, dass ihm die Macht über dich entgleitet. Also kommt er wieder an, damit er dich wieder winseln sehen und seine Macht spüren kann. Bitte tu dir den Gefallen und gönne ihm das nicht. Weiterhin nicht reagieren, auch wenn es Kraft kostet. Du machst das prima. 👍💪 Viel Kraft dir weiterhin. Und wenn dir die Kraft ausgeht, dann hier schreiben. Hier ist immer jemand da.

• x 4 #847


M
Zitat von Mohnblume_:
muss ich jetzt nicht sehen, ob sie sie besser aussieht als ich

Diese Frau, die sich auf einen Mann einlässt, der noch nicht mal in Scheidung lebt, ist keine Konkurrenz für dich. Was vergleichst du dich mit einer Frau, die keine Qualiätsansprüche an einen Partner stellt? Du stellst dir wieder mal sebst ein Bein. Die ist ja eh 2. Wahl, denn Nummer eins hat ihn schon abserviert.

Und warum nennst du das Glück? Die Ehe hinwerfen nach einem Set von Lügen und Betrügen, kein engerer Kontakt zu seinen Kindern und er fliegt von "Blüte zu Blüte", damit er nicht allein ist und ins Nachdenken kommen könnte, ist kein Glück, sondern Verdrängung und Selbstbestätigung. Nicht dein Niveau.

• x 4 #848


C
Zitat von Mohnblume_:
Also warum sucht er eine Reaktion bei mir, wenn er gar keinen Bock drauf hat.

Bei meinem Ex war das, da bin ich recht sicher, eine Variante von Schuldumkehr, um das eigene schlechte Gewissen zu beruhigen / loszuwerden und das eigene Selbstbild (ein Mensch mir hohen moralischen Ansprüchen, zu dem ein feiger Warmwechsel und ein Verlassen einer Familie mit Kindern eigentlich nicht passt) wieder aufzupolieren: "Eigentlich mache ich "so was" nicht, aber meine Ex ist so furchtbar und mehr oder weniger verrückt, da musste ich das einfach tun. Dass sie nicht mehr alle Latten am Zaun hat, sieht man ja schon an ihrer Reaktion x auf mein Schreiben y, das ich ihr gestern geschickt habe." Wenn man dem anderen möglichst viele Reaktionen entlockt, wird man immer welche bekommen, die man mit etwas Phantasie als bösartig, verrückt, durchtrieben .. (such dir was aus) interpretieren kann. Hauptsache, man bekommt überhaupt Reaktionen - wobei auch ein Nichtantworten als "dämlich" interpretiert werden kann - d.h. um die "Bestätigung" zu bekommen, dass die Person, die man verlassen hat, einen Dachschaden hat, reicht es eigentlich, sie einfach nur oft zu kontaktieren.

Spiel dieses Spiel nicht mit!

• x 3 #849


M
Guten Morgen,
Der Urlaub mit meinen Kindern ist zu Ende und wir sitzen die nächsten Stunden im Zug. Ich merke, wie gut mir der Urlaub getan hat, auch wenn ich immer mal wieder traurig war und meine Gedanken trotzdem so oft bei ihm bzw der Situation waren.

Jetzt überfällt ich aber wieder die Schwere. Als hätten wir alle irgendwie die Pausetaste gedrückt und jetzt nimmt das Leben wieder Fahrt auf und ich weiß nicht wie schnell und holprig die Reise wird und auch nicht wohin sie geht und ich habe das Gefühl ich sitze nicht am Steuer sondern werde viel zu oft ferngesteuert und kann nur reagieren. Ich kenne das Ziel nicht, mag den Weg nicht. Sehe nicht das Schöne am Straßenrand….

Einfach ein komisches Gefühl.
Ging euch das nach einem Urlaub auch so? Tipps?

• x 3 #850


aequum
@Mohnblume_
Versuche das Emotionale herauszunehmen indem du das Ganze als ein Projekt oder als einen behördlichen Vorgang siehst.

.Ach ihm unmissverständlich klar, dass du keinerlei direkte Kommunikation mit ihm mehr wünschst und dass jede weitere Kommunikation nur noch über deinen Anwalt zu laufen hat.

Die Kommunikation auf der Elternebene sollte nur noch sachlich, ohne Emotiinen und persönliche Anmerkungen laufen. Ja sogar ohne Anrede zu Beginn und ohne Grüße am Ende.

Lass dich nicht weiter von ihn belästigen, nerven oder gar verletzen. Schonmal gar nicht per Nachrichten über die Kinder.

Gehe konsequent deinen Weg in deinem Tempo.

• #851


M
Zitat von aequum:
@Mohnblume_ Versuche das Emotionale herauszunehmen indem du das Ganze als ein Projekt oder als einen behördlichen Vorgang siehst. .Ach ihm ...

Ja, ich versuche den Weg in meinem Tempo zu gehen. Aber es tut mir weh, dass er seinen Weg so leicht geht und die ganze Zeit, auch schon vor der Trennung so geht, wie es am einfachsten für ihn ist. Und ich dadurch viel zu oft nur reagieren kann.
Nichts von dem, was ich jetzt tun muss, möchte ich. Und ja, das hört sich bockig an, aber es ist viel mehr Traurigkeit, dass jetzt alles so kommt. Und es tut mir auch so leid für meine Kinder, dass das jetzt oft Leben ist und alles überschattet.
Ich weiß, dass ich schon viel geschafft habe. Und nicht mehr da stehe, wo ich vor 4,5 Monaten stand aber gleichzeitig hab ich keine Idee, wo mich mein Weg hinführt und ob ich genug Kraft dafür habe. An Tagen wie heute, fühlt es sich viel mehr so an, als wäre der Weg länger als die Kraft und dabei ist heute nichts passiert, ausser, dass ich aus den Urlaub komme.
und ich will sein Leben nicht, aber ich beneide ihn darum, dass er verliebt ist und die Leichtigkeit hat und positiv aufs Leben schaut, auf seine Zukunft. Ihm jemand Bestätigung gibt… den Sommer genießt

• x 3 #852


Heffalump
Zitat von Mohnblume_:
und die Leichtigkeit hat

Er mag den leichteren Weg gewählt haben, aber auch er wird irgendwann an den Punkt kommen, wo „leicht“ keine Option mehr ist.

Da bist du dann aber längst drüber hinweg und hast ihn viermal überholt

• x 4 #853


E
@Mohnblume_

Liebe Mohnblume,
das hört sich für mich überhaupt nicht bockig an.
Ich glaube, ich verstehe ziemlich genau, was du meinst mit: „Nichts von dem, was ich jetzt tun muss, möchte ich.“
Das war für mich lange einer der schlimmsten Aspekte der Trennung.
Ich hatte diese Veränderungen nicht gewählt.
Ich wollte meine Familie nicht verlieren. Ich wollte nicht alleine wohnen. Ich wollte nicht plötzlich überlegen müssen, wie meine Beziehung zu meiner Tochter auf Entfernung funktioniert. Ich wollte mich nicht neu orientieren, Dinge auflösen, Erinnerungen aussortieren und irgendwann ein vollkommen neues Leben planen.
Und trotzdem musste ich plötzlich auf Entscheidungen reagieren, die jemand anderes getroffen hatte.
Das fühlt sich unglaublich unfair an.
Vor allem, wenn man gleichzeitig zusieht, wie der andere scheinbar leichtfüßig in sein neues Leben läuft.
Aber ich glaube inzwischen, dass wir dabei einen entscheidenden Unterschied vergessen:
Wir sind nicht gleichzeitig gestartet.
Der Mensch, der eine Trennung ausspricht, hat häufig schon lange vorher einen inneren Prozess begonnen. Zweifel, Abgrenzung, Gedanken über ein anderes Leben, vielleicht schon neue Gefühle.
Und dann kommt irgendwann der Tag, an dem er seine Entscheidung ausspricht.
Für ihn ist das vielleicht Schritt 47.
Für den anderen ist es Tag eins.
Und anschließend schaut man diesem Menschen hinterher und denkt:
Wie zur Hölle kann der schon so weit sein, während ich morgens kaum aus dem Bett komme?
Ich kenne diesen Vergleich sehr gut.
Meine Ex hatte ihr neues Umfeld, einen neuen Menschen und ein anderes Leben, während ich in Berlin saß und versucht habe zu verstehen, was gerade aus meinen 23 Jahren geworden ist.
Sie hatte Leichtigkeit und ich hatte Fragen.
Sie hatte Nähe und ich lag alleine im Bett.
Sie hatte eine Vorstellung davon, wohin ihr Leben gehen sollte, während ich nicht einmal wusste, wie ich die nächsten Wochen schaffen sollte.
Das hat mich teilweise wahnsinnig gemacht.
Und natürlich war da Neid.
Nicht unbedingt auf ihr konkretes Leben.
Ich wollte irgendwann gar nicht mehr ihr Leben haben.
Ich wollte dieses Gefühl haben.
Verliebt sein. Leichtigkeit. Vorfreude. Jemanden haben, der einen ansieht und einem das Gefühl gibt, gewollt zu sein.
Eine Zukunft, auf die man sich freut, statt vor ihr Angst zu haben.
Genau das, was du gerade beschreibst.
Aber der Vergleich hat mir nichts gegeben.
Er hat mir immer nur gezeigt, was mir vermeintlich fehlt.
Und irgendwann musste ich akzeptieren:
Sein Weg ist nicht dein Maßstab.
Du musst nach viereinhalb Monaten noch keine Ahnung haben, wo dein Weg hinführt.
Vielleicht ist genau das gerade so schwer auszuhalten.
Du kennst das Ziel nicht.
Du weißt nur, dass du weitergehen musst.
Und an manchen Tagen fühlt sich der Weg tatsächlich länger an als die eigene Kraft.
Dann musst du aber nicht den ganzen Weg schaffen.
Dann reicht dieser Tag.
Und manchmal reicht auch einfach nur: Urlaubstasche auspacken, Wäsche anstellen, etwas essen, heulen, früh ins Bett gehen.
Mehr muss Heilung an so einem Tag nicht leisten.
Und bitte unterschätze diesen Satz von dir selbst nicht:
„Ich weiß, dass ich schon viel geschafft habe.“
Das hast du.
Dass es dir heute beschissen geht, löscht keinen einzigen guten Tag der vergangenen viereinhalb Monate.
Du bist nicht wieder am Anfang.
Du hast heute einfach einen schlechten Tag.
Das ist ein großer Unterschied.
Und was deine Kinder betrifft:
Natürlich tut es weh, dass ihre Welt ebenfalls verändert wurde.
Ich kenne diese Gedanken sehr gut. Bei meiner Tochter gab es in den vergangenen Monaten Entwicklungen, bei denen ich gerne alles irgendwie wieder geradegerückt hätte.
Aber ich kann die alte Familie nicht wiederherstellen.
Was ich kann, ist ihr Papa bleiben.
Zuhören. Da sein. Erreichbar sein. Sicherheit geben, wo ich Sicherheit geben kann.
Und genau das kannst du deinen Kindern ebenfalls geben.
Du kannst ihnen nicht ersparen, dass sich ihr Leben verändert hat.
Aber du kannst einer der Menschen sein, bei denen sie erfahren:
Auch wenn sich unglaublich viel verändert – Mama bleibt.
Und noch etwas zu seiner Leichtigkeit.
Du siehst gerade von außen sein Leben.
Du siehst Verliebtheit, Bestätigung, Sommer und Zukunftspläne.
Aber mach dein zukünftiges Glück bitte nicht davon abhängig, wann seines Risse bekommt.
Vielleicht bekommt es welche.
Vielleicht nicht.
Vielleicht blickt er irgendwann zurück und begreift Dinge anders.
Vielleicht auch nie.
Dein Leben darf trotzdem wieder schön werden.
Und dafür musst du heute noch überhaupt nicht wissen, wie dieses Leben aussehen wird.
Ich wusste es auch nicht.
Wenn mir jemand vor einigen Monaten erzählt hätte, wie mein Leben heute aussieht, hätte ich vermutlich nur müde gelacht.
Nicht weil ich irgendetwas besser gemacht habe.
Sondern weil das Leben manchmal anfängt, sich zu verändern, lange bevor man selbst wieder daran glauben kann.
Deshalb geh weiter in deinem Tempo.
Nicht in seinem.
Und wenn heute die Kraft nur bis zum Sofa reicht, dann endet der Weg für heute eben dort.
Morgen geht er weiter.
Du musst heute noch nicht wissen, wohin.

Liebe Grüße
Tim

• x 9 #854


Violettsloth
Zitat von Mohnblume_:
Ging euch das nach einem Urlaub auch so?

Geht mir nach jedem Urlaub so Lustiges Gesicht Den ultimativen Tipp habe ich nicht, es geht nach ein paar Tagen von selbst vorbei.
Zitat von Mohnblume_:
Aber es tut mir weh, dass er seinen Weg so leicht geht und die ganze Zeit, auch schon vor der Trennung so geht, wie es am einfachsten für ihn ist.

Ich kann das sehr gut verstehen. Und wahrscheinlich muss man da in die Akzeptanz kommen, dass man den anderen nicht ändern kann. Das ist verdammt schwer, ich stolpere selbst nach über zwei Jahren da hin und wieder drüber, dass mir die Galle hochkommt, wenn ich mitbekomme, wie einfach er es sich teilweise macht. Kurzer Einblick ins letzte Wochenende mit seinem Sohn: Samstag rumgegammelt, von Oma essen bekommen, abends Filme geguckt. Sonntags ließ er ihn bis 14 Uhr ! schlafen. Er selbst ging in der Zeit ins Fitnessstudio mit seiner Schnecke und anschließend mit ihr was futtern. In der Zeit stand mein Sohn auf, hat was gegessen und ging mit einem Freund ins Freibad bis 19 Uhr. Danach ging sein Vater mit ihm einen Döner essen und lieferte ihn bei mir ab. Und am nächsten Tag schrieb er ihm eine Whats App und bedankte sich beim Sohn für das schöne Wochenende. Bei so viel Hohn blieb mir auch einfach nur die Spucke weg Kopfschüttelnder Smiley

Oder heute morgen fuhr mein Sohn um 5 Uhr auf Klassenfahrt. Er schrieb ihm eine Nachricht, dass er ihn gerne zum Bus gebracht hätte, das aber nicht ginge, weil er zur Frühschicht müsse. Übersetzt heißt das: Ich könnte dich ja zum Bus bringen, aber dann müsste ich eine Stunde früher aufstehen als ohnehin schon und da hab ich keinen Bock drauf. Reicht ja, wenn das deine Mutter macht, müssen ja nicht zwei Leute am Ende so müde sein. Den Weitblick hat Sohn halt noch nicht. Der glaubt nun, sein armer Vater müsse mitten in der Nacht zur Frühschicht. Ja ja ja, das sind die Momente, wo ich ihm am liebsten links und rechts ein paar klatschen und fragen würde, ob er noch alle Latten am Zaun hat? Ich versuche auch, mich darüber nicht immer aufzuregen, klappt aber nur semioptimal.

• x 3 #855


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