@distress
Zitat:Ich bin in ein leichtes Abhängigkeitsverhalten geraten. Sie ist unablässig in meinem Kopf und es fällt mir sehr schwer, mich z.B. auf Arbeit zu konzentrieren. Mein Kopf weiß, dass die Trennung richtig war. Aber trotzdem: Würde sie heute in der Tür stehen, ich könnte sie nicht heimschicken. Noch nicht..

Das ist ein schlimmer Zustand, kenne ich auch von früher. Ein besessenes Grübeln und kein Kontakt zu sich selbst, oder? Kurz nach einer Trennung ist das ganz normal, denke ich. Hält es länger an, bzw ist es schon seit Jahren so, wenn es Beziehungskonflikte gibt, würde ich mir Unterstützung holen. Denn meiner Erfahrung nach lässt sich das nicht allein durch Reden und Austausch lösen. Ich habe jedenfalls jahrelange Therapie gebraucht, um den Unterschied zwischen diesem Zustand und einem etwas anderem Liebeskummer kennenzulernen. Man ist auch sehr traurig, aber man kommt sich nicht selbst abhanden und will gar nicht immerzu nur über den Partner grübeln.
Es kann völlig falsch sein, aber aus heutiger Sicht würde ich diese Zustände so zusammen fassen: in der Tiefe ist man sich selbst nicht wichtig genug, darum räumt man dem Grübeln über den Partner so viel Raum ein.
Das will ich Dir nicht unterstellen, es ist nur meine persönliche Erfahrung.
Darum schau Dir Deine Beziehungsmuster mal genau an. Hast Du ähnliches schon öfter erlebt? Also dieses extreme beim Partner sein, über seine Diagnose lesen, an ihn denken, sich kaum noch auf etwas anderes konzentrieren können?
Wenn ja, hast Du echt viel zu tun

Schreibe das nicht gehässig, sondern weil ich selbst es erfahren habe. Als ich das in der Tiefe checkte, war ich erschrocken und mir verging die permanente Tiefenanalyse meiner Kerlchen
@Raida
Zitat:Fazit?
wie gesagt- auch zu anderen Docs gehen. Sich nie nur auf eine Meinung verlassen.
Gleiches gilt auch für körperliche Erkrankungen.
Bin einfach erschrocken, was Fehldiagnosen manchmal für Folgen haben und wollte deswegen mal drauf aufmerksam machen.
Zitat:Bist du zu einem 3. Arzt gegangen?
ja bin ich und der diagnostizierte mittelschwere Depris, mit denen ich mich auch rückblickend am besten identifizieren kann und er half mir sehr, wieder auf die Beine zu kommen. Es ist Jahre her und ich war nie wieder so depri.
Zitat:Ich habe zum Thema Diagnosen heute Nachmittag hier schon was geschrieben.
ja und weil ich das las, kam ich überhaupt auf die Idee, auch etwas dazu zu schreiben

Fand Deinen Hinweis nämlich wichtig, dass Diagnosen sich auch verändern können. Menschen können sich ja entwickeln. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich vor 20. Jahren auch ganz andere Diagnosen bekommen hätte, so hirnverbrannt wie ich war.