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Borderline und Gefühle / Vermissen von anderen Menschen

Angi2


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Zitat von distress:
Mich würde einfach interessieren, ist es ihr nun egal?

Nein, im Gegenteil, deswegen ist sie ja so kalt. Sie fühlt sich ungerecht behandelt.

Im Prinzip ist sie verletzt, weil du nicht anders bist, als die anderen. Diese Menschen wurden oft zurückgewiesen...haben gelernt eine Mauer um sich zu bauen, damit sie nicht mehr verletzt werden können....und verletzen sich dadurch oft selber....sie nehmen sich selber, wonach sie sich eigentlich sehnen. NUR MEINE MEINUNG

08.02.2020 19:22 • x 4 #46


Raida

Raida


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Zitat von distress:
Hilft mir zwar überhaupt nicht weiter, aber beschäftigt mich trotzdem..


Für meinen Ex war das auch ne Kränkung.

Das beschäftigen mit "Ihm" kenne ich auch gut.
Inzwischen kann ich manches auch einfach so stehen lassen.

08.02.2020 19:27 • x 1 #47



Hallo Dancing90,

Borderline und Gefühle / Vermissen von anderen Menschen

x 3#3


distress

distress


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Zitat von YsaTyto:
@distress





Und mal nebenbei bemerkt: ich würde jede Diagnose nochmal von anderen Docs checken lassen. Habe da schon haarsträubende Dinge erlebt. Eine Bekannte bekam im Abstand von Wochen in verschiedenen Kliniken völlig unterschiedliche Diagnosen und als ich früher sehr depressiv war, hab ich mal 2 Arzttermine an einem Tag gehabt. Ein Doc diagnostizierte mir schwere Depressionen, am besten ab in die Klinik, ein anderer meinte, alles tiptop und was ich überhaupt bei ihm wolle, ob ich Luxusprobleme hätte.


Danke für die Antwort.

Ihre Diagnose hat sie von mehreren Ärzten in verschiedenen Städten erhalten. Eine Therapie dazu fand ebenfalls statt.

Dennoch unterscheidet sie einiges von anderen Borderlinern.
Sie ist nie ausgetickt und war nie agressiv, auch nicht verbal. Vielleich ein eher leichter Fall, so es das überhaupt gibt.
Die Phasen Anziehen und Wegstoßen waren dennoch vorhanden. Meist erfolgte nach einem wunderschönen Tag, tagelanges Zurückziehen. Das allein war schwer genug zu ertragen. Die vielen Vorwürfe haben mich irgendwann in die Defensive getrieben und mich in meiner Selbstsicherheit beschädigt. Mein Gehirn kam mit dem Regulieren der beiden Gefühlsextreme in kurzen Zeitabständen nicht mehr hinterher und hat mir nun eine leichte Depression beschert.
Das ist kein normaler Trennungsschmerz. Denn den kenne ich ja auch.

Ich bin in ein leichtes Abhängigkeitsverhalten geraten. Sie ist unablässig in meinem Kopf und es fällt mir sehr schwer, mich z.B. auf Arbeit zu konzentrieren. Mein Kopf weiß, dass die Trennung richtig war. Aber trotzdem: Würde sie heute in der Tür stehen, ich könnte sie nicht heimschicken. Noch nicht..

Ich habe einfach keine Strategie, wie ich hier wieder rauskomme.

08.02.2020 19:36 • x 4 #48


Raida

Raida


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Zitat von Angi2:
weil du nicht anders bist, als die anderen


Ja, das hat mein Freund mir auch vorgeworfen.
"Du bist wie alle Frauen"
Ich denke, das ich schlussendlich so handelte wie alle Frauen, dehnen er in seinem Leben begegnet ist
Ich habe ihn aus Notwehr raussgeworfen.
Danach war ich nicht stabiler als er.
Ich denke, dass es jeder ehemaligen Freundin bis jetzt so ergangen sein könnte.

Zitat von YsaTyto:
als ich früher sehr depressiv war, hab ich mal 2 Arzttermine an einem Tag gehabt. Ein Doc diagnostizierte mir schwere Depressionen, am besten ab in die Klinik, ein anderer meinte, alles tiptop und was ich überhaupt bei ihm wolle, ob ich Luxusprobleme hätte.


Fazit?

Bist du zu einem 3. Arzt gegangen?

Ich habe zum Thema Diagnosen heute Nachmittag hier schon was geschrieben.

08.02.2020 19:38 • #49


distress

distress


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Zitat von Angi2:
Nein, im Gegenteil, deswegen ist sie ja so kalt. Sie fühlt sich ungerecht behandelt.

Im Prinzip ist sie verletzt, weil du nicht anders bist, als die anderen. Diese Menschen wurden oft zurückgewiesen...haben gelernt eine Mauer um sich zu bauen, damit sie nicht mehr verletzt werden können....und verletzen sich dadurch oft selber....sie nehmen sich selber, wonach sie sich eigentlich sehnen. NUR MEINE MEINUNG


Das beantwortet meine Frage.
Und passt auch sehr zu dem, was ich bisher über BL gelesen habe.

Danke dafür!

08.02.2020 19:42 • x 1 #50


SimplyRed

SimplyRed


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Mindestens 5 dieser Kriterien müssen erfüllt sein, um Borderline überhaupt gesichert feststellen zu können:

1. Verzweifeltes Bemühen, reales oder imaginäres Alleinsein zu verhindern.

2.Ein Muster von instabilen und intensiven zwischenmenschlichen Beziehungen.

3. Identitätsstörungen: Eine ausgeprägte Instabilität des Selbstbildes oder des Gefühls für sich selbst.

4. Impulsivität in mindestens zwei potentiell selbstbeschädigenden Bereichen (z.B. Geldausgeben, S., Substanzmissbrauch, rücksichtsloses Fahren, Fressanfälle).

5. Wiederkehrende Suiziddrohungen, -andeutungen oder versuche oder selbstschädigendes Verhalten.

6. Affektive Instabilität, die durch eine ausgeprägte Orientierung an der aktuellen Stimmung gekennzeichnet ist (z.B. starke episodische Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit oder Angst).

7. Chronisches Gefühl der Leere.

8. Unangemessen starke Wut oder Schwierigkeiten, Wut oder Ärger zu kontrollieren (z.B. häufige Wutausbrüche, andauernder Ärger, wiederholte Prügeleien).

9. Vorübergehende stressabhängige paranoide Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome.

Was ich aber für viel wichtiger halte ist, daß beispielsweise nicht alle Betroffenen sich selbst Verletzungen zufügen und auch nicht alle sind suchtkrank usw.

In der Mehrheit der Fälle tritt die Borderline-Störung im Übrigen zusammen mit anderen Krankheiten und Störungsbildern auf.

Sich hier also aus dem Fenster zu lehnen und zu sagen, dies "sei das Verhalten einer Borderlinerin", ist absolut unangebracht und fahrlässig.

Die Schnittmengen psychischer Erkrankungen sind einfach viel zu groß, um dies anhand einiger Zeilen eines nicht objektiven und zudem noch emotional involvierten Partners zu behaupten.

Ja, solche Verhaltensweisen kommen auch bei BL vor, aber auch bei diversen anderen Störungen und sogar als Reaktionsmuster im Rahmen einer K PTBS nach einer Langzeitbelastung innerhalb einer Beziehung zu psychisch gestörten Menschen.

Wir sollten uns daher hier unbedingt auf den Konjunktiv beschränken.

Liebe Grüße
Simply

08.02.2020 19:54 • x 3 #51


Raida

Raida


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Zitat von SimplyRed:
Wir sollten uns daher hier unbedingt auf den Konjunktiv beschränken.


Wir?

Zitat von distress:
In meinem Fall hat mir meine Ex, eine diagnostizierte BL,


Zumindest 2 davon wollen das nicht.

08.02.2020 20:03 • #52


SimplyRed

SimplyRed


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Liebe Raida, mir ist Bratwurst was Du über Dich persönlich preis gibst. Aber im Bezug auf eine fremde und nicht anwesende Person, verwenden wir den Konjunktiv und diagnostizieren keine Störung.

Wenn Du damit ein Problem hast, wende Dich bitte per PN an einen Moderator.

Bitte zurück zum Thema, danke.

Simply

08.02.2020 20:07 • x 2 #53


La-Fleur

La-Fleur


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Zitat von Raida:

Wir?



Zumindest 2 davon wollen das nicht.



Hat den Küchenpsychologie tatsächlich eine relevante Verwendung außer von sich selbst abzulenken?

08.02.2020 20:10 • x 1 #54


distress

distress


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Natürlich kann ich auch den Konjunktiv verwenden.
In meinem Fall gilt die Diagnose aber als sicher. Sie sieht das selbst so und die Frage hat sich nie gestellt.

Ich habe mich viel mit dieser Erkrankung beschäftigt. Diverse Ratgeber gelesen und dabei immer wieder Parallelen entdeckt.
Dennoch war sie für mich nie die Borderlinerin. Sie ist eine überaus liebenswerter Mensch, die genau das gleiche wollte, wie ich. Einie innige und stabile Beziehung.

Das nicht hinbekommen zu haben, beschäftigt mich Tag und Nacht.

08.02.2020 20:28 • x 2 #55


YsaTyto

YsaTyto


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@distress

Zitat:
Ich bin in ein leichtes Abhängigkeitsverhalten geraten. Sie ist unablässig in meinem Kopf und es fällt mir sehr schwer, mich z.B. auf Arbeit zu konzentrieren. Mein Kopf weiß, dass die Trennung richtig war. Aber trotzdem: Würde sie heute in der Tür stehen, ich könnte sie nicht heimschicken. Noch nicht..


Das ist ein schlimmer Zustand, kenne ich auch von früher. Ein besessenes Grübeln und kein Kontakt zu sich selbst, oder? Kurz nach einer Trennung ist das ganz normal, denke ich. Hält es länger an, bzw ist es schon seit Jahren so, wenn es Beziehungskonflikte gibt, würde ich mir Unterstützung holen. Denn meiner Erfahrung nach lässt sich das nicht allein durch Reden und Austausch lösen. Ich habe jedenfalls jahrelange Therapie gebraucht, um den Unterschied zwischen diesem Zustand und einem etwas anderem Liebeskummer kennenzulernen. Man ist auch sehr traurig, aber man kommt sich nicht selbst abhanden und will gar nicht immerzu nur über den Partner grübeln.
Es kann völlig falsch sein, aber aus heutiger Sicht würde ich diese Zustände so zusammen fassen: in der Tiefe ist man sich selbst nicht wichtig genug, darum räumt man dem Grübeln über den Partner so viel Raum ein.
Das will ich Dir nicht unterstellen, es ist nur meine persönliche Erfahrung.
Darum schau Dir Deine Beziehungsmuster mal genau an. Hast Du ähnliches schon öfter erlebt? Also dieses extreme beim Partner sein, über seine Diagnose lesen, an ihn denken, sich kaum noch auf etwas anderes konzentrieren können?
Wenn ja, hast Du echt viel zu tun Schreibe das nicht gehässig, sondern weil ich selbst es erfahren habe. Als ich das in der Tiefe checkte, war ich erschrocken und mir verging die permanente Tiefenanalyse meiner Kerlchen


@Raida

Zitat:
Fazit?


wie gesagt- auch zu anderen Docs gehen. Sich nie nur auf eine Meinung verlassen.
Gleiches gilt auch für körperliche Erkrankungen.
Bin einfach erschrocken, was Fehldiagnosen manchmal für Folgen haben und wollte deswegen mal drauf aufmerksam machen.

Zitat:
Bist du zu einem 3. Arzt gegangen?

ja bin ich und der diagnostizierte mittelschwere Depris, mit denen ich mich auch rückblickend am besten identifizieren kann und er half mir sehr, wieder auf die Beine zu kommen. Es ist Jahre her und ich war nie wieder so depri.

Zitat:
Ich habe zum Thema Diagnosen heute Nachmittag hier schon was geschrieben.

ja und weil ich das las, kam ich überhaupt auf die Idee, auch etwas dazu zu schreiben Fand Deinen Hinweis nämlich wichtig, dass Diagnosen sich auch verändern können. Menschen können sich ja entwickeln. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich vor 20. Jahren auch ganz andere Diagnosen bekommen hätte, so hirnverbrannt wie ich war.

08.02.2020 20:34 • x 3 #56


SimplyRed

SimplyRed


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Zitat von distress:
Natürlich kann ich auch den Konjunktiv verwenden.
In meinem Fall gilt die Diagnose aber als sicher.


Das ist dann etwas völlig anderes, wenn Du das hier Preis geben möchtest. Keine Frage!

08.02.2020 20:48 • x 3 #57


distress

distress


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Zitat von YsaTyto:
@distress



Das ist ein schlimmer Zustand, kenne ich auch von früher. Ein besessenes Grübeln und kein Kontakt zu sich selbst, oder? Kurz nach einer Trennung ist das ganz normal, denke ich. Hält es länger an, bzw ist es schon seit Jahren so, wenn es Beziehungskonflikte gibt, würde ich mir Unterstützung holen. Denn meiner Erfahrung nach lässt sich das nicht allein durch Reden und Austausch lösen. Ich habe jedenfalls jahrelange Therapie gebraucht, um den Unterschied zwischen diesem Zustand und einem etwas anderem Liebeskummer kennenzulernen. Man ist auch sehr traurig, aber man kommt sich nicht selbst abhanden und will gar nicht immerzu nur über den Partner grübeln.
Es kann völlig falsch sein, aber aus heutiger Sicht würde ich diese Zustände so zusammen fassen: in der Tiefe ist man sich selbst nicht wichtig genug, darum räumt man dem Grübeln über den Partner so viel Raum ein.
Das will ich Dir nicht unterstellen, es ist nur meine persönliche Erfahrung.
Darum schau Dir Deine Beziehungsmuster mal genau an. Hast Du ähnliches schon öfter erlebt? Also dieses extreme beim Partner sein, über seine Diagnose lesen, an ihn denken, sich kaum noch auf etwas anderes konzentrieren können?
Wenn ja, hast Du echt viel zu tun Schreibe das nicht gehässig, sondern weil ich selbst es erfahren habe. Als ich das in der Tiefe checkte, war ich erschrocken und mir verging die permanente Tiefenanalyse meiner Kerlchen


Ich habe mich ausführlich mit Selbstanalyse beschäftigt, da in dieser Beziehung Probleme auftraten, die ich bisher nicht kannte.
Und natürlich die Schuld bei mir gesucht. Und ich denke immer noch, dass, wäre mir einiges eher klargewesen, ich mehr hätte richtig machen können mit ihr.
Aber zum Glück schöpfe ich aus vorangegangenen, teilweise sehr langen Beziehungen. Ich bin definitv beziehungsfähig. Ich kann vertrauen, hab weder mit Geben oder Nehmen ein Problem und kann lösungsorientiert kommunizieren.
Ein paar Fehler gibt es auch, aber die sind absolut im Rahmen..

08.02.2020 21:03 • x 3 #58


Angi2


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Zitat von distress:
mich in meiner Selbstsicherheit beschädigt.

Das ist fatal, denn Sicherheit ist das, was diese Menschen suchen und brauchen....
Sie wird dich gewählt haben, als sie die Sicherheit bei dir fand, und sie wird gegangen sein, als du unsicher wurdest...
Zitat von distress:
Sie ist unablässig in meinem Kopf

Du kannst nicht abschließen/loslassen, weil du überzeugt bist, dass sie etwas für dich fühlt...
Zitat von distress:
Sie ist eine überaus liebenswerter Mensch, die genau das gleiche wollte, wie ich. Einie innige und stabile Beziehung.

Nur ist das Wollen und das Können bei ihr nicht vereinbar....ja, sie will aber sie kann nicht......auf dich ist sozusagen kein Verlass..du bist unsicher geworden. Meine Meinung

08.02.2020 21:23 • x 1 #59


SimplyRed

SimplyRed


1897
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@distress

Die Schuldfrage, sollte man aus jeder Beziehung rauslassen, auch bei "normalen" Partnerschaften. Das bringt einen niemals weiter.

Ich kann Dich sehr gut verstehen, eine Beziehung mit einem psychisch kranken Menschen zu führen, ist unglaublich schwierig und benötigt jede Menge Fingerspitzengefühl. Auch sollte man selbst unbedingt ganz sicher aufgestellt sein und vor Allem, mit angstfreier Konsequenz agieren können. Führen ohne erkennbare Bevormundung, wertfrei und ohne Trigger an die Sache gehen können.

Im Grunde ist es so ähnlich, wie mit Kindern umzugehen, nur daß eben ein Erwachsener vor Dir steht, den Du nur mit dem Inneren als Kind "erfühlst" aber niemals wie ein Kind behandeln darfst. Das ist unglaublich schwer, diesen schmalen Grad entlang zu gehen.

Liebe Grüße
Simply

08.02.2020 21:31 • x 3 #60