@plentysweet
Zitat:Nur wer zu sich selbst eine einwandfrei gute und liebevolle Beziehung hat, kann auch Liebe verschenken.
das meinst Du nicht so radikal, oder?
Ich verstehe, was Du meinst. Klar kann ich nichts geben, wenn da nichts in mir ist, aber es gibt kaum einen Menschen, der so eine einwandfrei gute Beziehung zu sich selbst hat.
Und ich denke, dass es das in diesem Ausmaß gewiss auch nicht zum Lieben braucht. Da wären wir schnell beim Selbstoptimierungswahn. Erst muss ich vollkommen werden, bevor ich lieben kann.
Natürlich muss man (Selbst-)Liebe in sich tragen, um lieben zu können, aber ansonsten wächst man ja erst im sozialen Miteinander, also auch in der Liebe.
Zur Thematik, die ihr gerade habt: ich gehe Beziehungen nie mit dem Gedanken an ihre Endlichkeit ein. Ich glaube an lebenslange Bindungen (mit allen Unvollkommenheiten).
Irgend jemand hier schrieb, er habe sich oft ver-und entliebt und erwarte (aus Selbstschutz) gar nicht mehr eine lebenslange Bindung.
Der Blickwinkel hat also immer mit den eigenen Erfahrungen zu tun. Ich war selten verliebt (Ausnahme als ich sehr jung war) und habe es nicht erlebt, dass ich nach einer Trennung den Bezug zu diesem Menschen völlig verlor. Darum muss ich mich auch davor hüten, zu viele Beziehungen zu haben, denn da bleibt ein Band in mir.
Ich will nicht in 10 Jahren mit 10 abgeschnittenen, aber nie abfallenden Bändern im Herzen ein neues Band knüpfen. Es fühlt sich ganz schlecht an, ein Band in sich zu tragen (damit meine ich weder Verliebtheit, noch Sehnsucht etc.), aber diesem Menschen aus Gründen xyz aus dem Weg gehen zu müssen. Es fühlt sich für mich an, als bliebe verbunden, was sich berührt hat.
Natürlich weiß ich darum, dass Reize nachlassen und andere locken, um all die Probleme, die lange Beziehungen auch mit sich bringen, aber genau wie auch in Freundschaften bin ich mit heute 42. nur sehr wenigen Menschen begegnet, die mich tief berührt haben und da kommt irgend ein Reiz eben nicht gegenan.