Zitat von Jujupie: Wie soll ich bloss weitermachen? Und jetzt das schlimmste für mich: ich bin vom Fach, ich bin Psychotherapeutin, ich weiss was die Schritte sind. Aber ich kann sie grad nicht anwenden.
Was heißt "grad"? Du hast einen faulen Lappen geheiratet, weil Du der leistungsfähige und funktionierende Teil der Beziehung warst und jetzt kaum mehr bist, weil Dir alles über den Kopf wächst. Du hast Dir viel zu viel aufgehalst und Dich als eine Art Retterin, Supermanagerin inszeniert, die alles im Griff hat.Ich nehme von Deinen Beschreibungen her an, dass Du Dir gezielt einen Looser ausgesucht hast, dem Du zeigst und beweist, was Du alles zu Wege bringst.
Was bewirkt das beim schwächeren Partner, der noch dazu der Mann in der Beziehung ist? Er lässt noch mehr nach, sieht sich als nicht funktionierender Part, wird träge und bequem. Wofür sich anstrengen? Da ist doch die großartige Jujupie, die alles wuppt und nie klagt und verzagt! Die kann das ja alles so gut, und sie will das ja auch alles machen, damit sie sich beweist, was sie alles leisten kann, dann mache ich es mir in meiner Blase mal schön bequem. Von mir wird eh nichts erwartet.
Zitat von Jujupie: er hat adhs und eine sch. familie und keinerlei support. Er leidet wahnsinnig unter seiner Situation aber kann das aus Scham mit niemandem teilen. Er beki. sich um dem ganzen auszuweichen. Und sein Umgang mit der Situation ist super unabhängig zu sein (bzw so zu tun, an sich istber abhängig von meinem Geld, von seiner Familie usw...) Er ist ne arme Wurst und ich bin verliebt in sein Potential, das er nie realisiert hat bisher.
Also, psychisch ohnehin belastet. Er leidet und zieht sich zurück und mimt den einsamen Wolf, der alles mit sich ausmacht. Da ihm sein Leben überhaupt nicht gefällt, woran er auch Schuld hat, beki. er sich, um es erträglicher zu machen. Also ist er obendrein labil.
Was bitte an Potential hast Du in einem Mann gesehen, der offenbar seine Vergangenheit, seine Störung, sein gescheiteres Leben mit sich rumschleppt? Hast Du geglaubt, ja mit mir an der Seite wird er zu einem treusorgenden, zuverlässigen Familienvater.
Das hat er nicht gebracht, also musst Du um so mehr in die Hand nehmen.
Wie bitte willst Du das denn alles schaffen? Kinder, Vollzeitjob und ein Mann, der auch nichts weiter als eine Art Betreuungsfall ist und nichts zuwege bringt. Die Umschulung ist wahrscheinlich eh für den Müll, weil er lieber daheim rumhängt und null beruflichen Ehrgeiz hat.
Du bist vor Jahren schon in eine Einbahnstraße abgebogen, die Dir nur Arbeit, Sorgen und noch mehr Arbeit und Sorgen gebracht hat.
Und das als Therapeutin, aber ich kenne das von einer ehemaligen Freundin von mir. Intelligent, tätig als Psychologin in einem Heim mit schwierigen Kindern. Sie konnte alles prima analysieren, Hintergründe aufdecken, aber wenn ich mir ihr Beziehungs-und Familienleben ansehe, dann sehe ich nur red flags. Oder ist es normal, dass die Mutter mit ihrem 18 jährigen Sohn im Ehebett schläft, während der Ehemann im selben Haus, aber einer eigenen Wohnung lebt?
Ich konnte es nicht mehr mit ansehen, wie sie ihren Sohn mehr und mehr kaputt gemacht hat, weil sie ihn erst verzogen und später nicht in ein eigenes Leben entließ. Wie der jetzige Stand ist, weiß ich nicht und will es nicht wissen.
Und Du machst es doch genauso. Du kannst andere beraten, ihnen vielleicht helfen, Mechanismen erkennen, aber Du kannst Dein Wissen nicht auf Dich anwenden. Weil es nur Wissen ist, Intellekt, aber der Mensch lebt nach erlernten Mustern - Du genauso wie er.
Hör auf, den Rauschgift-Heini in Schutz zu nehmen, er ist doch gut aufgehoben wo er ist. Organisiere Dein Leben selbst und dann lobe Dich selbst dafür. Du hast Dich in die Bredouille gebracht, also wirst Du auch wieder herausfinden. Und hör auf, Dich für alles und jeden zuständig zu fühlen. Wenn Du weiter so machst, wirst auch Du eines Tages völlig ausgebrannt sein und dann bricht Dein Selbstbild von einer leistungsstarken Frau, die offenbar alles managen muss, auch noch zusammen.
Dein Mann ist ziemlich verloren, eine einsame Seele, die leidet, aber auch nichts tut für sich. Daran kannst Du nichts ändern, und ob der jetzt da ist oder nicht, ist doch Jacke wie Hose. Im Gegenteil, Du hast ein Kind weniger, um das Du Dich sorgen musst.
Vielleicht hätte er ohne Dich sogar die Chance, zu wachsen, reifer und stabiler zu werden? Schon mal daran gedacht?
Ich wünsche Dir wirklich alles Gute und die Fähigkeit, Dich selbst mal ein wenig zurück zu nehmen, anstatt Dir ständig neue Dinge aufzuladen. Du bist doch gut darin, das Chaos zu managen. Aber verlange nicht zu viel von Dir, sonst wirst Du krank an Körper und Seele.