Ich bin da bei Balu und würde gerne sortieren, was Jules Thema ist und was ihres. Und was er tun kann (und nicht etwa von ihr erzwingen.
Zitat von Jules189: Sie sagte wortwörtlich: 'ich werde dich testen und das wird ein extrem harter Test für dich'
Ja mei, wenn das jetzt nicht eurem üblichen Umgangston entspricht und ihr euch ständig gegenseitig "testet", dann wäre die einzig sinnvolle Antwort darauf:
Dann nehm ich jetzt gerne schon das "Durchgefallen" und Du lässt den Quatsch sein.
Denn ihren Ausbruchsversuch als "harten Beziehungstest" verkaufen zu wollen, ist ja Kinderkacke.
Da halte ich die Begründung "ich gönn mir das jetzt, weil es früher nicht ging und später auch nicht geht, für viel plausibler.
Zitat von Jules189: Eine weitere Begründung die sie immer wieder sagt, wäre die Tatsache, dass sie nur noch jetzt die Möglichkeit dafür hätte und danach mindestens 13 Jahre nicht mehr, bis die Kinder erwachsen sind.
Recht hat sie.
In den ersten 6 Jahren konnte sie nur sporadisch weg, weil Du es ihr nicht öfter ermöglichen konntest.
Und sobald einer von euch beiden oder beide wieder arbeiten, geht es auch nicht mehr. Denn mit der Schulpflicht gehen die Urlaubstage für die Ferienbetreuung und Arztterminen drauf und reichen nicht mal dafür. Von zwei Wochen ohne Mann und Kinder kann sie dann frühestens träumen, wenn beide Kinder erwachsen sind.
Ihr Verhalten aktuell wäre nur dann logisch, wenn Du, Jules, in der Vergangenheit eher eifersüchtig und kontrollierend warst und sie nur für Events, die sie vorher angemeldet hat (z.B. nächsten Samstag ins Kino und im Juni ein langes Wochenende zum Mittelalterfest), von Dir "frei" bekommen hat. Kann es sein, dass sie seit der Geburt gar keine feste eigene Zeit zur freien Verfügung hatte, z.B. zuverlässig jeden Donnerstag ab 18 Uhr bis theoretisch zum nächsten Frühstück für sich oder jeden zweiten Samstag ohne Kinder?
Denn entweder ist diese Frau aus gehungert nach Freiheit (worauf auch Dein "sie durfte auch mal allein shoppen gehen" auch hindeutet).
Oder sie hat jemanden an der Angel, die/den sie jetzt häufig besucht, um eine neue Beziehung aufzubauen, und verkauft Dir das perfider Weise als "harten Vertrauenstest", von dem sie jetzt schon weiß, dass sie Dich durchfallen lässt.
Wie dem auch sei. Versuch gar nicht erst, sie erziehen zu wollen. Und Du kannst sie während der Ehe auch nicht zwingen, ihr Geld in den gemeinsamen Topf zu werfen. Und Du kannst sie auch nicht zwingen oder beim.JA melden, wenn sie die Betreuung nicht übernimmt (sonst wären ja ein Großteil der handelsüblichen Scheidungsväter ohne Sorgerecht). Sie profitiert halt derzeit davon, dass Du zu Hause bist und sie daher die Kinder nicht vernachlässigt, wenn sie abhaut, weil Du genauso zuständig bist wie sie und auch alles allein erledigen können solltest.
Daher musst Du mir dem, was Du aus eigener Kraft bewerkstelligen kannst, Dich aus der aktuellen Situation ziehen.
Bei dem Familiengespräch würde ich unter diesen neuen Voraussetzungen das Thema "Umgangsplan" ansprechen. Sie will ja einerseits Residenz bei sich aber andererseits viel Freizeit haben. Da stehen die Vorzeichen gut, dass Du das Wechselmodell vereinbart bekommst. Nur über ein Wechselmodell kann sie ja zwei Wochen wegfahren, wenn sie im Gegenzug dann auch mal zwei Wochen die Kinder am Stück nimmt. Ohne Wechselmodell teilt ihr allenfalls die Schulferien am Stück und das läuft ihren aktuellen Plänen zuwider.
Und dann schau, wie Du Dich mit Deinem neuen Job so auf stellst, dass Du ein Wechselmodell darstellen kannst. Du brauchst in jedem Fall eine Leihoma oder Babysitter, um die Betreuungszeiten abzudecken.
Aus eigener Erfahrung kann ich nur empfehlen, jemanden für die Abholung und Betreuung zwischen Schul-/Kitaende und Dienstende zu finden. Obwohl meine Kinder zu viel Selbständigkeit erzogen werden (mussten), war es bei uns für die Kinderseelen wichtig, morgens liebevoll geweckt zu werden, gemeinsam zu frühstücken, gemeinsam auf Turnbeutel und Brotbox zu achten und sich sanft in den Tag zu schicken. Das konnte im.Notfall.auvh mal die Oma machen. Aber keine ganze Woche lang. Und sich morgens alleine wecken, Frühstück essen und losgehen zu müssen, ist bei uns eine Strafe für Oberschulekinder, die härter ist als Medien-/Handyverbot. Nachmittags war es weniger wichtig, wer ansprechbar war. Bis etwa zur 5. Klasse war es nur wichtig, dass jemand ansprechbar war. Da ging schon in der Grundschule die persönliche Abholung durch jemand anderen mit anschließender Bespaßung bis ich abends aus der Arbeit kam. Ab etwa der 4. Klasse ging auch, dass sich das Kind kurz bei der Nachbarin meldet, wenn es aus der Schule nach Hause kommt, und sich dann zu Hause selbst bespaßt. Das waren bei uns jeweils zwei Stunden, die das Kind sich dann selbst überlassen war. Entsprechend mehr Zuwendung und spätere Schlafenszeiten muss man dann für den Abend einkalkulieren und darf nicht erwarten, dass in den zwei Stunden was wesentlich sinnvolleres als Snacks essen und TV schauen passiert. Ich hab mir dennoch Recht bald einen 95%igen Home Office Job gesucht, weil die Ansprechbarkeit wichtig ist und die Pendelzeiten nicht auch noch dazu kommen.
Und dann schau, an welchem Ort welche Mieten, Kita- und Hortzeiten, beruflichen Möglichkeiten, soziales Netzwerk etc. herrschen und mach Deine Entscheidungen, was Arbeit, Umziehen etc. davon abhängig, wo alle Puzzlestücke so zusammen passen, dass Du autark mit den Kindern ohne Kooperation Deiner Ex klar kommst.
Nach meiner Erfahrung sind all die Modelle, bei denen einer die Kinder bringt und der andere sie holt, nach einer Trennung zwar total wünschenswert, weil wirtschaftlich sinnvoll. Tatsächlich halten solche Arrangements aber nur bei Ex-Eheleuten, die in und nach der Trennung noch Freunde und beide stabil und verlässlich sind. Und das ist bei euch nicht gegeben.
Was das Auto angeht: Die pragmatischste Lösung wäre, sich für den Motor einen Kostenvoranschlag zu holen (um dann zu sehen, dass die Reparatur vermutlich zu teuer ist) und so lange es bei euch finanziell eng ist, Deine Reifen unter ihr Auto zu klemmen und sich das Auto mit einem Belegungsplan als Carsharing zu teilen. Das spart auch die zweite Versicherung. Und für gewöhnlich hat dann der, der die Kinder hat, auch das Auto. Das durchkreuzt dann allerdings die Pläne Deiner Ex, mit dem Auto in Urlaub ohne die Kinder zu fahren. Ob sich das also bei euch umsetzen lässt, ist fraglich.
Was mir noch aufgefallen ist, was Deine Bemerkung, dass Du die Arztsuche für Deine Kinder ganz allein gemacht hast. Auch wenn das in eurer Familie bislang sie oder ihr beide gemeinsam gemacht habt, ist das etwas, was von Dir als Vater einfach erwartet wird. Das heißt, es ist gut, dass Du das machst. Aber weder gibt es einen Orden dafür, noch kann man Deiner Ex vorwerfen, dass sie es nicht macht. Ihr seid seit einem halben Jahr beide krank geschrieben und beide zu Hause. Die Kinder und der Haushalt sind also genauso gut Dein Job wie es ihrer ist. Und wenn sie sich nicht engagiert, musst Du ran. Dafür gibt es zwei Eltern. Das kann Dich ärgern. Aber beim Jugendamt erwähnen würde ich das nun wirklich nicht, weil sowas als normale Elternpflichten bei beiden vorausgesetzt wird. Das innere Aufrechnen kannst Du am besten lassen. Denn wenn sie morgen abhaut, stehst Du eh mit allem allein da und bekommst im Zweifel noch nicht mal Unterhalt bzw. erst nach Jahren und langen Gerichtsverfahren. Dieses "aber sie muss doch" oder "wie kann sie nur" bringt Dich nicht weiter. Sie muss, solange Du nicht vor ihr abhaust und die Kinder zurück lässt, gar nichts und kann Dir mit dem entkleideten Poppes ins Gesicht springen und das einzige, was Du tun kannst, ist Dich zu ärgern. Traurig aber wahr.
Schau mal, ob Du nicht auf dem Reißbrett ein Leben für Dich und die Kids entwerfen kannst, bei dem Deine Ex morgen nach Timbuktu auswandern könnte und euer Leben dennoch ganz normal weiter geht. Und Du jeden Umgangsplan, den sie tatsächlich einhält, und jede finanzielle Beteiligung von ihr feiern kannst, aber nicht darauf angewiesen bist.