@jules1989
Es tut mir unheimlich leid, dass eure Situation dermaßen eskaliert ist.
Das ist genau die "Polizei vor der Tür" Situation, die ihr die ersten zwei Wochen nach der Reha noch verhindern konntet und die nun doch noch eingetreten ist.
Der Rosenkrieg hat sich im Grunde seit ihrer erneuten Suizidandrohung angekündigt. Daraufhin bist Du zwei Tage weggefahren, in denen sie verunsichert war. Und dann sie drei Tage, in denen Du aktiv wurdest.
Und jetzt ist sie sogar vorzeitig zurückgekehrt (sie war ja erst für heute Mittag erwartet worden) und hat ihren alten Vorwurf, dass Du häusliche Gewalt gegen sie angewendet hast, aktenkundig gemacht.
Zitat von Jules189: Mein Sohn war komplett überlastet mit der Situation.
Deine Tochter auch. Vergiss sie bitte nicht.
Zitat von Wulf: Sein Pfad lautet aktuell:
Keine Wohnung, Kein Job, Kein Einkommen, betreuter Umgang mit den Kindern.
Und auch noch die Privatinsolvenz und die Abhängigkeit von einer erneuten Krankschreibung. Also alles mehr als im Argen.
Was ist nun zu tun.
Ich würde zunächst mal zum eigenen Hausarzt gehen und mich medikamentös und per Krankschreibung weiter unterstützen lassen. Der Stress, der auf Dir lastet, ist gerade ins Unermessliche gestiegen und es ist wichtig, dass Du handlungsfähig bleibst und am 1.4. wenigstens Dein Krankengeld noch fließt.
Lass Dir bitte vom Hausarzt auch die psychologischen Notfallambulanzen für Akutfälle nennen, damit Du psychologische Unterstützung bekommst, um nicht in eine Belastungsdepression zu rutschen.
Ich hoffe, dass Du Deinen Anwalt schon mandatiert hast, Akteneinsicht in die Gewaltschutzakte zu nehmen, damit ihr herausbekommen könnt, welches Gericht den Wohnungsverweis ausgesprochen hat (sofern Dir die Polizei keine Kopie des Beschlusses gegeben hat) und was in der Eidesstattlichen Versicherung steht.
Der Wohnungsverweis muss sich auf eine akute(!) Gefahr beziehen. Also (nach dem, was Du hier geschrieben hast) entweder der alte Gewaltvorwurf MIT einer negativen Zukunftsprognose durch z.B. eine Drohung. Oder es geht um das Abhören bzw. Mitschneiden und Verbreiten ihres zu Hause gesprochenen Worts. Hat sie denn mitbekommen, dass Du sie illegal aufgenommen hast bzw. hast Du ihr, ihrem Psychiater oder ihrer Schwester davon erzählt?
Sobald ihr da Klarheit habt, was der konkrete Gewaltvorwurf ist, kannst Du mit einem Anwalt dagegen argumentieren und Rechtsmittel einlegen.
Schläfst Du aktuell wieder im Auto oder bist Du bei Freunden/Verwandten untergekommen?
Trotz der erneuten Eskalation zwischen euch hat sich am eigentlichen Fokus nichts geändert:
Du brauchst ein Finanzkonzept, das zukunftssicher ist. Durch die Privatinsolvenz darfst Du meines Wissens nach keine neuen Schulden machen, etwas auf Raten kaufen oder Stunden lassen. Informiere Dich da bitte nochmal genau bei einer Schuldnerberatung, damit Du nicht aus Versehen und Verzweiflung eine Straftat begehst.
Und Du brauchst ein Betreuungskonzept.
Ist es möglich, Deinen Job überwiegend im Homeoffice und in Teilzeit zu machen? Dann würde ich persönlich Dir das empfehlen.
Zum einen, weil eigenes Einkommen Dich weniger abhängig von medizinischen Beurteilungen macht und Du mit dem Kontakt zu Kunden und Kollegen ein Stück weit Normalität zurück in Dein Leben holst. Und weil Du mit einem Arbeitsvertrag bessere Chancen auf dem Wohnungsmarkt hast.
Teilzeit und Homeoffice deshalb, weil Du in Zukunft entweder das Residenzmodell bei Dir oder bei Deiner Ex abbilden musst. Ein Wechselmodell ist nach diesem Showdown erstmal nicht mehr denkbar. Und selbst wenn der worst case stattfindet, dass Deine Ex sich durchsetzt mit einem Residenzmodell bei ihr und (begleitetem) Umgang durch Dich, musst Du die psychischen und organisatorischen und finanziellen Härten, die damit einhergehen, ja dann irgendwie abfedern. Eine Vollzeit kann Dich dann überfordern.
Was die Wohnung angeht, würde ich erstmal nach kurzfristigen, günstigen Lösungen ohne Mindestmietzeit suchen. Aktuell kannst Du noch nicht einschätzen, ob die Kinder zukünftig hauptsächlich bei Dir oder bei ihr und hauptsächlich am aktuellen Ort oder in der Großstadt leben werden. Daher würde ich jetzt noch nicht mit etwas Festem binden.
Die Vorschläge zum Hausrat würde ich erstmal ignorieren. Nach dem, was Du über Geschirrspüler und Autos berichtet hast, scheint ihr keine teuren, neueren Dinge zu haben, um die sich zu streiten lohnt.
Wenn Du zum Thema Privatinsolvenz bei der Schuldnerberatung bist, lass Dir auch die Posten nennen, die Du als getrennt lebender an der (noch) gemeinsamen Wohnung zum 1.4. übernehmen musst und welche Daueraufträge Du mit Ankündigung über Deinen Anwalt auf Deine Ex überschreiben lassen bzw. kündigen darfst.
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft für den Rosenkrieg, der euch bevor steht. Vergiss bitte über die Sorge für Deinen Sohn Deine Tochter nicht. Sie zeigt ebenfalls Stresssymptome, nur eben leiser.