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Völlig unerwartete Trennung nach 11 Jahren /Borderline?

alleswirdbesser
Zitat von Jules189:
Auch eine erste kleine Stress-Situation mit unserem Sohn war für sie viel zu viel, sodass sie sich direkt eine Tavor genommen hat.

Und wie will sie das in Zukunft machen? Wenn sie die Kinder allein hat?

#541


Blind-Meg
Zitat von Jules189:
Auch eine erste kleine Stress-Situation mit unserem Sohn war für sie viel zu viel, sodass sie sich direkt eine Tavor genommen hat.

Wie viele hat sie davon mitbekommen? Das Zeug macht abhängig, also Vorsicht!

Zitat von Jules189:
Angeblich wollten die Oberärzte sie nicht nach Hause schicken, sondern für mindestens weitere 10 Wochen im die Geschlossene stecken.

Halte ich für sinnvoll, wenn sie tatsächlich 2 Suizidversuche unternommen hat. Sie muss evtl vor sich selbst geschützt werden.
Mir scheint eine stationäre Behandlung auf einer geschützten ("geschlossene" sagt man eher nicht mehr) Station sinnvoll, wenn schon eine Alltagssituation mit Kind Tavor erfordert.

x 5 #542


A


Völlig unerwartete Trennung nach 11 Jahren /Borderline?

x 3


Scheol
@Jules189
Was hälst du den davon , sie zu fragen ob sie nicht in die Klinik möchte die die Oberärztin vorgeschlagen hat , du wirst das mit den Kinder solange regeln bis sie wieder da ist.

Die Situation mit dem Sohn , hier siehst du sehr genau das SIE etwas leisten will , was ihr NERVENSYSTEM gar nicht leisten kann.

Die Kapazitäten eines normalen Menschen liegt bei 10 Liter Eimer.

Bei einem regulierten mit Werkzeug ausgestatteten traumatisierten sagen wir zwischen bei 1 bis 5 Liter.

Bei ihr hat man den Eindruck das es ein Schnapsglas oder ein Teelöffel als Kapazität geht.

Sich nur mit Medikamente weg zu schiessen und eine „Blume“ aus ihr zu machen , die dann nur rum vegetiert , kann nicht das Ziel sein.

x 6 #543


Blind-Meg
Ich sehe übrigens eine Rehaklinik kritisch, wo Patienten wochenlang täglich unbemerkt saufen können und wo jemand 2x (!) die Möglichkeit hat, sich zu suizidieren. Nach einem 1. Versuch spätestens hätte sie ihre Medikamente nur noch unter Aufsicht bekommen dürfen.

x 7 #544


P
Zitat von Scheol:
Wenn sie diese Worte die hier beschrieben wurden von dir , gesagt hat , dann war da jemand der Ahnung von dem Thema hatte, und versucht hat , ihr vernünftig zu erklären wo sie drin steckt.

Vor allem erschreckend ehrlich.
Meine Ex hatte mir das damals anderes erklärt. Entweder hatten die keine Ahnung oder wollten sie schützen.

Denn wenn obige Verdachtsdiagnose stimmt, dürfte so ziemlich jeder Mann sie aus dem Gleichgewicht bringen, egal wer da noch kommen mag.

Denn alles was eine Partnerschaft beinhaltet, wird zwangsläufig wieder an der Vergangenheit rütteln und eine Retraumatisierung bewirken.

Wenn sie das irgendwann feststellt, dürften ihre Selbstmordgedanken nicht gerade kleiner werden.

Das ist alles gar nicht in Worte zu fassen.

x 1 #545


Scheol
@PeterN
Zitat:
Vor allem erschreckend ehrlich.

Wir hatten das Thema hier schon ziemlich Schnell gehabt das es eher keine BPS sein könnte so wie sie reagiert.

Zitat:
Meine Ex hatte mir das damals anderes erklärt. Entweder hatten die keine Ahnung oder wollten sie schützen.

Fachpersonal hat nicht immer Erfahrung.

Ich glaube ich war der erste Patient der zu meinem Hausarzt sagte „kennst du eine komplexe PTBS ?“
Kannte er nicht, hat sich aber dann eingelesen.

Nur viele intressiert das nicht und ziehen das Standardprogramm durch.

Kostet eben auch Zeit eine Geschichte runter zu erzählen. Und die haben sie meist nicht.

Zitat:
Denn wenn obige Verdachtsdiagnose stimmt, dürfte so ziemlich jeder Mann sie aus dem Gleichgewicht bringen, egal wer da noch kommen mag.

Eine Person fährt mit 160 km/h über die Autobahn . Es platz der Reifen und der Wagen scheuert die Leitplanke runter.

Die Person steigt aus dem Auto aus ,…… in solch Zustand scheint sie gerade zu sein.

Hatte hier schon einige längere Beiträge für den TE geschrieben , was er äußerte und was es sein könnte. Kannst ja mal schauen.

Zitat:
Denn alles was eine Partnerschaft beinhaltet, wird zwangsläufig wieder an der Vergangenheit rütteln und eine Retraumatisierung bewirken.

Kommt drauf an was,……

Wenn mal jemand mit einer Tasse nach ihr geworfen hat als Kind , kann in normales Kaffee trinken schon ein Problem werden.

Du gehst fröhlich mit ihr spazieren , alles Safe , kommst an eine Dro. vorbei wo Duftproben sind , und der Täter diesen Duft hatte…….

Ein Wort wird so betont wie der Täter es tat usw. Usw.

Das liegt nicht nur am Partner , es kann alles treffen.


Zitat:
Wenn sie das irgendwann feststellt, dürften ihre Selbstmordgedanken nicht gerade kleiner werden.

Du siehst ja hier dran die Ausweglosigkeit.
Die Angst ist so groß das es nur einen Ausweg gibt.

Zitat:
Das ist alles gar nicht in Worte zu fassen.

Man muss ab und an um drei Ecken , und wieder rückwärts denken um das Thema zu verstehen.

Das Thema ist so mächtig , aber manchmal so filigran vom verstehen.

x 2 #546


Plague
Zitat von Jules189:
dass sie wohl auch das Stockholm-Syndrom hat.

Ein Begriff aus der Kriminologie, aber definitiv keine Diagnose gemäß ICD-10.

x 1 #547


Catalina
Zitat von Jules189:
Generell sah sie wirklich schlecht aus, war teilweise auch sehr unter Strom (auffällige Bewegungen mit den Händen und Blicke nach oben zur Decke).

Zitat von Jules189:
Auch eine erste kleine Stress-Situation mit unserem Sohn war für sie viel zu viel, sodass sie sich direkt eine Tavor genommen hat.

Puh, das klingt schlimm. Also ist sie jetzt nach der Reha in einen desolateren Zustand als vorher? Ich finde es ja eigentlich unverantwortlich, sie dann ohne jede Unterstützung nach Hause zu entlassen, ich denke, stationär wäre sie momentan sicher besser aufgehoben. Allerdings hat man ihr das ja auch so gesagt und wenn sie das abgelehnt hat, kann man sie nicht zwingen. Zumindest so lange sie sich selbst oder andere nicht gefährdet.

Hast du sie mal gefragt, wie sie sich die nächste Zeit so vorstellt? Wenn sie momentan überhaupt nicht belastbar ist, wie will sie denn den Alltag mit den Kindern geregelt bekommen? Hat sie weiterhin therapeutische Unterstützung?

x 3 #548


Catalina
Obacht mit Tavor, das ist heftiges Zeug, das schnell süchtig machen kann. Und jemand, der unter einem solchen Medikament steht, sollte keine Kinder betreuen.

x 4 #549


N
Hallo Jules1989,

erstmal herzlichen Glückwunsch zur überstandenen Nacht und der Nicht-Eskalation beim Wiedersehen!

Du hast Dich der Situation gestellt und er war heftig anstrengend, aber Du bist nicht baden gegangen und keiner kam zu schaden. Das ist ein mega Erfolg, der Dir hoffentlich mehr Selbstsicherheit gibt.

Zu ihren Selbsterklärungen: Kann stimmen, oder auch nicht. Spielt im Detail für Dich aber keine Rolle, weil Du eh nicht ihr Arzt, Therapeut, Partner oder Betreuer bist. Ob und wie sie sich um ihre Baustellen kümmert, ist ihr Thema und es wird Dir gut tun, Dich da nicht reinziehen zu lassen. Ich habe zuletzt sogar abgelehnt, mir irgendwelche Berichte von Behandlungen oder Plänen anzuhören, weil das dann nur mierfrei in meinem Kopf wohnt und ich meinem Ex-Partner die Verantwortung für seine Gesundheit vollumfänglich zurück gegeben habe und auch nicht mehr als "offenes Ohr" bzw. Seelenmülleimer zur Verfügung stehe.
Das einzige, was Du aus ihren Berichten rausnehmen kannst, ist: Es geht ihr schlecht. Und zwar so schlecht, dass sie eventuell nicht immer zuverlässig oder regelmäßig die Betreuung der Kinder übernehmen kann.

Ich hab das so für mich gelöst:

1. Sich so aufstellen, dass die Kinder und ich keinen organisatorischen oder finanziellen Probleme bekommen, wenn das andere Elternteil komplett und endgültig ausfiele. Bei Dir muss also eine Leihopa oder eine Leihoma her oder ein Babysitter oder ein Netzwerk aus anderen Eltern, die die Kids abholen und versorgen können, wenn Du Dir morgen ein Bein brichst und eine Woche im Krankenhaus liegen musst. Sei bitte organisatorisch in jedem Fall und emotional weitgehend davon unabhängig, ob sie geplante Betreuungszeiten wahrnehmen kann oder nicht.

2. Den anderen fragen, wie und in welchem Umfang er/sie sich einbringen will(!). Dabei definitiv darauf hinweisen, dass es für die Kids schonender ist, ein Mal die Woche verlässlich zu videophonieren, als zwei Mal die Woche sich auf Zeit mit Mama zu freuen, die häufig abgesagt werden muss. Das hat bei mir geklappt, weil ich die Tür stets offen gelassen habe, dass er jederzeit spontan, wenn es ihm gut geht und er Zeit hat, die Kids besuchen oder mitnehmen kann. Das passiert bei uns in der Realität vielleicht zwei Mal im Jahr. Aber es ist ihm wichtig, dass er jederzeit könnte, wenn er wollte. Das nimmt den Druck.

3. Und dann bei jedem Umgang abchecken, ob sie wirklich auch so erscheint, als sei sie in der Lage, die Kinder körperlich und seelisch in Sicherheit zu halten. Das ist das Kniffeligste, weil man schon sehr an sich arbeiten muss, die eigenen Ängste von der realen Gefahr zu unterscheiden, zumal wir ja immer auch nur vor den Kopf schauen können. Bei mir sind in 2 Jahren zwei Vorfälle gewesen, wo meine Einschätzung nicht gepasst hat und ein Kind ein Mal körperlich und ein Mal seelisch eine Verletzung erlitten hat, die bei einem stabileren Elternteil vermutlich nicht passiert wären. Dafür habe ich aber auch bestimmt in zwei, drei Situationen aus einer Übernachtung nur einen Spielplatzbesuch werden lassen bzw. den Vater gebeten, ganz zu gehen, wo vielleicht nichts passiert wäre, aber mein Bauchgefühl mir Alarm gegeben hat, dass er zu sehr neben sich steht. Wichtig ist dabei, dass ein neues Vertrauensverhältnis entsteht, dass es Dir nicht darum geht, ihr irgendwas wegzunehmen oder sie für irgendwas zu bestrafen oder zu verurteilen, sondern dass es wirklich nur darum geht, dass die Kinder mit so wenig Schaden wie möglich durch die Kindheit kommen. Ich biete immer an, dass sich alles nachholen lässt, sobald es ihm wieder etwas besser geht. Z.B. dass er sich heute mit ins Kinderzimmer setzt und sich dann ein paar Tage erholt und dann mit neuer Kraft den Zoobesuch angeht. Dabei ist natürlich wichtig, dass Du diese "Spontanität" auch gut den Kindern vermittelst. Bei uns gibt es für Pläne immer gemalte Bilder. Wie so eine Art Gutschein, die an die Türzarge gehängt werden, wenn mal was ausfallen oder verschoben werden muss. Damit die Kinder wissen, dass etwas, worauf sie sich gefreut haben, nicht ins Wasser gefallen ist und betrauert werden muss, sondern sich nur etwas verzögert und man sich einfach noch etwas gedulden muss und länger darauf freuen kann.
Da Papa durch seine Situation hier sehr selten ist, lasse ich ihm die meisten Highlights wie Jahrmarktbesuche, Zoobesuche etc. Dadurch wirkt er präsenter als er eigentlich ist.

Das wird eine ziemlich (auch emotional) anstrengende Zeit für Dich. Aber den ersten Schritt hast Du schon gemeistert und den Rest schaffst Du auch. Immer eine Aufgabe pro Tag planen, falls mehr geht, ist das ein Bonus. Und an manchen Tagen muss "satt und sauber" reichen und die Geborgenheit besteht nur aus abendlichem gemeinsamen Hörbuch anhören, bei dem Du neben den Kinderbetten schneller eingeschlafen bist als sie. Meine Kids haben auch viele Nächte in meinem Bett verbracht, um sich die nötige Sicherheit in dem ganzen Tohuwabohu zu holen. Da gibt's dann kein Richtig oder Falsch, sondern nur ein "das ist jetzt mal so - besser ging es gerade nicht".

x 4 #550


Plague
Zitat von Catalina:
Und jemand, der unter einem solchen Medikament steht, sollte keine Kinder betreuen.

Zeit für eine kleine anonyme 8a-Meldung an die insofern erfahrene Fachkraft beim zuständigen Jugendamt? 😉
Auch vorübergehend nicht gegebene Erziehungsfähigkeit aufgrund eigener psychischer Problematiken sollte ernst genommen werden.

Zitat von Catalina:
Obacht mit Tavor, das ist heftiges Zeug, das schnell süchtig machen kann.

Vor allem, wenn es nach eigenem Gutdünken genommen wird, weil einem danach alles so wunderbar egal ist.

x 3 #551


Catalina
Zitat von Plague:
Zeit für eine kleine anonyme 8a-Meldung an die insofern erfahrene Fachkraft beim zuständigen Jugendamt?
Auch vorübergehend nicht gegebene Erziehungsfähigkeit aufgrund eigener psychischer Problematiken sollte ernst genommen werden.

Also anonym und hintenrum würde ich an seiner Stelle hier gar nichts machen. Wenn die Mutter zur Zeit nicht erziehungsfähig ist, sollte man das selbstverständlich ernst nehmen, aber nicht so. Es sollte alles offen kommuniziert werden.
Zitat von Plague:
Vor allem, wenn es nach eigenem Gutdünken genommen wird, weil einem danach alles so wunderbar egal ist.

Jepp, genau das ist das Problem. Es gibt einfach Medis, die einen dermaßen wegschießen, dass man danach nicht mehr in der Lage ist, vernünftige Entscheidungen zu treffen.

x 4 #552


N
Zum Thema Medis:
@jules1989 Wie habt ihr das denn in 'besseren' Zeiten mit Substanzen rund um die Kinder gehandhabt?
Ich habe es da einfach, weil wir uns immer einig waren, dass Kinder mindestens so wichtig sind wie Kräne. Wer also Substanzen genommen hat, mit denen man keinen Kran mehr bedienen darf, ist auch nicht allein, ohne nüchternen Zweiterwachsenen für die Kinder zuständig. Dabei war es egal, ob es Freizeitsubstanzen, das starke Schmerzmittel nach einem Zahnarztbesuch oder sonstiges war. Das könnte ich dann, als klar war, dass regelmäßig Substanzen genommen werden, einfach fortführen. Aber sobald er eine Person mitbrachte, die nüchtern und klar war und mir bestätigt hat, dass er/sie die ganze Zeit vor Ort ist, falls was sein sollte (Kind fällt von der Schaukel oder Elternteil vergisst, Essen zu machen), und der Papa nur "sediert" war und nicht komplett neben sich stand, stand dem Umgang meinerseits nichts im Weg.

Es ist halt wirklich ein hartes Abwägen, wie wenig Kontakt zu Mama/Papa einerseits und wie viel Crazyness durch Mama/Papa andererseits der Kinderseele zuzumuten ist.

x 1 #553


C
Zitat von Jules189:
Es war auf jeden Fall krass, was sie alles sagte.


Bist du sicher, dass sie hier nicht mitliest?

Klingt teils eins zu eins, zu dem was hier geschrieben worden ist.

#554


Wollie
@jules1989 liest sich alles nicht so wirklich gut, auch gerade mit der Diagnose und ihrem jetzigen Zustand und Verhalten. Auch die Sache mit dem Tavor halte ich für sehr bedenklich. Mal davon abgesehen dass Tavor sie ziemlich wegschießt, macht dieses Medikament sehr schnell abhängig. Ich kann dir eigentlich auch nichts Neues schreiben, waren sehr viele gute Anregungen für dich in den letzten Beiträgen dabei. Wünsch dir, dass du und deine Kids da irgendwie durchkommt und dass deiner Frau geholfen werden kann. Ich glaube nicht, dass es ohne prof. Hilfe zuhause funktioniert. Dafür ist sie viel zu labil.

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A


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