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Völlig unerwartete Trennung nach 11 Jahren /Borderline?

Waris07
@Jules189

Ich bin da ganz bei @Nalf und @Catalina, es wirkt so, als hätte sie mindestens genauso viel Angst oder Sorge davor, euch unter die Augen zu treten, wie du selbst.

Das mit dem Hotelzimmer ist ärgerlich – vor allem, weil du es wahrscheinlich trotz Stornierung bezahlen musst. Vielleicht könntest du ihr das Zimmer anbieten, freundlich und wohlmeinend, mit dem Hinweis, dass das Geld dann nicht umsonst ausgegeben wurde.

Es könnte auch sinnvoll sein, vorsichtig anzufragen, ob es nicht sinnvoll wäre, erst beim morgigen Beratungstermin (?) aufeinander zu treffen – mit dem Hinweis: Das würde vielleicht einen geschützten Rahmen schaffen, der allen Beteiligten entgegenkommt.

Und was die Kinder angeht: In dieser Situation könnte eine schützende Notlüge sinnvoll sein, zum Beispiel: „Mama kommt erst morgen, die Bahn hat mal wieder Schwierigkeiten.“ Es wäre gut, ihr mitzuteilen, wie du es den Kindern erklärt hast, damit sie bei dieser Version bleibt, falls Nachfragen kommen.

Und ärgere dich jetzt nicht zu sehr - bringt ja nichts. Es ist jetzt eben so wie es ist. Aufmunternde Emojis

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D
Zitat von Waris07:
Das mit dem Hotelzimmer ist ärgerlich – vor allem, weil du es wahrscheinlich trotz Stornierung bezahlen musst. Vielleicht könntest du ihr das Zimmer anbieten, freundlich und wohlmeinend, mit dem Hinweis, dass das Geld dann nicht umsonst ausgegeben wurde.

ich frage mich warum er in ein Hotel will, er hat sich ja nicht getrennt und nachdem sie heute weis wo sie Schläft wird sie das in Zukunft auch auf die Reihe bekommen

x 2 #527


A


Völlig unerwartete Trennung nach 11 Jahren /Borderline?

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J
Zitat von Golem:
@Jules189 In einer Reha oder anderen Behandlungen. Kann es zu einer retraumatisierung kommen. Das ist nicht ungewöhnlich und wird nicht unbedingt ...

Ja, vielen Dank lieber Golem. Meine Kräfte sind halt sowas von im Keller. Weißt du, ich will das alles einfach nur noch irgendwie hinter mich bringen. Und jeder Tag mehr fühlt sich so extrem lang an.

x 1 #528


J
Sie will ja jetzt morgen ganz früh kommen, bevor die Kinder wach sind. Ich überlege ihr zu schreiben, dass sie doch eher am Nachmittag kommen soll, wenn ich die Kinder beispielsweise abgeholt habt. Was meint ihr?

#529


Golem
@Jules189

Genau. Dein Gefühl irrt sich da überhaupt nicht.
Es ist total gesund, dass du das fühlst.

Die Last schnell loswerden wollen ist ein natürlicher Impuls.

Das du das erkannt hast, ist ein Signal schonend mit den Ressourcen umzugehen und diese Regelmäßig aufzuladen.

Wie schon geschrieben. Das wird nicht schnell vorbei sein.
Es fängt gerade erst an.

Trennungen sind schwierig und kompliziert.
Eben weil sich so viel dort vermischt und ein Haufen Themen ansteht.

Mein Ratschlag ist, niemals die Kinder anlügen.
Auch keine Notlüge.
Versuche eine Kindgerechte Erklärung zu finden.

Die Lage ist gerade kompliziert und auch Eltern wissen nicht immer was richtig ist.

Das signalisiert den Kindern Sicherheit. Denn es ist ehrlich.
Authentisch zu sein halte ich für sehr wichtig.

Du kannst auf jeden Fall sagen, dass es eine fordernde Situation für alle ist.
Das du noch keinen perfekten Plan hast, aber mit Mama zusammen findet ihr was Gutes.
Immer wichtig, das Signal teilen. Ihr bleibt unsere Kinder.
Mama bleibt Mama und Papa bleibt Papa.

#530


Golem
@Jules189

Toller Impuls. Ich glaube das kommt zurecht.

Zitat von Jules189:
Ich überlege ihr zu schreiben, dass sie doch eher am Nachmittag kommen soll,


Deine Grenzen melden sich da.
Wenn du dazu ein gutes Gefühl hast, kann ihr das ruhig sagen.

#531


alleswirdbesser
Zitat von Waris07:
Und was die Kinder angeht: In dieser Situation könnte eine schützende Notlüge sinnvoll sein, zum Beispiel: „Mama kommt erst morgen, die Bahn hat mal wieder Schwierigkeiten.“ Es wäre gut, ihr mitzuteilen, wie du es den Kindern erklärt hast, damit sie bei dieser Version bleibt, falls Nachfragen kommen.

Ich würde die Lügen ihr selbst überlassen.

#532


Wulf
@Jules189 bin irritiert, anscheinend will sie dich ohne die Kinder antreffen.

Wenn es dir morgen früh nicht passt, benennst du eine Uhrzeit wo es passt, ala "Bin ab 16Uhr wieder da"

#533


J
Zitat von Wulf:
@Jules189 bin irritiert, anscheinend will sie dich ohne die Kinder antreffen. Wenn es dir morgen früh nicht passt, benennst du eine Uhrzeit wo es ...

Ne, ich denke eher das, was die anderen sagen, dass sie selber Angst vor dem Wiedersehen hat. Oder Angst vor meinen Gefühlen etc. Sie sagt es schon so, dass die Kinder dann dabei wären. Ich denke sie nutzt die beiden dann auch als eine Art Schutzschild. Also nicht respektlos gemeint, einfach weil wir dann beide nicht ungefiltert reden können. Ich denke, dass sie einer Aussprache aus dem Weg gehen will. Deswegen ja vielleicht auch die Trennung nach über 11 Jahren per Textnachricht und aus ihrem 500km entfernten SaveSpace.

x 3 #534


P
Zitat von Jules189:
als ich meinen Sohn von der Schule abgeholt habe, dass meine Frau einen Bericht der letzten 7 Wochen angefordert hat.

Irgendwie komme ich da nicht drüber hinweg.
Die Klassenlehrerin nach den schulischen Leistungen zu fragen, ist das eine.
Aber ein Bericht? Das ist schon frech.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Klassenlehrerin das mitmacht.
Muss sie auch nicht. Sie kann sie genauso gut auf den Elternsprechtag verweisen

Ist das ne Privatschule?

#535


J
So ihr Lieben. Nun habe ich das hinter mich bringen können. Ich bin ehrlich, die Nacht war sehr kurz. Ich bin gegen 5:00 Uhr aufgestanden und habe dann echt Panik bekommen. Ich hatte so eine Angst vor ihr und der Situation, dass ich eine Tasche fertig gemacht habe und gehen wollte, wenn sie die Tür reingekommen wäre. Denn obwohl mir sehr viele wertvolle Menschen Kraft geben wollte, so habe ich mich in dem Moment so schwach wie noch nie gefühlt. Ich zitterte am ganzen Körper und sagte dann nur zu ihr, dass ich das alles nicht kann. Sie blieb überraschend ruhig und schaffte es tatsächlich mich umzustimmen. Wir begannen dann miteinander zu reden, wir waren beide überraschend ruhig, auch wenn ich zitterte und wir beide zwischen durch Tränen in den Augen hatten.

Dann wurde unser Sohn wach, sodass dann erstmal Fokus auf den Kindern war. Ich ging dann in die Küche, bereitete für die Kinder alles vor und bat ihr auch einen Kaffee an.

Die Kids waren natürlich super glücklich. Also haben wir dann erstmal die Morgen-Routine gemacht und die Kinder zu Schule und Kita gebracht.

Sie fragte mich im Auto, ob wir denn dann gleich ruhig und anständig weiter sprechen könnten. Ich sagte dann, gerne.

Zu Hause angekommen habe ich uns einen Tee gemacht und dann fingen wir an zu sprechen. Das waren locker 2,5 Stunden.

Es stellte sich in der Reha heraus, dass Borderline wenn überhaupt nur einen kleinen Teil ausmacht. Bei ihr seien vor allem komplexe PTBS und eine schwere Depression das Hauptproblem. Dann sagt so auch, dass sie wohl auch das Stockholm-Syndrom hat.
Es war auf jeden Fall krass, was sie alles sagte.
Sie sagte auch, dass sie ab der dritten Woche gemeinsam mit einigen Mitpatienten immer nur besoffen gewesen sei und sich zwei mal versucht hat das Leben zu nehmen mit einer Überdosis Pillen. Nur der Bademantel-Typ hätte dafür gesorgt, dass sie jetzt noch lebt. Also Finger in Hals. Ob das alles so wahr ist oder nicht, kann ich nicht mehr beurteilen aber diese Fülle an Dingen und Ereignissen ist echt heftig.

Generell sah sie wirklich schlecht aus, war teilweise auch sehr unter Strom (auffällige Bewegungen mit den Händen und Blicke nach oben zur Decke).

Sie sagte auch, dass sie während der Reha und sich auf der Rückfahrt mehrmals dachte, gib auf, er kommt mit den Kindern klar und die brauchen mich nicht mehr.

Auch eine erste kleine Stress-Situation mit unserem Sohn war für sie viel zu viel, sodass sie sich direkt eine Tavor genommen hat.

Angeblich wollten die Oberärzte sie nicht nach Hause schicken, sondern für mindestens weitere 10 Wochen im die Geschlossene stecken.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, was ich noch glauben soll oder kann aber sie ist wirklich schlimm dran, viel schlimmer wie vorher.

Die Trennung von mir brauchst sie vor allem, weil ich jetzt ihr Stellvertreter-Täter bin und nur kleine Gesten von mir oder Gerüche Dinge bei ihr triggern, die ich selbst gar nicht gemacht habe. Das sagte sie so.

x 5 #536


P
Zitat von Jules189:
Die Trennung von mir brauchst sie vor allem, weil ich jetzt ihr Stellvertreter-Täter bin und nur kleine Gesten von mir oder Gerüche Dinge bei ihr triggern, die ich selbst gar nicht gemacht habe. Das sagte sie so.

Diese Ehrlichkeit von ihr hätte ich mir bei meiner Ex auch gewünscht
Falls sie tatsächlich unter einer KPTBS leidet, würde ich ihren Aussagen unbedingt Glauben schenken, dass Du der Stellvertreter Täter bist und sie triggerst
Es wundert mich nur, dass Du das nicht früher bemerkt hast.
War sie nachts nie auffällig?
Triggern kann siie so ziemlich alles:
Nähe, Partnerschaft, Sex, Pläne, Erwartungen, Träume, Gerüche..

Wenn das stimmt, dann ist sie sehr zerstört und Du kannst sie nicht heilen.
Du bist für sie ein Doppelbildnis.

Sie wollte vermutlich das schöne Leben mit Dir. Nun ging es nicht mehr und sie ist dekompensiert

Eine Trennung ist das einzig Richtige.
Für ihr eigenes Überleben.
So schmerzhaft das ist.

Erschreckend wie sich unsere Geschichten ähneln.

#537


Golem
@Jules189
Hey.

Du brauchst vor allem Unterstützung.
Die Situation ist komplex.
Und leider durch dich noch nicht zu lösen.

Deine Baustelle bist du und die Kinder.
Ziehe eine Grenze.
Bitte! Das ist sehr wichtig.
Du willst nicht in komplexe Verstrickungen geraten.

Eure Kinder brauchen einen stabilen Menschen.
Solltet ihr beide das nicht hinbekommen.
Dann ist es ehrlich und wichtig, dass die Kinder zumindest ab und an. Woanders betreut werden können.

Eure Familie braucht aktive Unterstützung von Außen.
Verwandte Möglichkeit?!

Zitat von Jules189:
Stockholm-Syndrom

Vorsicht! Gibt es nicht.
Bei kPTBS in erster Linie eine Folgestörung.
Kann man am ehesten mit Fawn Response vergleichen.
Wichtig! Nicht deine Baustelle oder Garten.
Ihr Garten.

Zitat von Jules189:
dass sie während der Reha und sich auf der Rückfahrt mehrmals dachte, gib auf,

Das ist ein Problem.
Diese Aussage kann dich in die Schuld bringen.
Denn du fühlst dich vielleicht verantwortlich, dass sie es nicht tut.
Schwierig bei Beziehungen aber...
Wenn sie es tut. Dann bist du nicht verantwortlich.
Du kannst aber auch helfen.
In dem du sagst, dass sie sich Hilfe suchen soll.
Das es nicht gesund ist, solche Gedanken zu haben.
Du möchtest weiterhin, dass sie für die Kinder da ist.
Klare Grenze: Du bist nicht zuständig!
Wenn es akut sein sollte, biete ihr an jemanden anzurufen oder eben den Krankenwagen.
Das ist was du tun kannst.

Solche Worte sind eine Red Flag und stets ernst zu nehmen.

Notiz:
Meine Ex konnte das auch.
Für ihre Zustände hat sich mich teilweise Verantwortlich gemacht und auch sollte ich sie Retten.
Wenn ich das nicht konnte. Was ich nicht konnte.
Dann war ich Schuld.

Das war extrem übel und ich wurde in Schuldgefühle (eigene) verstrickt.

Heute weiß ich. Das war die Übertragung.

Mir ist es ein wichtiges Anliegen.
Die Kinder müssen beschützt werden. Sie können es nicht selbst.

Es ist keine Schande oder ein Zeichen von Schwäche.
Sondern Stärke. Sich Hilfe aktiv zu holen.

x 4 #538


Golem
@PeterN
Zitat von PeterN:
Nun ging es nicht mehr und sie ist dekompensiert

Leider häufig bei Reha Maßnahmen.

Kompensationsstrategie versagen.
Auch weil der Partner der vorher mit seinem Nervensystem für eine fragile Sicherheit gesorgt hat, nicht verfügbar ist.

x 1 #539


S
@Jules189
Zitat:
Es stellte sich in der Reha heraus, dass Borderline wenn überhaupt nur einen kleinen Teil ausmacht. Bei ihr seien vor allem komplexe PTBS und eine schwere Depression das Hauptproblem.

👍

Zitat:
Dann sagt so auch, dass sie wohl auch das Stockholm-Syndrom hat.

Zu welcher Person ?


Zitat:
Es war auf jeden Fall krass, was sie alles sagte.
Sie sagte auch, dass sie ab der dritten Woche gemeinsam mit einigen Mitpatienten immer nur besoffen gewesen sei und sich zwei mal versucht hat das Leben zu nehmen mit einer Überdosis Pillen.

Wenn die Reha was offiziell mitbekommen hätte , hätten sie einschreiten müssen , das nur zur Erklärung.

Hier siehst du sehr deutlich das sie sich ablenken muss , und mit sich allein nicht klar kommt.


Zitat:
Nur der Bademantel-Typ hätte dafür gesorgt, dass sie jetzt noch lebt. Also Finger in Hals. Ob das alles so wahr ist oder nicht, kann ich nicht mehr beurteilen aber diese Fülle an Dingen und Ereignissen ist echt heftig.

Wir lassen das mal so in dem Raum stehen , und würde sagen das das stimmen könnte.


Zitat:
Generell sah sie wirklich schlecht aus, war teilweise auch sehr unter Strom (auffällige Bewegungen mit den Händen und Blicke nach oben zur Decke).

Es kann sein durch den Abstand das du nun Dinge merkst die es früher zwar schon gab ,aber dir nun mehr auffallen.


Zitat:
Sie sagte auch, dass sie während der Reha und sich auf der Rückfahrt mehrmals dachte, gib auf, er kommt mit den Kindern klar und die brauchen mich nicht mehr.



Zitat:
Auch eine erste kleine Stress-Situation mit unserem Sohn war für sie viel zu viel, sodass sie sich direkt eine Tavor genommen hat.

Ihr System ist über / an der Grenze.

Zitat:
Angeblich wollten die Oberärzte sie nicht nach Hause schicken, sondern für mindestens weitere 10 Wochen im die Geschlossene stecken.

Dann haben sie erkannt was da los ist und das das selbstschädigende Verhalten da ist.

Zitat:
Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, was ich noch glauben soll oder kann aber sie ist wirklich schlimm dran, viel schlimmer wie vorher.

Die sichere Struktur von zuhause hat gefehlt um ihr da schon überlastet System halbwegs stabil zuhalten. Sie Haare ausreißen, wegrennen , starre . Alles Anzeichen das ihr System auf 150 % ist.

Der Aufenthalt in der Reha ohne Werkzeug, war so „schokierend“ das es nur im Suff zu ertragen war ( Eigenmedikation nennt man das )

Zitat:
Die Trennung von mir brauchst sie vor allem, weil ich jetzt ihr Stellvertreter-Täter bin und nur kleine Gesten von mir oder Gerüche Dinge bei ihr triggern, die ich selbst gar nicht gemacht habe. Das sagte sie so.

Wenn sie diese Worte die hier beschrieben wurden von dir , gesagt hat , dann war da jemand der Ahnung von dem Thema hatte, und versucht hat , ihr vernünftig zu erklären wo sie drin steckt.

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