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Völlig unerwartete Trennung nach 11 Jahren /Borderline?

N
Ich glaube nicht, dass hier irgendwer eine Ferndiagnose über die Frau anhand der Erinnerungen von Jules stellen kann.

Und selbst wenn das ginge, worin liegt denn der Nutzen für Jules?

Nicht jede Frau mit einer spezifischen Diagnose verhält sich wie eine beliebige Frau mit derselben Diagnose.

Und ob ein Paar vor Gericht landet oder gar die Staatsanwaltschaft Briefe schreibt, hängt auch nicht zu 100% von der Frau oder gar ihrer Diagnose ab. Zu einer Eskalation braucht es zwei Teilnehmer.

Fakt ist, dass hier eine Frau sich nach langer Leidenszeit für die ganze Familie getrennt hat und plant, ohne die Kinder auszuziehen.

Im Grunde ein Geschenk für alle.
Aber statt das anzunehmen, wird hier so getan, als habe die Frau schon die Kinder entzogen und Jules angezeigt. Bleibt doch mal bei den Fakten.

Wo da jetzt die konkrete Gefahr sein soll, gegen die einige hier aufrüsten wollen, verstehe ich nicht. Psychisch erkrankt war die Frau schon vorher, als Jules ihr die Kinder noch größtenteils überließ und sich in die Arbeit stürzte. Neu ist allein der Trennungswunsch und ihre Ankündigung, die 30qm Wohnung einer Freundin übernehmen zu wollen. Zu der Betreuungsverteilung der Kinder ist noch gar nichts gesagt. Also könnt ihr die Flammenwerfer nochmal Weg stellen und den Fokus auf die Kinder richten.

Denn eins ist so gut wie sicher: Sollte Jules ihr mit Sprüchen wie "Du bist ja instabil und die Schutzschrift ist schon bei Gericht. Und solltest Du es wagen, die Kinder mit zu Dir in die Wohnung zu nehmen, beantrage ich das alleinige Sorgerecht" kommen, WIRD die Frau anfangen, sich gegen derartige Kriegsankündigungen zu wehren.

Bei manchen Kommentaren frage ich mich, ob die Sache genauso eskaliert wäre, wenn die User mal etwas weniger robust und vorsorglich aufgetreten wären.

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J
Zitat von Nalf:
Ich glaube nicht, dass hier irgendwer eine Ferndiagnose über die Frau anhand der Erinnerungen von Jules stellen kann. Und selbst wenn das ginge, worin liegt denn der Nutzen für Jules? Nicht jede Frau mit einer spezifischen Diagnose verhält sich wie eine beliebige Frau mit derselben Diagnose. Und ob ein Paar vor ...

Da bin ich absolut bei dir Nalf!
Natürlich möchten mir hier viele Leute helfen und insbesondere aufgrund eigener Erfahrungen und Schicksalsschläge Tipps mit auf diesen schweren Weg geben, wofür ich auch ausgesprochen dankbar bin aber ich sehe es auch so, dass eine Diagnose weder möglich noch wirklich weiterhelfen würde. Da erinnere ich mich an die Worte von Golem, der immer wieder sagt 'bleib bei dir und im hier und jetzt.'

Und auch, wenn ich immer noch im Panikmodus bin und die Gefühle zwischen Trauer, Wut, Enttäuschung und Ungewissheit hin und her springen, so möchte ich zu keiner Zeit meiner NF schaden oder ihr die Kinder wegnehmen!

Viele von euch haben es im Kern eigentlich perfekt formuliert, was ich mir für die nächste Zeit wünsche. Ruhig, sachlich, de-eskalierend bleiben und zum Wohle der Kinder handeln.
Das ist auch meine Ideal-Vorstellung.

Und unabhängig von meiner Frau, so mache ich mir einfach ernste Gedanken und Sorgen, dass ich dem ganzen nicht standhalte und eben zusammenbreche. Also, was ich damit meine, ist zum Beispiel in Tränen / Weinen ausbreche, wenn sie dann auf einmal vor mir steht. Und das wäre hier ein großes Problem, denn das würde bei meiner NF dann höchstwahrscheinlich eine Wutreaktion mit sich bringen.

Hier weiß ich einfach nicht, was ich machen soll. Meine mentale Kraft sinkt von Tag zu Tag und die Angst vor ihrer Rückkehr bzw. dem 'was passiert dann' wird dafür immer größer.
Sie weiß, dass insbesondere emotionale Kälte, Gleichgültigkeit und Verlust meine größten Ängste sind, wo ich einfach zusammenbreche.

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A


Völlig unerwartete Trennung nach 11 Jahren /Borderline?

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J
Zitat von Nalf:
Das nennt sich emotionale Arbeit. Sich selbst trotz massiver Probleme und Ängste und Trauer zu regulieren und auch noch andere Personen, z.B. Kinder oder Partner co-zu-regulieren. Ja, das ist anstrengend und man/frau muss für Ausgleich sorgen. Vielleicht hilft es Dir, dass Du dieselbe Erwartung auch an Deine Ex ...

Hier finde ich ein paar sehr starke Tipps und Lösungsansätze für gewisse Situationen! Vielen Dank dafür!

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J
Zitat von PeterN:
Hallo @Jules189. Ich habe hier jetzt einiges gelesen und möchte Dir meine Erfahrungen schildern. Als Ex Partner einer Frau, die in ihrer Kindheit 6uell missbraucht wurde, kann ich Dir sagen, dass eine Beziehung mit einer solchen Person eine ziemliche Herausforderung darstellt. Ich möchte sogar sagen, dass es fast ...

Vielen Dank für deine Schilderung.

Dass meine NF in ihrer Vergangenheit Traumata erlitten hat, das steht außer Frage. Was ich aber erst durch euch hier wirklich gelernt und begriffen habe, wie mein Handeln in Bezug auf ihre Traumata zu der Situation der letzten Monate geführt hat. Das war mir so vorher nicht bewusst.

Das haben hier einige Leute schon sehr gut und präzise zusammengefasst.
Die Traumata, die sie erleiden musste, vordem sie mit mir zusammengekommen ist, waren mir natürlich bekannt aber die Art der Traumata also sprich dieser ständige Bruch des Vertrauens einer 'liebenden Person' war mich nicht in dieser Hinsicht bewusst.
Das ist die bittere Erkenntnis, die ich mittlerweile erfahren habe. Daher verstehe ich mittlerweile auch, warum sie diese Lüge und die E-Mail an die Therapeutin zu der Trennung bewegt hat. Sie hatte vorher schon kein wirkliches Vertrauen mehr zu mir, wegen dem Fremdgehen und das bisschen, was sich dann wieder aufgebaut hat (wenn es denn überhaupt so war) habe ich durch dieses Handeln dann vernichtet.

#469


Stella31
Zitat von Jules189:
Also, was ich damit meine, ist zum Beispiel in Tränen / Weinen ausbreche, wenn sie dann auf einmal vor mir steht. Und das wäre hier ein großes Problem, denn das würde bei meiner NF dann höchstwahrscheinlich eine Wutreaktion mit sich bringen.

Also erstmal ist es doch total verständlich, wenn du in Tränen ausbrichst.
Alles zu unterdrücken, um nur noch sachlich rüberzukommen, kann ja auch nicht gut sein.
Weshalb sollte sie dann wütend werden?
Und wenn, dann ist das eben ihre Reaktion.
Das muss ja nicht gleichzeitig heißen, dass dann alles eskaliert.
Wenn man viele Jahre zusammen gelebt hat, fände ich es eher verstörend, wenn da gar keine emotionale Regung beim Partner zu sehen wäre.
Solange ihr euch dann nicht an die Gurgel geht und wenn möglich, die Kinder das nicht miterleben, darf auch Weinen sein.

Das soll auch nicht heißen, dass Kinder überhaupt keine Regung mitbekommen sollten. Die haben ja auch mit ihren Gefühlen zu kämpfen. Und dürfen miterleben, dass die Eltern traurig darüber sind, dass die Familie, so wie sie war, nicht mehr existiert.

x 1 #470


G
@Jules189

Das ist schon ziemlich stark. 🙏
Mehr kannst du nicht erwarten.

Die Angst ist da, es ist etwas unbekanntes in der Situation.

Was wird sie denken? Was wird sagen?
Was wird sie wollen?
Wie geht es weiter?

Viele Fragen schwirren im Kopf rum. Absolut nachvollziehbar.
Eine komplett neue Situation für dich.

Du kannst versuchen die Angst anzunehmen. Nicht dagegen zu gehen.
Man schreibt immer gern, gib ihr Raum.

Heißt auch, nicht weg drücken.

Es gibt da so ein Spruch den Verena König gern bringt.
Ich höre sehr gerne ihren Podcast.
Auch die Bücher waren gut.

Sie sagt: Alles was wir fühlen macht Sinn!

Ich ergänze dann im Kopf dazu.
Manchmal wissen den nur noch nicht.

So wie ich das gerade sehe. Für den kommenden Moment.
Du kannst nun nichts mehr tun.

Du hast hier Tipps bekommen.
Allesamt reichhaltig.
Suche dir davon was für dich passt und schreibe deine eigene Lösungsgeschichte.

Und wer weiß. Der Weg der beginnt bringt dir was bei.
Du schreibst hier in 1 oder 2 Jahren jemandem der auch so eine Geschichte erlebt und dann bist du auf der anderen Seite.
Mit einer Ruhe und Gewissheit und guten Tipps und bist dann derjenige der was dazu beitragen kann.

x 1 #471


N
Zitat von Jules189:
Also, was ich damit meine, ist zum Beispiel in Tränen / Weinen ausbreche, wenn sie dann auf einmal vor mir steht. Und das wäre hier ein großes Problem, denn das würde bei meiner NF dann höchstwahrscheinlich eine Wutreaktion mit sich bringen.

Es ist gut, wenn Du solche "Sollbruchstellen" in eurer Dynamik erkennst und Dich darauf vorbereitest.

Wie wäre es, wenn Du mit einer Person, die für Deine Frau neutral ist oder sogar auf ihrer Seite steht, einen Puffer zwischen euch schaffst? Also dafür sorgst, dass die Person in der Wohnung ist, wenn Deine Frau zurück kommt, und z.B. die Kinder auf den Spielplatz bringen könnte, wenn ihr zwei miteinander reden wollt, oder mit im Raum ist, wenn ihr klärt, wer wo schläft. Und wenn Dich dann die Gefühle überrollen, kannst Du aus der Wohnung rausgehen (für eine Stunde oder eine Nacht), ohne Deine Frau mit den Kindern alleine zu lassen.

Das würde ich auch ganz transparent an Deine Frau kommunizieren, z.B. "Mir geht es momentan nicht gut und ich habe Sorge, wie ich reagiere und wie wir miteinander sind, wenn wir beide wieder zu Hause sind, und wie es den Kindern damit geht. Es würde mir helfen, wenn eine Freundin von Dir dabei wäre, damit ich, Du oder auch die Kinder mit ihr mal für eine Stunde vor die Tür können, ohne dass das zum Problem wird. Ist das für Dich ok?"

Wenn Du merkst, dass Dich eine Situation überfordert, dann darfst Du Dich entziehen. Sag einfach, es tut mir leid, ich kann das gerade nicht und muss mich mal eben auslüften. Wenn was ist, kannst Du mich telefonisch erreichen. Aber ich muss erstmal mit meinen Gefühlen allein sein und komme wieder, wenn es wieder geht.

Ich habe die ersten Monate die Kindsübergaben durch eine dritte Person erledigen lassen (Er hat angekündigt, dass er in 30 min da ist. Ich hab sie geholt und mich dann vom Kind verabschiedet und angekündigt, dass Papa gleich da ist. Ich hätte sonst meinen Ex erwürgt oder vorm Kind geweint.), weil ich viel zu emotional war, um das anständig hinzubekommen.

Und ja, da muss man sich auch Mal vor Freunden, Bekannten oder Nachbarn nakisch machen und erklären, was los ist und dass man eine ungewöhnliche Form von Hilfe braucht. Aber die meisten reagieren positiv und helfen gern.

Ich finde dabei wichtig, dass man sich nicht Hilfe holt, weil der andere so blöd ist, sondern dass man als Grund angibt, dass man selbst gerade mit der Situation nicht klar kommt und die Hilfe daher für einen selbst und nicht gegen den anderen ist.

Das passt auch zu der wichtigsten Maxime: Bei sich bleiben. Für sich und die Kinder sorgen.

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J
Zitat von Golem:
@Jules189 Das ist schon ziemlich stark. 🙏 Mehr kannst du nicht erwarten. Die Angst ist da, es ist etwas unbekanntes in der ...

Starke Worte! Vielen Dank dafür! Ich hoffe, dass ich in der entsprechenden Situation an eure Worte denke und diese mir dann die nötige Kraft und Ruhe bringen.

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