Jules1989
erstmal meinen allergrößten Respekt für Deine Leistung gestern.
Dass Du es geschafft hast, Deine ganze Familie so zu co-regulieren, dass sie auf einen Ausflug gehen konnten und Deine Frau nicht Dir gegenüber den starken Mann markieren musste, sondern sich Dir gegenüber eingestehen konnte, dass sie bei zwei Kindern draußen auf Unterstützung angewiesen sein könnte, ist schon ein richtig dickes Brett, dass Du da trotz sämtlicher eigener Verletzungen, Unsicherheiten und Ausgelaugtheit durchbohrt hast.
Kannst richtig stolz auf Dich sein!
Und dass Du dann trotz aller Trauer und Unsicherheit den Ausflug auch so gut hinbekommen hast, hat eurer Elternebene richtig gut getan, auch wenn es Deine Trauer um die Vergangenheit und Zukunft nochmal richtig angefacht hat.
Hast Du heute die Gelegenheit (oder kannst sie schaffen) Dich zu regenerieren?
Gestern bist Du einen emotionalen Marathon gelaufen. Eine Sporteinheit, ein Spaziergang an der frischen Luft ohne Kinder oder ein langes heißes Bad können helfen, die Stresshormone abzubauen. Achte definitiv auch auf Dich, gerade nach derartig erfolgreichen Minenfeldläufen, die viel Kraft kosten.
Zitat von Jules189: Ich merke halt, wenn ich meine Emotionen der Paar-Ebene zurückstelle, dass es dann in Bezug auf das Miteinander und die Eltern-Ebene besser läuft.
Schön, dass Du da dieselbe Erfahrung machen kannst, die ich auch (nur nicht so schnell wie Du) machen konnte.
Zitat von Jules189: Viel über meine Fehler
Ich bin erstmal bei Stella und finde es auch nicht ideal, sowas vor den Kindern zu besprechen. Selbst wenn die hinten schlafen, bekommen sie stets mehr mit, als einem lieb ist.
Auf der anderen Seite ist niemand perfekt und ein ruhiges Gespräch zwischen den Eltern zu einem nicht kindgerechten Thema ist wesentlich besser als dickluftiges Schweigen im Auto.
Also hier nicht für volle Punktzahl, sondern "nur" 9 von 10

Wie wäre es, wenn Du uns gegenüber und im Selbstgespräch nicht mehr von "meinen Fehlern" sprichst, sondern von "meinem Unvermögen".
Du hast weder eine therapeutische Ausbildung, noch könntest Du jemals der Therapeut sein, außerdem hattest Du mir der Firma und einer kranken Frau auch ganz eigene Belastungen.
Dass Du dabei nicht erkannt hast, dass ein Seitensprung bei Deiner Frau aufgrund der Vorschäden nicht das gleiche ist wie ein Seitensprung zu Lasten jeder anderen Frau, ist doch völlig normal. Shaize und bedauerlich, klar, aber eben auf Unwissenheit basierend. Du bist wahrscheinlich der, der sich am meisten in den A. beißt, dass Du Deiner Frau genau in die wundeste Stelle gehauen hast und damit ihre gesamte Vergangenheit sehr präsent in eure Ehe reingezogen hast. Wenn Du damals gewusst hättest, was Du heute weißt, hättest Du sicherlich ganz anders gehandelt. Deshalb würde ich den Ausdruck "mein damaliges Unvermögen" verwenden.
Andere Bezeichnungen machen was mit der inneren Einstellung und den Lösungsmöglichkeiten, die sich ergeben.
Ich finde, Du machst das alles außergewöhnlich gut und klingst wieder mehr bei Dir als in den vergangenen Tagen.
Motto des Tages: Schwimmen wie ein Korken auf dem Wasser.
@Ameise_78
Zitat von Ameise_78: Ich selbst stand schon mehrfach
Jedes Kind ist anders. Und jeder Erwachsene auch.
Von sich auf andere zu schließen ist menschlich, führt aber auch immer wieder zu Enttäuschungen, weil andere nicht so reagieren wie man selbst (es erwartet hat).
Jules kann jetzt an einzelnen Fakten festhalten und im völlig berechtigten Entsetzen darüber stecken bleiben und dicht machen.
Oder er kann den Wahnsinn an sich vorüberziehen lassen wie einen Tornado, sich nicht von ihm mitreißen lassen oder gegen ihn ankämpfen, sondern sich dafür entscheiden, für sich und die Kinder ein seelisch sicheres Haus zu bauen, das der Tornado nicht umwehen kann, und aus dieser Warte nur zu beobachten, was draußen an Wetter (= Handlungen der Frau) noch passiert, ohne es persönlich zu nehmen. Scheint die Sonne, kann man offen bleiben und es annehmen. Weht der Wind, zieht man sich ins Haus zurück und wird zum Beobachter. Solange das Haus (= die eigene Psyche und die eigene Grundbedürfnisbefriedigung) solide steht, braucht man das Wetter nicht zu fürchten.
@Dudo, klar kann man sich ins Haus zurückziehen und die Rollos runterziehen und das Wetter draußen ignorieren und ablehnen. Aber durch die gemeinsamen Kinder, die immer wieder fragen werden, ob die Sonne wieder scheint und sie mal raus dürfen, kann man das Wetter nicht ganz und auf Dauer ignorieren.
Und wenn man mit etwas Schönwettertanzen es sogar hinbekommt, dass die Sonne häufiger scheint als der Wind aufzieht, lohnt sich meines Erachtens der Tanz, sofern man genug Kraft dafür hat.