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Von großer Liebe betrogen und verlassen

Pinky81


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Ich möchte auch einfach keinen zermürbenden Kleinkrieg, von dem ich vorher weiß, dass ich auf verlorenem Posten stehe. Das raubt auch nur unnötig Energie, die ich gerade für mich brauche.

17.02.2020 15:23 • x 1 #121


Pinky81


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Heute kam eine Nachricht bzgl des noch bestehenden Mietvertrags von ihm. Ton neutral und höflich. Inhalt so wie von mir gewünscht.
Und trotzdem könnte ich gerade losheulen.

20.02.2020 14:29 • x 1 #122



Hallo Pinky81,

Von großer Liebe betrogen und verlassen

x 3#3


Pinky81


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Irgendwie habe ich das Bedürfnis, zu meinem Ex zu gehen und ihm zu sagen: " So Schatz, genug mit dem Blödsinn. Jetzt komm ich wieder nach Hause und alles wird gut"
Welches Seltsamkeits-Level ich wohl erreiche, wenn ich heute abend einfach auf der Couch sitze, wenn er heim kommt und so tue, als wäre nichts gewesen?

20.02.2020 15:49 • #123


Claudi_1975


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Hey Pinky, ich kann dieses Gefühl sehr gut verstehen. Als bei meiner Geschichte alles "rauskam", bzw. als wir uns halt getrennt hatten, hatte ich hin und wieder ungefähr folgendes Gefühl: Ich wollte ihn als Freund kontaktieren, um ihm von meinem Partner-Heckmeck zu erzählen... Ist das irgendwie nachvollziehbar? Ich habe ja auch einen Freund verloren, mit dem ich alles besprochen habe.
Das ist entsetzlich und tut weh. Und überhaupt nicht seltsam... Mir half (und hilft in gegeben Situationen) meistens der Gedanke: Gehe jetzt x Jahre in die Zukunft. Stelle dir vor, wie du alles verarbeitet hast, einen neuen Partner hast, glücklich bist... Wie wirst du über die jetzige Situation denken? Was kannst du tun, um Würde zu wahren?
Dabei geht es gar nicht um die Würde ihm gegenüber, sondern dir selbst gegenüber....

20.02.2020 16:09 • x 1 #124


Pinky81


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Ich halte mich ihm gegenüber extrem zurück. Bespreche nur das nötigste, in einem neutralen Ton. In mir sieht es aber ganz anders aus.

20.02.2020 21:19 • #125


Pinky81


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Wir sind jetzt neun Wochen getrennt. Und ja, ich habe Abstand gewonnen und sehe vieles klarer. Der Schmerz von dem ich dachte, dass ich ihn nicht überlebe, ist vorbei. Ich weiß jetzt, dass ich ohne ihn leben kann. Trotzdem tut es permanent weh. Wie eine Wunde die stetig blutet. Manchmal mehr und manchmal weniger. Aber er fehlt mir . Mir fehlt die körperliche Nähe, aber vor allem der Mensch, mit dem ich so viele Jahre zusammen war. Seine Meinung, sein Humor. Mir fehlt es mit ihm zu reden und zu witzeln. Im wahrsten Sinne des Wortes mein Lebenspartner.
Ich finde es nach wie vor unvorstellbar, dass er und ich jetzt getrennte Leben führen. Ich würde so gerne wissen, was wirklich in ihm vor geht. Ich werde wohl um kein Gespräch mehr bitten. Wir hatten zwei emotional sehr aufwühlende Gespräche ( einmal kurz nach der Trennung und einmal vier Wochen später). In denen wirkte er auch sehr zerrissen. Aber ich könnte mit diesem Zweifel nicht mehr leben. Wenn es für uns noch eine Chance geben würde, müsste von ihm einiges an Einsatz kommen und er müsste sein Leben in mehr als einem Punkt verändern. So wie ich das auch müsste und auch gerade daran arbeite. Aber daran glaube ich nicht mehr. Und vielleicht ist es vermessen von mir und ganz sicher geht es mich auch nichts an, aber ich weiß, dass sein Weg der falsche ist. So wird er nicht glücklicher mit seinem Leben. Selbst wenn nicht ich es bin, die er will/ braucht, die Affäre ist es ganz sicher nicht. Und vor allem hat er ganz andere Baustellen im Leben und solange diese nicht behoben sind, findet er sich selbst nicht.
Ich sollte eigentlich an den Punkt kommen, an dem ich mich auf mich und nicht auf ihn konzentriere. Ich habe das Gefühl, als führe ich noch diese Beziehung, aber ohne ihn. Das ist doch becheuert.
Die Beziehung die wir hatten ist vorbei. Und das unwiederbringlich. Es kann nie wieder so werden wie es war. Das habe ich akzeptiert.
Trotzdem kann ich mir eine neue Zukunft mit ihm vorstellen. Weil ich den Menschen der in ihm steckt nach wie vor Liebe. Ich hasse was er getan hat. Aber ich glaube, dass wir dies überwinden könnten. Mit Arbeit und dem Mut zur Veränderung. Leider will er das gar nicht. Zumindest gibt es kein Zeichen, dass er es will.
Mein blödes kleines Herz springt natürlich auf jedes noch so kleine Zeichen an. Letzte Woche habe ich nach Jahren mein Profilbild bei Facebook geändert ( wir sind da beide nicht sehr aktiv) und er hat es gelikt. Da habe ich tatsächlich Herzklopfen wie ein Teenager bekommen. Oder ich sehe , dass er sich meinen WhatsAppstatusr nachts um 3 Uhr anguckt und das Gedankenkarusell wird angeworfen.Wie albern ist das? Ich weiß ja, dass dies für ihn keine ungewöhnliche Uhrzeit ist. Ich kann leider nicht so konsequent sein und ihn überall löschen etc. Ich denke für mich ist es besser, wenn ich mich in kleinen Schritten löse. Durch Social Media bekomme ich eh nicht viel mit, weil er dort wie gesagt nicht sehr aktiv ist. Ende März werde ich meine Sachen aus der gemeinsamen Wohnung holen. Wieder ein Schritt weg von ihm und unserem Leben.
Vergeht die Sehnsucht auch mit der Zeit, oder ist das jetzt der Zustand, mit dem Ich leben muss? Und will ich mich überhaupt weiter lösen?

25.02.2020 10:37 • x 1 #126


Claudi_1975


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Du schreibst sehr schön, und sehr sortiert. Und du bist schon sehr weit! Meine Trennung ist Monate her, eigentlich... Mit einigem Hin- und her danach. Und nun seit 2 Wochen gar kein Kontakt. Was mir echt schwer fällt, weil ich immer wieder in meine Hoffnung, in meine Naivität zurückfalle. Hinzukommen neuerdings Ängste und eine Art Panik-Attacken. Werde ich in meinem Alter jemals jemanden finden, mit dem ich alt werde?
Du hast ein sehr gesundes Selbstbewusstsein, wenn ich es richtig aus deinen Zeilen lese. Das ist gut und das wird dir sehr weiterhelfen. Du bist auf dem richtigen Weg!

25.02.2020 11:02 • x 3 #127


Pinky81


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Wann bin ich soweit, dass wieder unbeschwert und fröhlich sein kann. Wenigstens für ein paar Stunden. Wann hört es auf, dass bei allem wichtigen und unwichtigen Dingen mein erster Gedanke ist:" Das muss ich IHM erzählen/ das fände er bestimmt witzig, interassant, bescheuert.."
Klar ich habe Freunde. Sehr gute sogar. Aber es ist keine wie er. Bei unserem letzten Gespräch meinte er, ich wäre immer seine wichtigste Person im Leben gewesen. Bei mir wäre es meine beste Freundin. Ich war völlig baff. War ihm nicht klar, dass es in letzter Konsequenz immer er gewesen wäre? In der Beziehung hatte ich tief in mir drin manchmal das Gefühl ich würde mehr lieben als er. Ging es ihm vielleicht genauso?
Es stimmt, während er eher oberflächliche Freundschaften pflegte und seine beste Freundin weiter weg zog und der Kontakt viel weniger wurde, hatte ich immer ein paar wenige aber sehr intensive Freundschaften neben unserem gemeinsamen Freundeskreisen. Er hat auch ab und zu bedauert, solche Freunde nicht zu haben, aber nie hatte ich den Eindruck, dass er mir dies missgönnt. Im Gegenteil.
Und genau diese Freunde sind es jetzt, die mein Anker in diesem mehr aus Tränen sind.
Und was ich mit meinem Post sagen will? Keine Ahnung..

28.02.2020 16:13 • x 2 #128


Elbstrand


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Zitat von Pinky81:
Wann bin ich soweit, dass wieder unbeschwert und fröhlich sein kann. Wenigstens für ein paar Stunden.


Ich weiß genau was du meinst. Ich genieße die Momente, in denen ich mich so positiv und zuversichtlich fühle, wie ich mich eigentlich mal kannte. Aber wir haben leider alle keinen Anspruch darauf, dass es uns das ganze Leben über nur gut geht. Es sind gerade mal zwei Monate und da wirst du dir noch Zeit geben müssen und auch ein Stück weit akzeptieren, dass diese Gefühle da sind. Versuch sie nicht zu verdrängen, der Widerstand zögert das alles nur hinaus. Du hattest viele schöne Jahre mit ihm und aus denen entsteht jetzt eine Zeit der Trauer. Bald ist Frühling, dann Sommer und es gibt auch andere Zeiten.

28.02.2020 16:59 • x 1 #129


zebra2020


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Hallo Pinky,

ja, Freunde zu haben ist sehr gut und wichtig. Ich bin in meinem Umfeld seit der Trennung auch sehr erstaunt wie viele echte Freunde ich offnebar habe. Das sind erstaulich viele. Und manche von denen öffnen sich derzeit mir ggü. selbst auch mehr als früher/sonst - mit ihren eigenen Problemen und Beziehungserfahrungen. Die Freundschaften vertiefen sich gerade sogar noch. Ich bin sehr, sehr dankbar dafür, dass meine Freunde (und auch meine Familie) derzeit so für mich da sind. Bei mir kommt allerdings hinzu, dass meine Freunde und Familie nicht hier vor Ort sind, weil meine Ex-Beziehung zunächst eine Fernbeziehung war und wir schließlich in einer 3. Stadt zusammen gezogen sind. Ich merke, dass ich mich trotz des vielen Kontakts zu Freunden und Familie via Telefon u WhatsApp und vor allem nach Besuchen hier inzwischen sehr einsam fühle.

Aber eine Partnerschaft ist trotzdem irgendetwas anderes als der Kontakt zu Freunden und Familie - ich zumindest mache mich in einer Partnerschaft z.B. noch viel "nackiger" als sonst und Dinge treffen einen dann halt auch tiefer. Bei Freunden/Bekannten und zur Familie kann man auch viel leichter mal eine zeitlang auf Distanz gehen als z.B in einer Partnerschaft, insbesondere, wenn man mit dem/der Partner/-in zusammen wohnt.

Freunde und Familie liebt man natürlich. Aber es ist nicht dieselbe Liebe wie in einer Partnerschaft. Deshalb fehlt halt trotz viel und intensivem Kontakt zu Familie und Freunden irgendwie etwas, denke ich. Und deshalb kann ich auch dein Bedürfnis nachvollziehen, dass du neue Erlebnisse noch mit deinem Ex teilen willst.

Was ich gerade sagen will, ist mir auch nicht so ganz klar. Vermutlich hat das alles auch einfach was mit der Hirnchemie zu tun bzw. damit, dass das Leben sich so plötzlich geändert hat und es einfach eine Weile dauert, ehe man (= Hirn, Geist & Seele) sich an diese Veränderung anpassen kann.

Manchmal denke ich, meine Ex hat es richtig gemacht, sich gleich in die nächste Beziehung zu stürzen u daneben Party, Party, Party zu machen. Allein wegen der Hirnchemie. Ich selbst hätte das aber nicht gekommt. Ich hätte das Gefühl, mich damit selbst zu verarschen.

28.02.2020 17:16 • x 1 #130


Pinky81


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Der Gedanke den Schmerz mit einem neuen Mann zu übertünchen ist mir auch gekommen. Sogar über"Rache-Sex" mit dem Ex seiner Affäre habe ich nachgedacht. Aber dafür bin ich einfach nicht der Typ. Es würde sicher kurz helfen, aber auf lange Sicht mehr Probleme schaffen, als lösen.

28.02.2020 17:51 • x 2 #131


Pinky81


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Ich würde gerne wissen, ob er noch an mich denkt. Und ob er mich wenigstens ein bisschen vermisst.

28.02.2020 20:58 • #132


Butterblume63


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Pinky,so lange du nicht bereit bist diesen miesen Typen aus deinem Leben zu schmeissen,also aus WhatsApp,Facebook und Co zu sperren oder zu löschen wirst du nie deinen Frieden finden. Für mich hat dein Verhalten was mit Selbstzerstörung zu tun. Der Kerl hat dich über Monate hinweg besch...und betrogen und du würdest diesen Mistkerl tatsächlich wieder zurück nehmen? Schau,dass du so schnell wie möglich deine Selbstachtung und vor allem Selbstliebe zurück eroberst. Dafür wünsche ich dir alles Gute!

28.02.2020 21:37 • x 1 #133


Pinky81


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Heute ist das Vermissen wieder besonders schlimm. Morgen hat mein Ex Geburtstag. Das waren immer sehr besondere Tage für uns.
Ich habe für mich beschlossen, nicht zu gratulieren. Wozu auch? Er hat mir deutlich zu verstehen gegeben, dass er nicht möchte, dass ich Teil seines Lebens bin.
Das obligtorische " wir können ja Freunde bleiben" kam zwar. Kommt für mich aber nicht in Frage. Wenn wir kein Paar sein können, werden wir im besten Fall irgendwann mal lockere Bekannte. Der Gedanke daran tut einfach weh.
Ist es nicht ungerecht, dass ich ständig an ihn denke und er sicher längst kaum noch einen Gedanken an mich verschwendet?

03.03.2020 10:44 • x 2 #134


Elbstrand


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Ja, es ist ungerecht und es fühlt sich beschissen an, weil man denkt wie verschwendet diese Gedanken doch sind an jemanden, der eh weiter gezogen ist. Unser Leben ist so kurz und man verschenkt Monate an eine verlorene Sache. Leider funktioniert unser Hirn so nicht bzw. ist es sehr schwer, einen solchen Blick zu bekommen. Ich würde auch gerne dahin, einfach nur im Jetzt zu leben, denn mehr gibt es nicht, siehe auch das Buch "Jetzt" von Eckhart Tolle. Recht spirituell, aber die Kernbotschaft stimmt: In der Vergangenheit liegt die Depression ("Es war alles so schön"), in der Zukunft die Angst ("Ich erfahre das nie wieder"). Alles natürlich 1000x leichter geschrieben als umgesetzt

03.03.2020 12:51 • x 1 #135




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