Hey @Zerbrochener,
wow ich glaube, du bist in eine ähnliche Geschichte getappt, wie sie mir vor nun bald 2 Jahren widerfahren ist, und dabei war es definitiv nicht meine erste Beziehung.
Die Trennung ist jetzt genau ein Jahr her, und ja ich grüble auch heute noch immer wieder mal vor mich hin, was hier schiefgelaufen ist, wo ich die Ausfahrt nicht rechtzeitig gesehen habe, welche groben Fehler vor allem mir unterlaufen sind etc.
Die Beziehung hielt insgesamt zwar (nur) über 10 Monate und war keine Fernbeziehung, aber auch hier setzte sich alles ziemlich rapide in Gang. Anfangs noch etwas Unsicherheit, sie wollte sich erst gar nicht auf eine Beziehung einlassen; was ich so zu akzeptieren versuchte, nur eben meinen daraus resultierenden Rückzug aus Selbstschutz ließ sie dann doch nicht zu letztendlich kam das Nähe-Bedürfnis sogar erst einmal von ihr. Sie schien dann tatsächlich einfach nur glücklich und bereit, ihr wohl tief verwurzeltes Misstrauen in den Griff zu bekommen.
Das erste halbe Jahr bestand aus purer Euphorie, Schmetterlingen, einem extremen Gefühl von Vertrautheit und Seelenverwandtschaft - der ganze rosarote Kram inklusive der Idee, nach bereits 4 Monaten zu mir in die Wohnung ziehen zu wollen, wozu es aber letztendlich nie kam.
Die Stimmung kippte nach ca. 7 Monaten immer mehr, sie zog sich zunehmend zurück, wurde dabei regelrecht krank, brauchte immer häufiger ihren Freiraum, lieferte dazu aber keinerlei greifbare Aussagen, was sich denn auf einmal geändert hatte.
Ich selbst schob vieles darauf, dass ich u.a. noch einige Restbaustellen aus meiner letzten Beziehung zu bewältigen und sich dabei der Fokus etwas verschoben hatte (die Scheidung einer langjährigen Ehe und Auseinandersetzungen um das gemeinsame Kind, welches bei mir wohnt), aber das waren wohl doch nur zusätzliche Schauplätze nebst ihrem eigentlichen Problem.
Jedenfalls wurde mir ihre plötzliche Unbeständigkeit und Unzuverlässigkeit irgendwann zu bunt, was ich ihr so auch unmissverständlich kommunizierte.
Ich kürze es ab, denn ich habe die Geschichte schon hier im Forum in dem Beziehungsängste-Thread ausführlicher beschrieben:
Die Trennung folgte also nach 10 Monaten und danach kam ich partout nicht mehr an sie heran.
Ihre Konsequenz: sie zog mit Mitte 30 wieder zurück zu ihren Eltern und tauchte komplett ab, einzige anschließende Lebenszeichen von ihr waren teils tiefgründige Lebensweisheiten in ihrem WA-Status, die sich regelmäßig mit irgendwelchen infantilen Blumen/Herzchen-Ausbrüchen abwechselten.
Nach einigen vergeblichen Aktionen meinerseits, irgendwo noch einmal anzusetzen, einen Neuanfang in Betracht zu ziehen, resignierte ich schließlich. Ich brach den Kontakt komplett ab und löschte nach langem Zögern letztendlich aus Selbstschutz auch ihre Nummer, um mein immer wieder kehrendes Kopfkino in den Griff zu bekommen seitdem herrscht vielmehr Totenstille.
Kurz zu ihrem Hintergrund: auch sie hat ein sehr enges Verhältnis zu ihren Eltern (sie wohnt ja jetzt auch wieder in ihrem Kinderzimmer) sie war vor uns fast 4 Jahre Single - keine ihrer voran gegangenen Beziehungen hielt wiederum länger als 2 Jahre und wurden stets von ihr beendet, die letzte, welche ihr laut eigener Aussage einen gehörigen Knacks verpasst haben soll, aus ähnlichen Gründen, wie bei uns: sie fühlte sich eingeengt, missverstanden, unter Druck gesetzt, und auch danach floh sie für 3 Jahre zu ihren Eltern usw. - sie macht seit längerem zwei verschiedene Therapien d.h. sie arbeitet irgendetwas massiv auf
Nun, ich kann dir nur sagen, dass ich genauso fassungslos bin, wie abrupt das alles gekippt ist. Wie schnell dieser herrliche vielsprechende Höhenflug in einem extrem schmerzhaften Absturz endete, und ich nach Erklärungen oder Hoffnungsschimmern gesucht habe, und vielleicht auch immer noch gelegentlich suche.
Aber das Klügste, was ich tun konnte, war letztendlich der komplette Cut, sie aus meinem Leben zu streichen, sie nicht mehr bei Familie, Freunden & Co. zu thematisieren und auch von ihr nichts mitzubekommen abgesehen davon, dass ich daheim nicht für mich alleine verantwortlich bin
Und auch ich bin damit überein gekommen, wenn diese Liebesgeschichte tatsächlich so außergewöhnlich und faszinierend gewesen ist, wenn wir wirklich seelenverwandt und füreinander bestimmt sind, wie es uns die Anfangszeit hat glauben lassen, dann kommt da so oder so noch etwas nachtut es aber seit bald einem Jahr nichtgehen wir also mal davon aus, dass es einfach nur eine lehrreiche Illusion war!