Zitat von Ella111:…weil Heirat mir von Anfang an nicht so wichtig war und ich nicht dran gedacht habe.
Wenn sie damals nicht wichtig war, warum dann jetzt auf einmal? Zumal ich Dir nicht ganz abnehme, daß Du da nie dran gedacht haben willst. Dir muß doch was durch den Kopf gegangen sein, wenn Du Hochzeiten in Deinem Umfeld erlebt oder auch nur in Filmen gesehen hast. Sowas wie "Das will ich auch später mal" oder "Hilfe - wie bleibe ich endlos Single?"
Zitat von Ella111:Ich dachte halt irgendwann…Männer überfällt man nicht anfangs gleich mit Heirat. Hilfe, da wäre ich auch gleich ausgerissen.
Du bist jetzt 37 und Ihr seit 15 Jahre zusammen. Also warst Du bei Beziehungsbeginn 22. Da ist man kein Teenager mehr und auch wenn man sich mit dem Heiraten noch bis nach dem Studium Zeit lassen will und wird, ist das doch kein Tabuthema. Was soll denn das?
Es hat auch nichts mit "überfallen" zu tun, wenn man ganz allgemein mit dem Partner über eigene Lebensziele spricht und dabei offen sagt, daß man nach dem Studium heiraten möchte, damit die Familiengründung (sofern gewünscht) bis 40 noch in Ruhe (!) über die Bühne gehen kann. Warum sollte sich Dein Gegenüber deswegen "überfallen" fühlen - wenn es bis dahin noch locker 10-12 Jahre hin sind?
Der Unterschied ist nur: Er
weiß dann davon.
Abhauen kann er natürlich immer noch, wenn's ernst wird - geschenkt. Echte Filous tun das ja dann auch.
Aber behaupten, er hätte nichts davon gewußt - das läuft dann gewiss nicht mehr.
Was natürlich passieren kann ist, daß er sich schon in der Kennenlern- oder Beziehungsfrühphase wieder ausklinkt - weil er eins genau
weiß: Eher friert die Hölle zu, als daß er jemand heiraten wird. Was Dir dann aber genau jene Enttäuschung erspart, vor der Du Dich jetzt umso mehr fürchtest.
Zitat von Ella111:Die Liebe muss sich doch erst bewähren!
Das kann sie bis dahin ja auch in aller Ruhe. Sich langfristige Ziele zu setzen, schließt das doch in keinster Weise aus?
Ella, es geht darum, mit welchen
Absichten man sich auf eine Beziehung einläßt.
Ich schrieb es Dir bereits an anderer Stelle: Das hat nichts damit zu tun, daß Gefühle sich dennoch wandeln und Beziehungen unterwegs auch scheitern können. Es geht auch nicht darum, die Absichten der Betreffenden zu werten. Es ist völlig o.k., wenn jemand niemals heiraten will
und umgekehrt. Aber was den eigenen Beziehungspartner betrifft, ist es IMO fundamental wichtig, dessen
Haltung zu so einem Lebensthema zu
kennen.
Zitat von Ella111:Und wenn man sieht, dass es passt, dann denkt man an festere ...
Nein, ob man irgendwann mal Ehepartner sein und / oder eine Familie gründen will, darüber kann man schon sehr viel früher nachdenken. Es ist wichtig, daß man sich Ziele setzt - beruflich ebenso wie privat. Natürlich kann und sollte man eine Ehe nicht erbetteln oder gar erzwingen. Aber wenn sie ein(es von mehreren) Lebensziel(en) ist, dann sollte man das klar und deutlich kommunizieren und zwar möglichst früh. Denn erhoffen kann und sollte man sich eine Ehe auch nicht.
Was nutzt es denn, wenn alles rundläuft, Du aber kreuzunglücklich wirst, weil der andere Dir - erst nach vielen gemeinsamen Jahren und auch das nur auf explizite Nachfrage - erklärt, daß er Deine Lebensziele gar nicht teilt und auch nichts damit anfangen kann oder will?
Es gab da ein Wort in Deinem Eröffnungsbeitrag, das mich aufhorchen ließ:
Umsonst. Ich glaube Dir gern wie schockiert Du warst, als Dein Freund Dir sagte, daß er gar nicht heiraten wolle. Du hattest Dir jahrelang ein Bild von ihm gemacht, aber es beruhte auf Deiner stillen Erwartung (Hoffnung) - nicht auf einem klar geführten Gespräch, in dem Ihr einander vermittelt,
wer Ihr seid und
was Ihr - zunächst mal jeder für sich - vom Leben auf Dauer (!)
wollt.
Natürlich hat es auch mit Glück zu tun wenn alles so optimal läuft, daß man irgendwann tatsächlich in der Position ist zu sagen: "O.k., es ist soweit: Ausbildung fertig, Job gefunden, Wohnsituation schaut prima aus, Beziehung macht immer noch Freude wie am ersten Tag. Es ist Zeit, den nächsten Schritt zu tun.
Wollen wir?"
Aber der springende Punkt ist doch wohl, daß der andere zumindest
weiß, daß dieser nächste Schritt auf
Deinem Lebensprogramm
steht. Warum sollte er sich dann "überfallen" fühlen, wenn Du ihn irgendwann danach fragst? Oder gar völlig aus allen Wolken fallen, daß dieser Plan überhaupt existiert?