Zitat von ElGatoRojo: Nö - deine Aussage habe ich so verstanden, wie du sie geschrieben hast. Wenn du sie anders gemeint hast, ist es nicht mein Problem. Lese deinen Text doch mal kritisch.
Ich hab ihre Aussage für mich so verstanden, dass jemand gerne alles mögliche an mir und meinem Verhalten kritisieren kann. Aber wenn ich da gar kein schlechtes Gewissen oder einen Wunden Punkt habe, trifft mich das null und dann ich halte eher den Sender für etwas merkwürdig bis bedürftig.
Wenn ich grille und mein Partner möchte seinen Senf dazu geben, wie es noch besser ginge, dann mache ich meine Reaktion davon abhängig, ob er selbst schon tolle Grillergebnisse hatte. Wenn ja, nehme ich die Tipps an. Wenn eher nein, lasse ich ihn vorschlagen und ignoriere. Aber in keiner Weise wäre dadurch meine Kompetenz angekratzt. Ich weiß ja, was ich kann und was nicht. Mein innerer Kritiker ist immer größer und treffsicherer als die von außen. Und wenn jemand mein Grillergebnis kritisiert und damit Recht hat, kann ich das auch annehmen, ohne mein Ego in Frage zu stellen.
Daher die Vermutung, dass sich Menschen ohnehin für inkompetent halten bzw. unsicher sind, denen man was am Zeit flicken kann. Die brauchen dann Bewunderung, um an sich selbst glauben zu können. Den Partner als Claqueur zu missbrauchen ist aber auch eher dürftig. Ich verstehe also die Kernaussage besser als die heftigen Reaktionen darauf.
Zitat von Razor_cgn: Da Frauen ja heute selber arbeiten, ihr eigenes Standing haben, selektieren sie viel mehr nach den emotionalen Bedürfnissen und Möglichkeiten. Die Faktoren Geld/Ressourcen sind quasi aus der Gleichung rausgestrichen
This!
💯Zitat von Razor_cgn: Sagen wir, sie führt eine Beziehung die zu 70% OK ist und sie trifft auf der Arbeit einen neuen Kollegen, der sie besser versteht oder sagen wir, besser emotional abholt, dann wird sie automatisch die Rechnung im Kopf aufmachen: Was wäre ich für eine Frau, an der Seite dieses Mannes?
Und das eben nicht. Das ist Projektion. So denken nicht weniger Männer in meinem Bekanntenkreis. Da wird verglichen und der "outcome" extrapoliert und der "Invest" in die alte Beziehung gegengerechnet und geschaut, ob nach X Jahren die neue Frau nicht auch an dem Punkt steht, an dem es mit der alten ungemütlich wurde.
Bei Frauen höre ich eher davon, dass sie von jemandem fasziniert sind und sich die Anziehung nicht erklären können. Dass es mit dem alten Partner schon lange nur so plätschert und man nur aus Gewohnheit zusammen ist. Dass da irgendwelche Benchmarks gegen einander aufgewogen würden, hab ich noch nie erlebt.
Und außerdem ist das auch auf der emotionalen Ebene immer noch keine "Hypergamie", da keine Frau behauptet, der neue Mann hole sie emotional besser ab. Die wissen schon, dass die Faszination aus der Neuheit entspringt. Das Problem ist eher, dass sie dem alten Partner keine weitere (positive) Entwicklung mehr zutrauen.
Zitat von NurBen: Sprich, wenn jemand beruflich sich ständig beweisen, durchsetzen, argumentieren und diskutieren muss, etc... dass sich diese Eigenschaften auch in der Beziehung widerspiegeln
Kann so sein, muss aber nicht.
Ich kenne viele Kolleginnen, die sich in ihrer Arbeit gerne und gut jedem Konflikt stellen und mit Leidenschaft um kleinste Vorteile kämpfen. Die dann aber ihren ganzen Dampf beruflich ausgelassen haben und privat eher ruhig und genügsam sind. Die werden nur zappelig, wenn sie nicht arbeiten können.
Andersherum gilt auch genauso wenig, dass die großen Entscheider männlicherseits zu Hause auch die Hosen anhaben möchten. Da gibt's genügend, die ich persönlich kenne, die sich damit entspannen, zu Hause alles vorgesetzt zu bekommen und sich beim 6 zu unterwerfen. Die glauben dann ernsthaft, dass eine Frau, die beruflich den Ton angibt, auch noch privat die Peitsche schwingen möchte. Die musste ich dann enttäuschen.
Daher sind diese (Red Pill oder religiösen oder esoterischen) Schemata ja solcher Mumpitz. Red Pill ist Horoskopleserei für Jungs. Wenn es dem einzelnen hilft, besser durch den Tag zu kommen, ist das super. Wenn aber aus Verletztheit diese Abwertungskomponente à la "alle männlichen Steinböcke sind top und alle weiblichen Steinböcke muss man meiden" hinzu kommt, wird's beknackt bis schädlich.
Zitat von Razor_cgn: Männer und Frauen sind nun mal biologisch unterschiedlich und da nützen auch soziale Konstrukte nichts.
Agreed!
Nur dass das soziale Konstrukt nicht der Feminismus ist, sondern was viel älteres.
Zitat von NurBen: Wenn ich von Frauen rede, rede ich von überwiegenden Teil.
Auch dann wird kein Schuh draus. Auch der überwiegende Teil der im Sternzeichen Löwe geborenen ist nicht extrovertiert, weil er im Juli/August geboren wurde.