RoteTablette
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Zitat von Ragna:Nach meiner Lebenserfahrung erreicht man seine Ziele am besten, wenn ich Menschen "mitnehme" und letztendlich überzeuge, sich für die richtigen Themen und Argumente einzusetzen, weniger indem ich sie von oben herab moralinsauer und ideologisch aufgeladen, belehre.
Da hast du völlig Recht.
Mein Browser ist Firefox. Wenn ich auf "neuer Tab" klicke, bekomme ich "kuratierte Vorschläge" aus der Benutzerschaft, was an Nachrichten etc. interessant ist. Da vergeht kein Tag, an dem nicht mindestens 2 Artikel dabei sind, in denen der Leserschaft "von oben herab moralinsauer und ideologisch aufgeladen" beigebracht wird, dass Männer "das Problem" sind. Vergleichbare Artikel, in denen Frauen mal ein Problem sind, findet man hingegehen selten, und wenn doch, dann ist letztlich doch irgendein Mann (oder das "Patriarchat") das tieferliegende Problem.
Früher hab ich das einfach ignoriert; inzwischen stößt es mir sauer auf. Und da bin ich wohl nicht der Einzige. Ich bin mir recht sicher, dass zumindest ein Teil des Wahlerfolgs der AfD darauf zurückgeführt werden kann, dass manche Männer gerade auch wegen dieser als Hetze empfundenen Berichterstattung das Rad der Emanzipation zurückdrehen wollen. Und was liegt dann näher, als die Ewiggestrigen zu wählen - egal, wie bescheuert deren Agenda sonst noch sein mag. Weil sie sich ansonsten einfach nicht mehr vertreten fühlen.
Ich will das nicht. Aber mein Eindruck ist, dass "der Feminismus" meint, er habe gewonnen und müsse nun nur noch ein paar letzte Widerstandnester niederschlagen, bevor Frauen endgültig das herrschende Geschlecht sind (unter dem Mantel der Gleichberechtigung, wo es Frauen nützt, selbstverständlich). Tut das nicht. Bitte. Behaltet auch die Interessen der Männer im Auge. Das kann sonst kein gutes Ende nehmen.